Breitbart, Schmalbart? – Nix-Bart!

 

Derzeit gibt es eine tiefe Spaltung unter Lesern, jene, die auf Breitbart stehen und jene, die sich lieber Schmalbart verschreiben. Und wo ist die goldene Mitte? Denn beides sind ja zwei Seiten einer Medaille. In der Mitte liest die schweigende Mehrheit, lesen die, die aus beidem Schlüsse ziehen wollen, und die, die sind leise, sie beschuldigen nicht A oder B Falschmeldungen zu verbreiten, und wenn derzeit Schmalbart meint, es müsse sich gegen Breitbart machen, dann ist das auch schon wieder Meinungsmache, abwertend, beschuldigend. Genau das aber ist es, was stört, dass ständig jemand um die Ecke rennt, der meint er habe die Wahrheit alleine gepachtet, weshalb er sich überhöht, als besser empfindet, glaubt, sich gegen irgendetwas stellen zu müssen. Ich bin besser, ich gut, du böse, ich weiß, du schwarz. Warum muss ununterbrochen jemand so ein Schema bedienen? Es gibt doch auch noch das Dazwischen- wir befinden uns doch in einer bunten Welt voller Vielfalt. Es geht doch nicht um Tauziehen oder darum, wie man was zusammenquetscht, was unterschiedlicher kaum sein kann.

Und wieder hat die Gesellschaft etwas mehr, was spaltet, und mit Neutralität vermitteln, hat so ein Projekt dann schon zu Beginn nichts mehr zu tun, es sei denn, man kommt ohne riesiges Geschrei daher, rühert nicht die Werbetrommel, lässt den Dingen freien Lauf und sie sich entwickeln.

Wie viel denn davon noch?

Und solche Portale gibt es ohnehin viele. Watchblog, Medienwatch, Journalistenwatch, bis zu Lobbycontrol und Co. Und genau da liegt doch der Knackpunkt, jeder meint derweil jeden wegen irgendetwas überwachen zu müssen, wobei gewisse Portale natürlich mit unschönen Nebenerscheinungen von Demokratie und Marktwirtschaft aufräumen, zumindest, wenn Aufdeckung von Fehlverhalten tatsächlich zur Hinterfragung bis zur Strafverfolgung von Korruption und Co beitragen. Angefangen hat dies alles irgendwie mit der Stiftung Warentest, wobei, wenn man dort einmal genau schaut, ist das hin und wieder auch nicht das Gelbe vom Ei, was da so empfohlen wird, besonders fällt das auf, wenn man daran denkt, wie viel sehr teure Stromanbieter dort empfohlen werden. Schon gut, ich bin ja schon ruhig …

Neutrlität wäre im Medienbereich mal etwas Neues …

Gegenteile spalten immer irgendwie, denn damit wird ja auch ein Generalverdacht gegen andere hergestellt, und mir fehlt zwischen Breitbart und Schmalbart etwas Entscheidendes, und das nannte sich früher Neutralität. Wo aber findet man wirkliche Neutralität? Und wie könnte wirkliche Neutralität aussehen. Ich habe darüber lange nachgedacht, und neutral ist eigentlich nur eine Meldung, die ohne jedwede Nennung auskommt, wer mehr erfahren will, der muss dann eben auf heute verfügbare Medien zugreifen. Neutal wäre eine Unfallmeldung, die tatsächlich nur beeinhaltet, was wann wo passierte. Schon die Erwähnung, dass es sich bei einem Unfall um einen Autounfall handelt, wäre dann nicht mehr mit Neutralität verbunden, denn bereits die Erwähnung, dass ein massives Fahrzeug involviert war, erweckt ja schon Vorbehalte und Gefühle. Es kam also an Stelle x um y Uhrzeit zu einem Unfall. Punkt, kein Bild, keine weitere Information, wie bei einem Nachrichtenticker. Nicht mehr, nicht weniger.

Die Frage ist doch, wer fragt dann nicht sofort nach, wer will dann nicht der sein, der Klicks zum Überleben und mit steigender Klickzahl auch Werbeeinnahmen generieren will, die ihm das Überleben garantieren? Wer würde solchen irgendwie der dpa ähnlichen Ticker unbezahlt herstellen, anbieten und quasi ehrenamtlich arbeiten wollen, weil dazu auch jeder Verzicht auf Werbung gehören müsste, und welcher Leser wäre so asketisch, dass ihm die Überbringung so gearteter News genügte, dieses eiskalte Minimum, die blanke emotionslose Botschaft? Das würde vermutlich niemandem genügen, die Menschen wollen genauer informiert sein, sich eine Meinung bilden können, ohne dabei allzu sehr beeinflusst zu werden.

Ich bild dir deine Meinung, denn meine Meinung ist richtig!?

Wie aber geht das, diese Meinungsbildung, wenn doch viel mehr Neutralität notwendig wäre, in Zeiten, in denen jeder sofort alles so genau wie möglich wissen will? Ich denke, das geht nur, wenn Nachrichten so neutral wie möglich gehalten werden, weil keine Emotionen auslösenden Bilder oder gar Filme vorhanden wären. Hinzu käme dann, dass es überhaupt keine Kommentar dazu geben dürfte, denn schon ein Kommentar beinhaltet immer Meinung, kann davon gar nicht frei sein. Auch dürften solche Nachrichten nicht über die heutigen Gebühren finanziert sein, allenfalls über Kleinstspenden ginge das, um jedem Vorwurf zuvorkommen zu können, irgendein Großspender könnte Einfluss auf die Berichterstattung nehmen oder genommen haben, und das ist ja oft der Vorwurf, dem sich heutige Medien ausgesetzt sehen, wobei der Vorwurf mit Zunahme von Politikern und Wirtschaftsbeteiligten in der Aufsicht ja radikal steigt. Und ja, wenn unsere Medienlandschaft, an der ja ebenfalls gezweifelt wird, sich mit Breitbart auseinandersetzt, dann schaut das auch nach Voreingenommenheit aus, zumal dann, wenn sie auf der anderen Seite Schmalbart lebend erwähnen. Neutralität geht anders. Überhaupt habe ich mit sämtlichen Medien ein Problem, sie wollen ja besonders modern sein und somit inkludieren sie eigene Blogs, auf denen, zuzüglich zum Hauptmedium, erneut jene Beiträge verfassen, die auch ansonsten dort auf den Hauptseiten Beiträge oder Kommentare publizieren. Auch das zeugt nicht gerade von Neutralität.

Weltfremd, weil Neulandverweigerer

Und ich frage mich auch, warum trauen Medien ihren Lesern so wenig Vernunft zu, nicht das Spagat zwischen Alt-Medium und Neu-Medium schaffen zu können? Warum traut die eigene Regierung ihren Wählern so wenig? Jetzt wird nach Strafen für die Verbreitung von Fake-News gerufen, wobei jeder weiß, dann, wenn es tatsächlich um Recht ginge, müsste man den, der diese Nachricht verfasst hat haftbar machen, was meist nicht geht, weil der immer öfter im Ausland sitzt. Ich habe ja schon die Krise bekommen, weil der, der Links setzt, dafür haftbar gemacht werden kann, wenn der Verlinkte etwas auf seiner Seite gepostet hat, das das Urheberrecht irgendeines Dritten verletzt. Ja geht‘s noch? Das ist doch völlig weltfremd! Von Juristen, die in diesem Bereich Recht sprechen sollen oder wollen, erwarte ich verpflichtende mehrmonatige Fortbildung im Onlinebereich, bei einer Redaktion oder anderswo.

Man stelle sich dort einen Artikel vor, der leicht, nur leicht abgeändert wurde, und der der auf solche Seite den Link setzt soll dann für eventuell veränderten Text, der ja jetzt eine Urheberverletzung darstellt, haften? Ich wüsste gerne, wie das Gericht begründen will, dass eine Hausfrau, die einen Blog im Bereich Kochen oder Co hat, wissen soll, dass die Beschreibung, den Artikel eines anderen Blogs verlinkt, wissen soll, dass diese den Text eventuell verändert hat? Wie weltfremd und entfernt von jedweder Realität, wie tatsächlich ungebildet im Umgang, wie unwissend dürfen Richter in so einem Bereich eigentlich sein?

Erwachsene hatten oder haben schon Eltern …

Und Prägung und Erziehung erfolgen in einem sehr frühen Kindheitsstadion, nicht erst, wenn der Mensch über 18 Jahre alt ist, dann ist er dazu verdammt, sich selber zu bilden, wenn es ihm beliebt oder er durch drohenden Arbeitsplatzverlust dazu gezwungen ist. Und doch heißt es in vielen Bereichen nicht umsonst: Was Hänschen nicht lernt … . Fremdsprachen erlernt man in jungen Jahren auch besser, als wenn man älter ist. Und je älter der Mensch wird, umso mehr gehört dazu Selbstdisziplin und Durchhaltewille, und das dazu noch in Zeiten, in denen viele Menschen mehr als einen Job haben und das auch noch mit einem eventuellen Familienleben vereinbaren müssen. Und Vorurteile abzubauen, wenn diese in der Kindheit gelegt wurden, das dürfte noch einmal schwerer sein, wenn Menschen eigentlich alles haben und gar nicht wissen, was ihnen eigentlich fehlt, wenn sie nur ein Gefühl haben, es könnte der Nachbar mehr als man selber haben, in Zeiten, in denen ständig ein Akteur von Lebensqualitätsverlust und drohender Altersarmut schreit oder schreibt.

Und könnte es nicht tatsächlich so sein, dass erwachsene Menschen, die man ununterbrochen zu erziehen versucht, denen man irgendwo ständig unfähig und -selbständigkeit, gar Unwissenheit nachsagt, derweil man ständig Panik vor irgendetwas, das in der Zukunft liegt spricht, irgendwann an einen Punkt gelangen, wo sie ganz einfach auf stur schalten und genau das Gegenteil dessen tun, was sie ohne all das täten, sich darauf verlegen, auf Biegen und Brechen so lange wie möglich so zu leben, dass ihnen all das nicht droht?

Das nämlich könnten dann jene sein, die einfach aus Wut und Dollerei Parteien ihre Stimme geben, die ihnen nicht ständig vorschreiben, was sie zu tun, wie sie zu reden, wie sie sich zu verhalten haben, auf dass ihnen das was andere ihnen jeden Tag zum Frühstück, Mittagessen und Abendbrot erzählen, nicht droht? Denen dadurch völlig egal wird, wer im Nachhinein was macht, Hauptsache er gehört nicht zu den üblich Verdächtigen Akteuren, nicht zu den immer gleichen Gesichtern, und vielleicht ist ja eine andere Wahl einen Versuch wert, damit endlich das Gelaber aufhört, dass sie nicht mehr hören können, weil auf all das Geschwafel kein Handeln erfolgt?

Ich will Nix-Bart

So, egal, es gibt also jetzt die Schmalbärte, und ich warte händeringend auf das Neutralportal der Nix-Bärte. Und ich sage ganz ehrlich, kein Journalist oder Medium hat das Recht sich selbst dermaßen überhöhend und arrogant zu verhalten, damit zu unterstellen, es oder man habe ausgerechnet dort die Weisheit mit Löffeln gefressen. Viel darüber zu reden, viele Berichte zu erhalten, ständig geteilt zu werden mag ja die Seite am Ende versilbern, Schweigen wäre aber besser und ist speziell in so einem Fall mehr wert als Gold, weil es nicht spalten würde. Ich als Leser erwarte eben, das weder Bild an mich die Aussage richtet: Bild dir deine Meinung, noch irgendein anderes Medium. Das kann ich als Leser noch immer gut selber. Und ich habe Freude daran, das Körnchen Wahrheit im Klumpen von Unwahrheit selber zu finden, das sicher irgendwo vorhanden ist, irgendwo seinen Ursprung gehabt haben muss, und hinzu kommt, ich kann abwarten, muss nicht alles so heiß essen, wie es auf den Tisch kommt. A meldet mir etwas? Wo bleibt der Rest, wie stellt B dar, was bietet C. Die Gelassenheit erwarte ich mindestens von Medien, wenn sie es schon aus Kostengründen nicht mehr angehen wollen, ihre eigenen Mannen um den Globus zu senden, und weil nur der sich an die Spitze setzt, der die meisten Klicks und diese so früh wie möglich erhält. Da kann auf Dauer die Qualität nur leiden. …

©denise-a. langner-urso

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