Das Leben ist wie eine Miniserie – Schule, Uni, Minijob …

Teil 1 Versprechen und Realität

Heute muss man alles zur Miniserie verwursten, sonst scheint sich niemand mehr konzentrieren zu können. Miniserien sind modern, plätschern vor sich hin, selbst wenn da ein Teil verpasst wird, dann ist es egal, sie sind so billig und gleich, so austauschbar und durchsichtig, ihre Darsteller beliebig austauschbar. Wenn sie plötzlich nicht mehr ausgestrahlt werden, dann merkt man das oft nicht einmal, es gibt nur wenige tragende Rollen. Und allenfalls, wenn der Austausch einen Hauptdarsteller trifft, dann fließen Tränen. Miniserien funktionieren auch richtig nur über einen bestimmten Zeitraum, dann werden sie langweilig, dann hocken davor ein paar ergraute Altfans und die bemerken plötzlich wie alt sie geworden sind.

Diese Miniserien sind ein Abklatsch unseres Lebens, deshalb hier unsere Miniserie, die nur aus wenigen Teilen besteht, Abitur, Studium und Arbeitsmarkt, die aber doch gut zeigt, wohin sich die Gesellschaft, das Leben der Menschen, entwickelt hat.

Kommen wir also zum Abitur, da sieht das Leben so aus, als stünden einem alle Türen offen, was allerdings nur für die Wenigsten wirklich stimmt, aber da hat die Werbung gute Dienste geleistet und die Politik ist gut darin, der Wirtschaft ihre zukünftigen Arbeitnehmer so liefern, ja, das ist genau das richtige Wort, wie diese sie braucht.

Zum Abitur hat man den Eindruck, die Welt steht einem offen, wenn man dieses so gut wie möglich und oft auch so früh wie möglich macht, mit Bestnoten. Was nicht gesagt wird ist, dafür braucht man auch das passende Bildungssystem, und das ist definitiv nicht mehr vorhanden. Und wer gerne studiert hätte, den holt nicht selten die bittere Realität ein, dem bleibt, wenn er nicht sofort durchstarten kann, oft nur der Weg neben dem Arbeitsalltag über ein Fernstudium sich seinen Traum doch noch zu erfüllen.

Spielt aber keine Rolle, Jugend interessiert sich eher selten für Politik und auch in den Familien und schon gar nicht in der Schule, wird darüber offen gesprochen. Was aber im Raum steht ist die Aussage, oft das falsche Versprechen: „Mache den bestmöglichen Abschluss, dann passt das schon“, wobei bekannt ist, nur die besten erhalten einen Studienplatz, und die sich heute öfter mit einem Numerus Clausus belegt als früher, und nicht, weil die Besten anlanden, sondern weil die Kapazitäten einfach nicht da sind, um jedem ein Studium anbieten zu können. Die Zahlen der Studenten nämlich, die explodieren, bei sinkender Geburtenrate. Interessiert aber auch kaum noch jemanden, diese Wahrheit. Hauptsache auf dem Papier steht irgendwo ein Universitätsabschluss, der aber auch in möglichst jungen Jahren bereits vorliegen sollte, samt Master, versteht sich.

Schon deshalb wird ein unglaublicher Druck aufgebaut, der die jungen Menschen fortan ihr Leben lang begleiten wird. Gesprochen wird darüber nicht und der Leistungsdruck ist unglaublich höher als früher, weil einfach nur mit allen konkurriert werden muss, weil alle ständig uniformere Schulen besuchen.

©denise-a. langner-urso

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