Ägypten: Wie man sich demokratische Wahlen kauft

 

Mursis radikale Islamisten, sie hätten die das Land nie wieder aus ihren blutigen Krallen entlassen, das dürfte wohl jedem klar sein, der das Geschehen in Ägypten verfolgt. 80% der Ägypter sind schlecht gebildet, mehr Menschen leben in ländlichen Gebieten, in denen man auf Gedeih und Verderb auf die Hilfe der Nachbarn sich verlassen muss. Ägypten hat gehungert nach Brot, im wahrsten Sinne des Wortes. Und radikale Islamisten sind weltweit hervorragend vernetzt. Erhalten vermutlich Gelder aus dem Drogenhandel in Afghanistan, direkt von Al Ouaida. Auch aus Deutschland dürften über Umwege Gelder nach Ägypten an radikale Kräfte geflossen sein. Und nein, Mursi ist kein Demokrat, sonst würde er seine Mannen zurück pfeifen lassen. Im Gegenteil, es wird gehetzt, wird eine Extremistengruppe gegründet, die sich Ansar al-Scharia nennt, den Sturz Mursis als Kriegserklärung gegen den Islam bezeichnet. Der Wolf hat den Schafspelz endgültig abgestreift, jetzt wird klar, wohin das Land unter Mursi geführt werden sollte, in einen zweiten Iran nämlich. Es wird auch klar, muss der Welt klar sein, wohin die Türkei unter Erdogan strebt, dessen Stellvertreter Juden bezichtigt, die Unruhen herbeigeführt zu haben.

Wie aber stellt man es an, Wahlen zu kaufen? Nun jemandem wie Mursi dürfte das nicht schwer fallen. Wer hungert, der verkauft schon einmal gerne seine Stimme an einen Vertreter, wenn es gilt, dass man dafür vielleicht die Familie über die Runden bringt, wenn man gar eine Beschäftigung, einen Posten erhält. Und wer dann in einem solchen Land einer Minderheit angehört, gar in seiner Nachbarschaft von Andersgläubigen umzingelt ist, der wird es kaum wagen, seine Stimme dem falschen Kandidaten zu überlassen, muss er doch eventuell um sein Leben fürchten. Dann, wenn das geschieht, dann wird die Wahl zur Farce, obwohl man meint, sie sei demokratisch gewesen.

Hinzu kommt, dass Ägypten, sollte es Mursi erneut in die Finger fallen, zur absoluten Bedrohung auch für Israel werden würde, denn sie ist ja nun gefallen, die islamistische Maske. Und unter der jetzigen Entwicklung betrachtet, muss es oberste Aufgabe des Militärs sein, schnell für Neuwahlen zu sorgen, schnell eine Verfassung zu erarbeiten, die auch beinhaltet, dass man Parteien verbietet, wenn sie eigentlich radikale Terrororganisationen sind oder diese unterstützen.

Der Spiegel schreibt dazu in einem Artikel:

In einem Online-Forum für Dschihadisten kündigten sie an, zur Not auch Gewalt einzusetzen, um Ägypten unter die Herrschaft des Islam zu stellen. Dies berichtet die auf die Beobachtung fundamentalistische Internetseiten spezialisierte Organisation Site. Danach habe „Ansar al-Scharia“ angekündigt, sich zu bewaffnen und das Training seiner Mitglieder zu starten. Dem Internet-Pamphlet nach sieht sich die Organisation bereits im Krieg: Die Armee habe ihn erklärt, gegen „den Islam in Ägypten“.

Wohin der Weg unter Mursi gehen soll, unter seiner Anhängerschaft, das ist jetzt glasklar, spätestens nach dem gezielten Mord an einem koptischen Geistlichen in Al-Arisch auf dem Sinai, und von dort ist es nur ein Katzensprung bis nach Israel …

©denise-a. langner-urso

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