10
September , 2010
Freitag

"Quid leges sine moribus? Quis custodiet ipsos custodes?"

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Obama und seine Rede an ein tief gespaltenes Zweiklassenamerika Obama wurde Respekt gezollt, selbst von den ...

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Merkel sucht den Superpräsi

Posted by thunderhand On Juni - 1 - 2010 2 COMMENTS

fahne1080488-2Deutschland, beziehungsweise unsere Mutti, sucht den Superstar, den König oder die Königin ohne Befugnis, für die “Deutsche Nation”, einen oder eine, der der Kanzlerin zu Munde redet, ihr und Westerwelle in den Kram passt, einen, der schwarz-gelb, besser braun geboren wurde. Einen jener Äffchen, der drei Dinge beherrschen sollte, nichts sehen, nichts hören, nichts sagen, schon gar nicht die Wahrheit. Über die Wahrheit stolpert man hier in Deutschland, da wird ein Stein zum Berg, wenn man wie Köhler eine Freudsche Fehlleistung begangen hat, und die Wahrheit sagt.

Deutschland verteidigt, natürlich, seine und Amerikas Interessen, auch am Hindukush. Deutschland verteidigt auch wirtschaftliche Interessen, denn nichts ist wirtschaftlich gefährlicher für diese beiden Nationen als instabile Regionen aus denen unter Umständen Terroristen kommen und wie am 11. September eine ganze Wirtschaft zum Stillstand bringen. Mag es auch nur indirekt sein, es ist ganz offensichtlich schädlich für wirtschaftliche Interessen, wenn Handel zum Stillstand, zum Erliegen kommt, wenn Handelswege blockiert sind, Warenströme versiegen.

Zumindest also die Wahrheit sollten sie für sich behalten können, der oder die “Neue vom Tiergarten”, wenigstens, was Kriege betrifft, das Thema ist für einen Bundespräsidenten oder eine Bundespräsidentin ein Tabu, Basta, das, und Israel, denn auch daran darf keine deutliche Kritik geäussert werden, wie die Kanzlerin gestern bewies, und wäre eine Atombombe gefallen, Israel bleibt Tabu, kaum, dass die Zögerfrau es wagt, nach dem Verbleib beteiligter eigener Staatsbürger zu fragen.

Auch die Wirtschaft sollte er eher weniger kritisieren, dieser Neue, möge er eher sein Thema in der Familienpolitik finden, Frauen an den Herd, das schafft Arbeit, und sozial ist doch, was Arbeit schafft. So einer, so eine, das könnte der Kanzlerin und ihrem Westersohn in den Kram passen, einer, der der Nation erzählt, wie man seine vielen Kinder zu willfähigen 12 Stunden arbeitenden, jederzeit kündbaren Niedriglöhnern und freiwillig 75% steuerzahlenden Marktankurblern macht, damit die Wirtschaft brummt und auch in der Zukunft Banken genug Kapital geliehen werden kann, und damit die Renten gesichert werden, die ab 85 Jahren ausgezahlt werden.

Die Bundesbürger, stellte man ihnen die Frage nach einem Bundespräsidenten oder einer Präsidentin, sie würden aus einer Auswahl überwiegend Frau Käßmann wählen, nur werden die Bürger eben nicht befragt, die Regierung ist feige, was den Umgang mit dem Wörtchen Krieg oder dem Thema Israel beweist, und Bürgerbefragungen oder gar mehr Mitbestimmung wären ein Dilemma für das, was diese Koalition an sogenannter Arbeit abliefert. Zudem ist Frau Käßmann im Gegensatz zu einer Frau Merkel viel zu offen und ehrlich. Eine Käßmann also wird nicht Bundespräsidentin werden, das müsste sich unsere Mutti ständig die Leviten lesen lassen, und eine Merkel beisst weg und würde nie eine wirklich starke Frau auch nur tolerieren.

Auch ein Stoiber wird von einigen Medien angedacht. Mal ehrlich, ein Stoiber wäre unschlagbar, und würde den ganzen Unsinn und die Unbedeutsamkeit des Amtes endlich einmal aber so richtig zur Geltung bringen. Deppischer könnte ein Präsident nicht sein, im Übrigen würde dann auch ein Raab im Amt demnächst keinen Unterschied mehr machen oder eines von den tumben “Topmodellen” der Klum, da wäre es sogar besser, einen Horst Schlämmer an die Spitze des Staates zu wählen.

Hasstiradenverlauter und Kontrollfuzzis, auch jene Kaste ist im Gespräch, hier kämen Roland Koch oder Schäuble in Frage, wobei beide wohl kaum das gesamte Volk repräsentieren dürften.

Dann ist das Kaninchen der Nation bei den Medien im Gespräch, Frau von der Leyen, Supermama, die Bürger zu Bürgerdiensten verdonnern will. Sie ist bekannt und dürfte zumindest den Katholiken gefallen, denn sie ist das Sinnbild der arbeitenden Frau und Mutter, die ausserdem selbst reichlich für Kirchentagsnachwuchs sorgt.

Merkel hat also gut Auswahl, und doch, es würde dem Land und der Politik gut tun, stünde einer wie Heiner Geißler zur Verfügung, einer eben, der wenigstens noch etwas an Gewissen für soziale Gerechtigkeit zu haben scheit, einer, der sich den Mund nicht verbieten lassen würde, nur, weil es die Kanzlerin, Wirtschaft und Banken so wünschen.

Egal, wer es wird, wer Merkel und ihren Stil kennt, der weiss, es wird ein unscheinbares, taubstummes Mauerblümchen zur Wahl stehen, eines, das das Wegschauen und das Buckeln vor Eliten aus Banken Wirtschaft und Politik bestens beherrscht, ein Speichellecker eben.

Wer dieses Land nach aussen vertreten will, dem sollte klar sein, wen und was er repräsentieren soll, denn all das muss er oder sie, beim Schweigen, Wegsehen und Weghören, neben schlechter Politik, vertreten können…

Und selbst Schuhmacher ist inzwischen vernünftig und fährt, zwar unter ferner liefen, aber doch endlich derweil den richtigen Wagen, na, wenn das Nichts ist. …

©denise-a. langner-urso

Zensursula – Not My President!

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Bundespräsident, Vorbilder und die Achtung vor dem Amt

Posted by thunderhand On Mai - 31 - 2010 Kommentare hinzufügen

Horst Köhler ist zurückgetreten und einen Teil der Mitschuld haben die politischen Akteure jeder Coleur. Die Achtung vor dem Amt, sie ist abhanden gekommen, man durfte seit Schröder respektlos über den Bundespräsidenten herfallen, ihn kritisieren. Alle Parteien taten das, viele Politiker, auch jene, die ihn heute scheinheilig würdigen. Sie alle haben das Amt beschädigt. Der Bundespräsident, er hat repräsentative Aufgaben, aber dennoch ist er eine Respektsperson, besser, er sollte so behandelt werden. Er und sein Amt.

Die Respektlosigkeit vor dem Bundespräsidenten und seinem Amt, sie ist Zeichen der Zeit und des Zustandes der Gesellschaft, des Zustandes auch der Jugend, die keinen Respekt mehr hat vor Institutionen, Ämtern, älteren Menschen, dem Leben selbst. Respektlosigkeit, die aus Perspektivlosigkeit, aus Armut und Joblosigkeit erwächst.

Die Respektlosigkeit beginnt im Elternhaus, setzt sich fort in der Schule, und endet beim Verhalten eines Aussenministers, der der englischen Sprache nicht mächtig ist und auf der deutschen Sprache besteht. Jugend sucht sich Beispiele, und in der Politik findet sie sie in Massen. Sie überträgt, leitet ab und prügelt schließlich auf wehrlos am Boden liegende Menschen ein, weil ihnen Aussehen oder Sprache nicht gefallen, weil sie Langeweile haben, Wut im Bauch, unausgeschlafen sind, mürrisch, schlechte Laune haben. Wie der Aussenminister sein Amt nach aussen abbildet, wie Politik es vorlebt, so benimmt sich die Jugend, wie Westerwelle verbal gegen Journalisten pöbelt, so übernimmt das die Jugend. Wie er mit seinem Amt umgeht, so geht die ganze Politkaste damit um, respektlos, würdelos. Vorbilder sind sie alle nicht.

Das Auftreten von Menschen in Elternhaus, Schule, Öffentlichkeit, all das endet bei einem Thema: Bildung, Erziehung. Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es heraus. Spätestens seit den 68ern ist die Bildung, die Erziehung auf einem Niveau angelangt, das zu wünschen übrig lässt. Es wundert nicht mehr, dass RTL und Co zu Bildungsprogrammen mutieren konnten und mit ihnen auch Bohlen,Raab und Waddedu. Wer seine Jugend so aufwachsen lässt und wer Raab und Bohlen ihre Erziehung übernehmen lässt, der muss sich über das Ergebnis nicht wundern. Wer seine Stars und Models von plumpen Klums suchen lässt und ihr die Mutterrolle überträgt, wer irgendwelche Supernannis aus dem Fernsehn braucht, der hat verloren, der kann keine Würde, keinen Respekt einfordern vor Menschen und Ämtern, auch nicht von Erwachsenen, denn diese haben es bereits selbst nicht mehr gelernt.

Wer seiner Jugend erzählt, sie bräuchte sich nur zu bewerben, dann sei alles machbar, der lügt, und Jugend bemerkt das spätestens, wenn sie die Schule verlässt. Es war alles Betrug, und ab sofort muss man zum Affen oder Clown bei Raab und Klum werden, sofern man überhaupt etwas erreichen will oder sich ausziehen wie Lena. Da bekommen Fußballer Tagegelder, von denen Familien einen Monat lang leben müssen, die Gesellschaft ist pervertiert und trotzdem kann eine ganze Industrie von Kindern mit Träumen davon leben. Davor hat man Respekt, vor dem Kapital, aber doch nicht vor Menschen und Ämtern. Da schickt man einen Boateng, der einen anderen Spieler zum Krüppel tritt zur WM, und das soll dann Vorbildfunktion haben.

Der Bundespräsident tritt zurück. Recht hat er! Wer fordert eine Nacktschnecke wie Lena, die von Raab betreut wird, mit dem Bundesverdienstkreuz zu versehen, nur weil sie alles tun würde um im Rampenlicht zu stehen, und da sind Nacktbilder vor einem Sieg ja hilfreich, der hat einen an der Klatsche, Entschuldigung, liebe CDU!

Wenn dem Bundespräsidenten dann auch noch angeraten wird, dafür ein Bundesverdienstkreuz zu vergeben, sorry, aber dann muss er definitiv zurücktreten aus Verzweiflung vor so viel Unsinn, vor solcher Dummheit, tiefer kann man einfach nicht sinken! Dem Finder der nuschelnden Nachtschnecke damit ebenfalls danken zu wollen, weil man ansonsten als Politik völlig versagt, das grenzt schon an groben Unfug. Man bietet Bankenrettungen, Staatenrettungen und als Wunder will man eine 19 jährige mit Selbstdarstellungswahn auszeichnen, wie tief ist Politik gesunken!

Bundesverdienstkreuze sind Auszeichnungen. Auszeichnungen nicht für nackte Studenten, die kaum englisch radebrechten können und meinen nun den großen Wurf getan zu haben, weil sie einen verkommenen Sangeswettstreit gewonnen haben. Perverser kann ein Vorschlag nicht sein. Für den Bundespräsidenten und das Amt ist er entwürdigend und zeigt dessen ganze Bedeutungslosigkeit gerade daran, dass man überhaupt auf die Idee kommen kann, so etwas sei auszeichnungswürdig.

Dass hinzukommt, was der ehemalige Bundespräsident in einem Radiointerview äusserte ist tragisch, aber man hätte es aus dem Weg räumen können. Was bleibt ist die Beschädigung und mögliche Neudefinition von Amt und Würde, Respekt, Achtung und Ehre. Auch die Frage, was auszeichnungswürdig ist, sie gehört erörtert, eine Lena jedenfalls ist es nicht.

Der nächste Präsident er verdient absoluten Respekt und sollte mit möglichst großer Mehrheit aller Parteien gewählt werden, er sollte den Menschen ein Herz zeigen, ihr Fürsprecher sein, ein Mahner und eine Person, die der Politik und der Wirtschaft Respekt einzuflössen vermag, einer oder eine, die Herz und Schnauze hat, und die Politkaste, sie sollte in sich gehen und gemeinsam ein Seminar buchen über Respekt und Ehrfurcht vor Menschen, Ämtern und Andersdenkenden, damit auch der politische Ton und Umgang miteinander wieder auf ein gewisses Maß an Achtung und Ehre zurückgeführt werden und nicht nur tiefe persönliche Wunden hinterlassen.

Menschen aber Würde, Achtung, Ehre, beizubringen, das sind Erziehungsaufgaben die Geld kosten, und nur so wird man dauerhaft diese Gesellschaft in immer schwierigen Zeiten irgendwie zusammenhalten können. Und selbstredend darf davon die Wirtschaft mit ihren rüden unwürdigen Methoden und ihrer Gier nicht ausgenommen werden.

Der Rücktritt heute zeigt, ein Land kapituliert an seinen eigenen Erziehungsfehlern, an seiner Lust zur Selbstdarstellung und letztlich an mangelndem politischen Willen, weil Menschen bis ins höchste Amt die Lust am Tun und Schaffen gründlich verdorben wird, und das, obwohl man dort halbwegs vernünftig von seinem Einkommen leben kann.

Der Rücktritt beweist, Deutschland hat eines zu gründlich von der radikalen herzlosen Marktwirtschaft gelernt, nämlich Menschen zu zerstören und zu beschädigen, selbst bis ins höchste Staatsamt hinein. Auf der Strecke geblieben ist die Achtung vor dem Anderen und vor dem Amt.

Und deshalb war auch der Abgang mehr oder weniger eine weitere Beschädigung des Amtes, weil er erfolgte als letzte Selbstdarstellung einer Mimose, die nur sich selbst diente und nie wirklich dem Volke, der Abgang eines Selbstdarstellers, der wenig zu sagen hatte und auch keine Brücken zu bauen vermochte.

Das Volk hat in dieser Legislatur mehr verloren als je zuvor, glaubhafte Politik und Politiker, mit Ecken und Kanten, die etwas zu sagen haben und die Fähigkeit an Besserung in der Zukunft wenigstens zu glauben. Und es hat eines gelernt, es lohnt sich nicht zu kämpfen, wenn man bereits von Beginn an als Verlierer gesetzt ist, und Köhler war dafür predestiniert, eben weil er sein Amt nicht mit Seele füllen konnte.

Und eines lernt man: Niemand ist unersetzlich, nur hätte es nicht auf dem Weg über die Beschädigung dieses Amt sein dürfen, das man mit grauen Eminenzen und Würde verbindet.

©denise-a. langner-urso

Foto-Pixelio: Christina Bieber

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Das neue linke Gesicht!

Posted by Detlef-Obens On Mai - 29 - 2010 2 COMMENTS

Sarah Wagenknecht, Jahrgang 1969, geboren und aufgewachsen in der ehemaligen DDR, Mitglied der SED, der PDS und nun der Partei DIE LINKE., war und ist für viele das kommunistische-verbissene-humorlose, weibliche, Gesicht der Linkspartei. Aufgestellt für den Landesverband der LINKEN in NRW zog sie 2009 in den Bundestag ein und wurde in diesem Jahr zur Vizechefin der Bundeslinken. Nach dieser Wahl legte sie ihre Mitgliedschaft bei der kommunistischen Plattform innerhalb der Linkspartei auf Eis.

* Die politische Reizperson Sarah Wagenknecht

Über Sarah Wagenknecht gibt es viel zu lesen, zu hören und auch zu sehen im Internet. Wer sich mit dieser Frau beschäftigen will, wird fündig für viele Stunden. Sie ist vielen konservativen Parteien verhasst, sie wird namentlich im Verfassungsschutzbericht genannt und wird immer dann herangezogen, wenn es gilt, den Kommunismus, oder auch den Sozialismus, in Frage zu stellen oder zu diskreditieren. Ihre oftmals sehr steif wirkende Körperhaltung, ihr stramm nach hinten gebundenes schwarzes Haar und der dabei aufgesetzte strenge Gesichtsausdruck haben sie diese Rolle sicher gerecht werden lassen, die andere von ihr erwarteten. Ihre Zitate, vor allem aus den 1990-er Jahren, waren auch nicht immer dienlich dazu, sie anders als wie manche über sie sagten, als Betonkopfkommunistin oder gar Stalinistin wirken zu lassen. So wurde Sarah Wagenknecht von der großen Mehrheit der Öffentlichkeit als eines der unsympathischsten Gesichter des Sozialismus und des Kommunismus der Gegenwart wahrgenommen. Für viele war und ist sie gar die Inkarnation des bösen Kommunismus.

Ihre politischen Grundsätze sind kommunistisch geprägt. Sie versteht den Kommunismus als logische und folgerichtige Weiterführung des Sozialismus, was er durchaus auch ist. Ihre immer deutliche Kritik am kapitalistischem System unterstreicht sie durch profunde Kenntnisse der Wirtschaft und der wirtschaftlichen bilateralen Zusammenhänge. Sie denkt an eine Überwindung des Kapitalismus in Deutschland hin zu einer sozialeren Form der Wirtschaft und der globalen Wirtschaft. Hin zu einer deutlichen und spürbaren Betonung des Wortes “Sozialstaat”. Also einer Hinwendung zu den Menschen, die das Kapital eines Staates erwirtschaften, nämlich dem Volk. Das sie selbst dabei wirtschaftlich gut abgesichert lebt, mag dabei kein Widerspruch sein, da ihre Argumentationen stets überzeugend und authentisch rüber kommen. Sie ist aber mit diesen politischen Überzeugungen eine Hauptgegnerin aller neoliberalen Parteien, Wirtschaftsverbänden, Managern, Daxkonzernen, Hedgefonds und Ratingagenturen dieser globalen Finanz-und Kapitalwelt.

* Sarah Wagenknecht Heute und nach der NRW-Wahl

Nach dem Abgang des Oskar Lafontaine, dem einstigen und alleinigen medialen Superstar der deutschen Linkspartei tat sich personell für diese Partei ein schwarzes Loch auf. Viele neue Gesichter traten in die Öffentlichkeit, die Lafontaine und seinen mit zurück getretenen Genossen, zwangsläufig durch Neuwahlen folgen mussten.Einer dieser Personen war dann auch Sarah Wagenknecht, die mit einem sehr guten Ergebnis zur stellvertretenden Parteivositzenden der Linken gewählt wurde. Die Zeit für eine Vorsitzende Wagenknecht war noch nicht gekommen.

Dem personellen Umbau an der Spitze der Partei sollten dann auch politische Erfolge nach sich ziehen. Dazu war als erste Nagelprobe die NRW-Wahl angedacht. Diese bundesweit beachtete Wahl wurde für die Linke in NRW zu einem Achtungserfolg mit 5,6% Wählerstimmen. Das es aber durchaus mehr hätte werden können, war den Parteistrategen in Berlin und in den östlichen Landesverbänden schnell bewusst. Zu viele Fehler wurden auf Seiten der NRW-Linken gemacht. Der nordrhein-westfälische Landesverband erscheint der Öffentlichkeit als ein in sich zertrittener, tief an althergebrachten Idealen klebender und wenig professioneller Landesverband der Linkspartei. Viele “kleine” Wagenknechts haben dort die Wahlsuppe letztlich versalzen, könnte man lapidar behaupten.

Nur, wo war Wagenknecht in der heissen Wahlphase der NRW-Linken? Sie trat zwar fleissig auf diversen Kundgebungen auf, spulte ihr Repertoire pflichtbewusst herunter, vor mal mehr, mal weniger Zuschauern, aber, und das ist entscheidend: sie wurde nicht als ein wichtiger, prominenter Teil dieses Landesverbandes wahrgenommen. Diese Parts übernahmen andere. Leider nicht mit der politischen Raffinesse und Klugheit einer Wagenknecht.

Die NRW-Wahl war demzufolge kein überragender Erfolg für die bundesdeutsche Linke. Vielmehr entwickelt sich diese Wahl und die Umstände, die sie bis heute begleiten, zu einem Misserfolg, was das Gesamtansehen der Partei an sich betrifft. Die Kader-und Sektierermentalität der NRW-Linken färbt auf die gesamte deutsche Linke ab. Die beiden neuen Vorsitzenden Gesine Loetzsch und Klaus Ernst haben bis dato noch keine überzeugende Strategie entwickelt, dem entgegenzuwirken.

* die LINKE erhält ein neues Gesicht!

Im Schatten der schlechten Schlagzeilen, die durch die NRW-Linke verursacht wurden, reiste allerdings Sarah Wagenknecht vermehrt durch die TV-Sender. Sei es in politischen Talkshows von ARD und ZDF, oder aber, und das erscheint mir beachtenswerter, in Sendungen wie “Beckmann” und wie gestern bei ” Pelzig unterhält sich” im Bayerischen Fernsehen.

(Pelzig TEIL 1 und TEIL 2)

Bereits in der Talkrunde bei Beckmann erlebten wir eine andere Wagenknecht. Gelöst, locker, geradezu sympathisch wirkend, erzählte sie aus ihrem Leben, ihrer sozialistischen Sozialisierung in der DDR, von ihren Grundüberzeugungen und ihrem Leben nach dem Niedergang der DDR. Sie nahm Stellung zu eigenen Aussagen, die sie in der Vergangenheit im Bezug auf den Stalinismus, die DDR und den Kommunismus getätigt hatte, und sie verblüffte ganz nebenbei damit, den gesamten Faust von Goethe (Teil 1 und 2) frei rezitieren zu können. Sie hinterlies den Zuschauern einen insgesamt neuen und lebendigen “Wagenknecht-Gesamteindruck”.

Noch überzeugender war sie in der gestrigen Bayern-3-Talkrunde mit dem Kabarettisten Pelzig. Wer hätte vor wenigen Monaten erwarten können, ein befreit lachende, witzige und schlagfertige Sarah Wagenknecht in einer derartigen Sendung erleben zu können! Ihr Besuch in gerade dieser Sendung war ein glatter Punktsieg hin zu einem positiven Image der deutschen “Vorzeige-Kommunistin”. Sie überzeugte, in dem sie politische Inhalte, die ihr elemantar sind, auf eine menschliche Art und Weise an den “Mann” brachte und gleichzeitig dabei ohne jene Verbissenheit, die auch heutzutage noch viele aus dieser Partei an den Tag legen, die sei einstmals ausmachte.

Die Linkspartei hat mit Sarah Wagenknecht ein neues, geradezu volksnahes, Gesicht bekommen. Die Frau, die sonst bei vielen nur für Kopfschütteln sorgte, erntet auf einmal Szenenapplaus, und das sogar in Bayern!

Allerdings ist eine Wagenknecht eine Politikerin durch und durch und weis um die Wirkung der Medien. Und ihr ist auch sehr bewusst, wie sie vor laufenden Kameras agieren muss. Sie hat vermutlich auch begriffen, das Politiker und auch Politikerinnen oftmals über das Herz des potenziellen Wählers sein Gehirn erreichen und damit letztendlich seine Stimme bekommen. Und nicht nur sie wird das wissen. Ich vermute, das die Linkspartei in Deutschland eine mediale Neustrukturierung vornimmt. Das allgemeine Ansehen einer Partei, und nicht nur von politisch geschulten und interessierten BürgerInnen, ist ein heutzutage nicht zu unterschätzender Wert. Sympathiestimmen für einzelne PolitikerInnen sind letztendlich auch zu zählende Stimmen. Und einer sympathisch und ehrlich wirkenden Person wird viel eher das abgenommen, was sie zu vermitteln hat. Die Parteiführungen in Berlin, und auch in den östlichen Verbänden, wird den Imageschaden, verursacht durch die NRW-Linken, zur Kenntnis genommen und verstanden haben.

An Sarah Wagenknecht führt in dieser Partei nun kein Weg mehr vorbei. Ihre mediale Präsenz, die sie nunmehr deutlich steigern konnte, stellt eine innerparteiliche Machtposition dar, die es gilt, für die Linkspartei nutzbar zu machen. Sie wäre sicher auch die erste Kommunistin, der man es nicht übel nehmen würde, an Gottschalks Seite auf seiner ZDF-Couch zu sitzen. Die Parteistrategen haben die neue Realität der Macht der Wirkung erkannt. Raus aus der Ecke der griesgrämigen und langweiligen politisch linken Erbsenzähler, rein in die Gesellschaft und damit auch hin zur jüngeren Generation, die vielfach Spaß bei der Politik haben will.

Sarah Wagenknecht hatte in der letzten Zeit viele öffentliche Auftritte. Einen musste sie allerdings absagen: nämlich den beim Landesparteitag ihres NRW-Links-Verbandes in Bottrop zu Pfingsten. Dies sollte den NRW-Betonkopf-Ideologen zu Denken geben. Vielleicht passt aber für diesen Fall das berühmte Gorbatschov zugesprochene Zitat von dem, der zu spät kommt und deshalb vom Leben bestraft wird.

C/o Detlef Obens,Kommentar 2010

Foto: Offizielles Pressefoto Sarah Wagenknecht

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Opium fürs Volk?!

Posted by Detlef-Obens On Mai - 25 - 2010 1 COMMENT

eingereicht für menschenzeitung von: Detlef-Obens

Karl Marx bezeichnete die Religionen als Opium für das Volk. Aus seiner Erkenntnis heraus, würden die Kirchen den Menschen ein ertrebenswertes Bild vom Jenseits suggerieren um sie von den damals herrschenden sozialen Elendsstrukturen abzulenken. Lenin hat dann später dieses geflügelte Wort übernommen und es für seine Zwecke genutzt. Heute wird dieses Zitat, oftmals unreflektiert, von kommunistischen Gruppen und Parteien oft genutzt. Zur Zeit, als dieses Zitat entstand, war es eine hochpolitische Aussage von Karl Marx, deren Sinn er in einigen Schriften erklärte. Wobei der Begriff “Opium” sicher als Metapher für Gehirnwäsche, Indoktrination und Unterdrückung der Arbeiterklasse und der so genannten Unterprivilegierten, stehen sollte.

In meinem Text soll es sich weniger um das “Opium” der Religionsgemeinschaften handeln, als vielmehr, wie auch heutzutage die berauschende Wirkung von “geistig-intellektuellen Opiaten” eingesetzt werden kann. Nach meiner Überzeugung nutzen die politischen Parteien gerade diese Wirkung um eine andere, bewusst gezielte Wirkung zu erlangen.

* Alles Gute kommt aus USA?

Die Präsidentschaftswahlkämpfe in den Vereinigten Staaten gleichen wahren Showacts. Unter großem Jubel, oft unterlegt mit martialischer Musik, ziehen die Kandidaten in die Wahlkampfarenen ein. Minutiös sind ihre Auftritte geplant von gewieften PR-Managern und Psychologen. Die größtmöglichen Emotionen der anwesenden WählerInnen sollen ausgelöst werden. Das Ziel ist dann erreicht, wenn es zu einer Massenbegeisterung für den Kandidaten kommt.

Und der Jubel steigt ins Uferlose, wenn der Kandidat am Ende seiner Rede, flankiert von Gattin und Kindern, den Applaus der Menge entgegennimmt. Beim letzten Wahlkampf, den Barack Obama für sich entscheiden konnte, waren diese Inszenierungen teilweise oscar-verdächtig professionell gestaltet. Teil einer jubelnden, entfesselten Menge zu sein, ist für viele Menschen ein einmaliges Erlebnis, geht tief unter die Haut und bleibt als Erinnerung an diesen Augenblick meisst das ganze Leben abrufbar. Wie im Rausch agiert das Wahlvolk und verzeiht seinem Kandidaten fast alles.

Die deutschen Wahlkämpfe plätscherten dagegen meisst relativ spröde vor sich hin. Wahre Massenemotionen gab es anlässlich der Willy-Brandt-Wahlen 1969 und 1972, danach vorläufig nicht mehr. Helmut Kohl war dann der erste, der auf die Amerikaner und ihre speziellen Wahlkämpfe schielte, und der sich der Mittel der US-Wahlkampfstrategen bediente. Zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Hannelore wollte auch er diese Phänomene eines hochemotionalen Wahlkampfes a la USA nutzen. Große Hallen, jubelnde Anhänger, Musik, die zum mitklatschen geradezu einlädt, und Hand in Hand mit Gattin zog er ihn die brodelnden Arenen der Großstädte ein. Seither sind diese Großauftritte deutscher Politiker gang und gebe. Ein Meister dieses Fachs war auch der SPD-Kandidat und spätere Bundeskanzler, Gerhart Schröder.

Die Amerikaner haben große Erfahrung mit solchen Großveranstaltungen. Hier sind die verschiedenen amerikanischen Glaubensgemeinschaften als eine Art Vorbild für die Politik zu sehen. Diese Kirchen zelebrieren keine Gottesdienste im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr Events in allergrößtem Stil. Und auch da gilt für den einzelnen teilnehmenden Menschen: ICH BIN TEIL EINER BEGEISTERTEN MENGE! Dieses Erleben lässt das körpereigene Adrenalin ansteigen, bis hin zu einer berauschenden Wirkung, wie es einst das Opium bewirkte.

* Linke unterstreichen Marx’s Zitat!

Sollte man annehmen. Aber vielmehr ist es doch so, das gerade die linken und kommunistischen Gruppierungen in unserer Gesellschaft den Sinn seines berühmten Zitates geschickt zur Unterstützung und Legitimation ihrer politischen Ziele und Visionen nutzen.

Karl Marx zielte auf die Verführbarkeit,–die ohne kritisches Hinterfragen des Verführten stattfindet–, der Menschen ab. Und auch auf ihre Leichtgläubigkeit und ihre menschliche Gabe der Emotionen. Aber alle diese dem Menschen eigenen Verhaltensweisen wissen politische Kräfte gezielt für sich nutzbar zu machen. Wir erleben dies zunehmend im linken politischen Spektrum. Gerade dort wird explizit mit Ikonen Politik gemacht. Mit scheinbar allwissenden und fast unerreichbaren politischen Größen vergangener Jahrhunderte, die nicht mehr unter uns leben und gerade deshalb unantastbar erscheinen.

Das Opium wird hier nicht oral oder intravenös, sondern vielmehr intellektuell verordnet. Aber seine berauschende Wirkung ist die gleiche–und sie hält länger an. Das herkömmliche Opium verflüchtigt sich im Körper, wird von der menschlichen Leber abgebaut, hat aber eine geistige und körperliche Abhängigkeit zur Folge. Das “geistige Opium” wird nicht von unseren Organen abgebaut, es verfestigt sich vielmehr im Gehirn und im Denken der Menschen, und macht sie oftmals resistent gegen andere, scheinbar fremde, Ideen und Gedanken. Dieses ist durchaus in der Politik nutzbar und erwünscht. Zwar nicht im Sinne eines Karl Marx, der die Menschen zur eigenen Reflexion ihrer persönlichen Lebenslage anhalten wollte, aber im Sinne dessen, wovor er eigentlich gewarnt hat.

* Es geht auch ohne Opium!

Die Nutzbarmachung des politischen Opiums ist allerdings keine alleinige Sache mehr der linken Parteien. Wir finden sie bei allen Parteien. Zur Perversion gereift ist sie aber bei den rechtsradikalen Gruppierungen. Die Ersatzreligion “Politik” wird von immer mehr, zunehmend auch wieder jungen, Menschen gelebt. Die Vielzahl der politischen Blogs, die wie Pilze aus dem Internet spriessen, mögen ein Beleg dafür sein. Die Sinnfrage wird für viele Menschen zu einer zentralen. Die gesellschaftliche Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander und das Volk sucht nach Antworten und Erklärungen dafür.

Wie zu Marx’s Zeit die Kirchen den Menschen die Hoffnungen und Antworten zu geben versuchten, sind es heutzutage vermehrt die politischen Parteien, die den Menschen, je nach ihrer eigenen politischen Ausrichtung, den wahren Weg weisen wollen. Ernüchternd aber für die Parteien ist der Umstand, das wir in einer modernen Zeit leben. Wir haben tausendfache Zugriffsmöglichkeiten auf Meinungen, Antworten, Teilhabe und Erklärungen durch das weltumspannende Massenmedium Internet. Wer einmal Partei XY gewählt hat, wählt sie immer….gilt heute nicht mehr. Die WählerInnen überlegen gezielt wem sie ihre Stimmen geben. Und, was entscheidender ist, sie wählen wirklich! Die Vielzahl der Parteiprogramme ist über das WEB abruf,- und beurteilbar. Die Auswahl an politischen Meinungen ist groß und wird von den Menschen zunehmend zur politischen Willensentscheidung genutzt.

Die Zeiten von politischen Massenhysterien scheinen allmählich der Vergangenheit anzugehören. Dies lässt sich auch u.a. daran festmachen, das es DIE Volksparteien altem Ursprungs, nicht mehr gibt. Vielerorts haben wir ein 5-Parteien-Parlament, wo früher jahrzehntelang drei oder vier Parteien alles fest in ihren Händen hielten. Die lebenslange Anbindung an eine Partei, mit Ausnahme allerdings der kommunistischen Parteien, ist ein auslaufendes Generationsmodell.

Die große Zahl der Nichtwähler zeigt aber auch die negative Seite der großen Informationsvielfalt auf. Viele WählerInnen können für sich keine Nutzen aus den Programmen der Parteien ziehen und bleiben resigniert den Wahlen fern. Aber auch sie sind sehr beachtete AbstimmerInnen. Zumindest mit ihren Füssen.

Opium vernebelt den Geist für die tatsächlichen Zustände. Dies will Karl Marx vermutlich ausdrücken. Der nüchterne Geist handelt da realistischer und voraus schauender. Parteien, die ihren Mitgliedern das Gefühl vermitteln, allwissend und unfehlbar zu sein, verwirken ihren eigenen Sinn. Parteien, die heute noch zu Parteitagen auf gemeinschaftlich zelebrierte Gesänge beharren, haben das Singen zwar studiert aber das Sprechen verlernt. Ob die weitere Zukunft mit diesem noch heute gültigem Parteiensystem weiter existiert, halte ich für fraglich. Manche Ideologien haben sich überlebt, werden von sektiererischen Zirkeln zwar immer wieder aufs Neue für den eigenen Machterhalt reanimiert, werden aber letztlich an der persönlichen Meinungs,- und Informationsvielfalt der Zielgruppe, also der WählerInnen, scheitern.

Weder Religion, noch die Politik taugen als Opiums fürs Volk. Da hat er Recht, der gute alte Marx!

Detlef Obens 2010, http://www.demokratisch-links.de/opium-furs-volk

Foto-Wikipedia: Das Kapital

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