Billig, billiger, am billigsten-Wie man eine Gesellschaft ruiniert

Praktiker beweist gerade, wie man es selbst schafft, sein Unternehmen zu ruinieren und dabei Arbeitsplätze zu vernichten, und eigentlich hat Bergengruen auch nichts anderes getan. In Deutschland gehen anscheinend nur noch Dumpinglohn und Dumpingpreis. Ob dabei die Qualität leidet, die Arbeitnehmer, all das scheint überhaupt keine Rolle mehr zu spielen.

Aber nicht nur das Beispiel Karstadt und Praktiker zeugen von unserem Wahnsinn, nein auch in ganz anderen Branchen spielen sich Preisbrecherkriege ab, dass es kracht. Aldi sei hier genannt, wo man auf dem Rücken der Mitarbeiter versucht am Markt zu bestehen. Wenn sich die Preisschraube nicht mehr drehen lässt, weil eben Produktion gar nicht mehr billiger zu haben ist, als ohnehin, dann lässt man die Arbeitnehmer bluten, mobbt sie aus ihrem Job, sammelt auf perfide Weise Abmahnungen auf Vorrat, um sie, so sie denn altersbedingt mehr kosten, zur Kündigung zu zwingen, ihnen kurz vor dem Ruhestand zu zeigen, was sie dem Unternehmen wert sind, nichts. Kosten will man nicht, es zählt nur noch der Gewinn.

©Gerd Altmann  / pixelio.de

©Gerd Altmann / pixelio.de

In Vielen Branchen sehen wir, wie solch radikale Marktwirtschaft auf Kosten von Arbeitsplätzen funktioniert, und oft sind es wir alle, die das auch noch finanzieren, den eigenen Stellenabbau subventionieren, immer dann, wenn Steuergelder angeblich zu deren Rettung verwendet werden und doch nur die reich machen, die dafür mit Reichtum belohnt werden, die ihre eigenen Steuern verschleiern, in Steuerparadiesen ihr Kapital so anlegen, dass der Staat dadurch geschädigt wird.
Am Ende ist dann oft nichts mehr da, und doch, diese Unternehmer, sie sind dennoch reicher als es jeder von uns im Arbeitsleben werden kann, einfach, weil man irgendwelche Dinge an Erben überträgt, an Ehefrauen ect. Die Wege dafür sind vielfältig.

Es geschieht allerdings nicht nur in der Lebensmittelbranche, es passiert ebenso am Strommarkt. Ständig gibt es immer neue Anbieter, und wir wechseln stets zum günstigsten, der gerade am Markt ist. Der wohl bekannteste Anbieter war Yellow- Strom, ein Unternehmen, das bis heute überlebt, und fast jedem ist dieser Name ein Begriff, steht er doch immer noch für günstige Yello Gaspreise und Strom. Viele andere aber rauschen schneller ins Verderben, als ein Wechsel möglich ist, und die Kunden landen umgehend dort, wovor sie geflüchtet sind, nämlich bei den ganz großen, deren Preise oft maßlos überzogen sind, weil wir ihnen, wie sie es sich selbst ins EEG geschrieben haben, den Atomausstieg finanzieren müssen.

Und kann es denn sein, dass es ja oft Frauen sind, die dadurch in die Altersarmut rutschen? Zuerst erziehen sie Kinder, kehren dann zu Aldi und Co in das Berufsleben zurück, nur, damit man sie dann um die letzten Erwerbsjahre vor der Rente betrügt? Was ist das eigentlich für eine Gesellschaft, die so etwas mit sich passieren lässt?

©denise-a. langner-urso

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