Die 2 Millionen Euro Umfragekasse der Kanzlerin Merkel

Soso, Frau Merkel hat also eine Portokasse für das Bundespresseamt, das damit rund 600 bislang unveröffentlichte Umfragen in Auftrag geben konnte. Interessant.

Nicht, dass ich es nicht legitim oder gar richtig fände, dass die Kanzlerin wissen will, was ihr Volk denkt, das bitte unterstelle mir niemand, doch wer zahlt, bekommt geliefert, was er hören will. Auf die Fragestellung kommt es an, und wer nicht liefert, was gerne gehört wird, der verliert seinen Auftraggeber. Was ich sagen will: Manipulation sind Tür und Tor geöffnet, was wir ja bereits von gewissen Fernsehanstalten und Portalen kennen.

Wer wirklich wissen will, was das Volk denkt, der begebe sich regelmäßig an die Stammtische der Republik, mische sich unter sein Volk, diskutiere mit diesem, wie sich das Vertreter von Parteien ja auch neuerdings im Bundestag wünschen.

Parteienvertreter mischen sich im Wahlkampf unter das Volk, bauen ihre glamourösen Infostände auf, aber wirklich ernsthafte Diskussionen, dazu kommt es zu selten. Man hat, so der Eindruck, Angst vor offener Kritik, echter Auseinandersetzung, was in so skurrilen Ereignissen wie Parteigängerbefragungen unter massiver Druckausübung nach massiver Bearbeitung der zahlenden Anhängerschaft führt, keinesfalls aber die wirkliche Meinung derer spiegeln dürfte, die die Parteien wählen, wählten oder wählen sollen.

Man will sich halt die eigene kleine Gartenzwergwelt schöner färben, als sie ist, denn ansonsten verliert man jedwede Bestätigung, und wer will schon Wahrheit wissen, die wehtut?

2 Millionen Euro? – Peanuts!?

Weshalb die Meldung eben völlig überflüssig ist, allenfalls Bestätigung für die Opposition und deren Wähler, für Nichtwähler allemal, warum man eben der Urne fernbleibt. Unionswähler aber dürfte so eine Summe kaum stören, sind doch wieder Neider am Werk, die der Union und Merkel das Regieren nicht gönnen, die doch alleine der so unendlich wichtigen Wirtschaft dient, was den laden am Laufen hält. Ich muss die einlaufenden Kommentare dazu nicht lesen, „Unionsbashing“ dürfte das Schlagwort sein …

Und ja, das, was das Bundespresseamt abfragen lässt, Meinung kann das gar nicht widerspiegeln, dann würde die Bundeskanzlerin mehr als einmal völlig anderen Kurs fahren. Hat sie jemals abfragen lassen, ob ihr Volk die Bevorzugung der Großkonzerne im Rahmen der Energiewende billigt? Vermutlich nicht. Hat sie sich jemals gefragt, was ihr Volk von einer Maut hält, sollte sie als neue Belastung sich erweisen? Sicher nicht. Hat Kanzlerin Merkel ein Interesse daran zu erfahren, was die Berliner von dem Irrsinn BER und den dortigen Akteuren halten? Kann kaum sein, sonst hätte man sich bewegt, was aber nie geschieht, zu keinem der Themen, auch zur Steuerpolitik nicht.

2 Millionen Euro Steuern verschwendet

Die Bundeskanzlerin also fragt ab und nutzt dieses Wissen für ihre Regierungsarbeit, was nicht weiter genannten Zeitgenossen, wobei es interessant wäre zu erfahren, wer genau das moniert, nicht passt. Nur, dass dabei eben nichts neues bei raus kommt, so genial können die Fragen, für die sich die Kanzlerin angeblich so brennend interessiert dann ja wohl kaum gewesen sein, denn existentielle Fragen scheinen ja überhaupt nicht gestellt zu werden.

Allenfalls, ob gewisse Wähler sich besseres Wetter wünschen, was die Bundesregierung ohnehin nicht beeinflussen könnte, scheinen doch zu interessieren, nicht aber Fragen zu Dingen, die den Bürger wirklich bedrücken, wie Sicherheit, Bildung, Infrastruktur.

Ein Interesse daran, wie es also den Volk geht, das scheint die Kanzlerin nicht zu haben, vorrangig liegt ihr Interesse im Machterhalt, und welche Koalition zu am wenigsten Murren beim Wahlvolk führt. Innenpolitik geht der Kanzlerin doch am Allerwertesten vorbei.

Was hingegen nicht geht, das ist die damit verbundene Steuerverschwendung, die mir am Arsch vorbei gehen würde, brächten die Umfragen deutlich spürbare Vorteile für mich als Wähler in meinem Leben, meinem Umfeld.

Machtpolitikern geht das Volk am Arsch vorbei

Nein, keinen Politiker, der regiert interessiert es, was seine Untertanen denken, auch Parteispitzen nicht, denn es sind Machtmenschen, die nicht umsonst dort agieren, wo sie sind. Das geht weder fair, noch ohne menschliche Verluste, dafür muss man skrupellos sein, oft „über Leichen“ gehen, Menschen weg ekeln, ihren Anspruch auf Teilhabe und Beteiligung abbügeln, demokratische Vorgänge unbemerkt im Ansatz unterbinden.

Wer wirklich wissen will, was das Volk denkt, wo dieses der Schuh drückt, was es über gewisse Dinge denkt, der ist mutiger, der befragt es in Volksabstimmungen, in Bürgerbefragungen, doch solange das nicht passiert, sehe ich kein Interesse daran überhaupt sich mit dem Pöbel und seinen Bedürfnissen auseinandersetzen zu wollen.

Vom schönen Schein und Avataren

Darum, lasst sie ruhig fragen, doch bezahlen sollte die Kanzlerin das was sie wissen will aus eigener Tasche oder sich wie erwähnt selber mit dem Wahlvolk in Diskussionen begeben, sich öffentlich und unvorbereitet befragen lassen, dort auch Fragen stellen. Eine ständige Befragung durch das Parlament, wie es Die Grünen fordern, ohne bequeme, genehmigte, ausgewählte Fragen, das wäre zumindest ein Anfang. Alleine, da zieht die Kanzlerin den Kopf ein und duckt sich weg …

Machtmenschen haben viel zu verlieren

Und da nicht einmal das möglich ist, wissen wir, was wir haben, Politik und Machtmenschen, die Angst haben vor offenen Fragen, offener Kritik, Wahrheit. Ein Übermaß an selbst verordneter politischer Korrektheit erstickt solche Forderungen ja schon im Kern, es könnte ja zu peinlichen Fragen und einer Ausdrucksweise wie am Stammtisch kommen, sich aus Ärger doch einmal ein anderes Gesicht zeigen, eine Maske fallen, eine Raute zur Faust werden. Was für ein Ärgernis in der Außenwirkung, wenn sichtbar würde dass Menschen statt programmierter Computerhirne am Werke sind, deren Schwachpunkte man kennt. Was für eine Bestätigung wäre es, fielen im Bundestag Masken, fiele jemand aus dem Rahmen, verlöre er die Contenance, spräche er politisch unkorrekt aus Rage, was für eine Enttäuschung für die eigene Klientel, welche Ernüchterung, ob sichtbar werdenden wahren Charakters.

Ja, genau das brauchen wir, Politik mit menschlichem Gesicht. Ja, die Grünen haben in diesem Falle wirklich Recht, solche offenen Fragestunden zu fordern, samt Anwesenheit und Befragung der Frau Merkel. Lieber gestern als heute! …

©denise-a. langner-urso

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