Die Grünen – Solche Wendehälse braucht niemand

Die Grünen köcheln im eigenen Saft vor sich hin und rotieren allenfalls um sich selbst. Ja, es ist schwer mediale Aufmerksamkeit zu erringen, wenn man sich der Regierungsverantwortung verweigert, weil man in einer bürgerfremden Realität schmort.

Der Parteitag der Grünen beweist aber eins, Verlogenheit bringt immer Aufmerksamkeit. Zu Recht fragen sich Internetteilnehmer, warum sie an einer Abstimmung über Kandidaten befragt werden, wenn das Ergebnis dann vom Tisch gefegt wird, als hätte es eine solche Möglichkeit nie gegeben, denn was es wohl gab, das war die Möglichkeit zu begeistern, Modernität zu leben, netzfähig zu sein. Die Chance wurde verpasst, weil man eben auch in dieser Partei die Möglichkeiten und das Netz überhaupt noch nicht begriffen hat.

Künstlerisch begabt ist sie trotzdem die Partei, zumindest wenn es darum geht, die Bundesregierung zu kritisieren, was deren angeblich falsche Europapolitik betrifft. Eine Partei, die bisher bereitwillig in jeden Krieg gezogen wäre, der seit Fischer im Raum stand, der steht es nicht zu, jetzt völlig verlogen zu krähen, man wolle ein friedliches Europa, man wolle keine Exporte von Panzerbooten nach Saudi-Arabien.

Die Abstimmungsergebnisse zu gewissen Waffendeals, die jeder halbwegs begabte interessierte Surfer im Internet zu finden vermag, sie sprechen eine ganz eigene Sprache und strafen jede jetzige Aussage Lügen. Aber es scheint ja immer öfter und quer durch so gut wie alle Parteien die regel zu sein, sein Fähnlein immer gerade in den Wind zu hängen, in dem man steht, sich wie ein Brummkreisel nach Umfrage und Wählermeinung drehen zu müssen. Die FDP hat es begonnen, die Kanzlerin perfektioniert. Genial.

Nur welcher Wähler soll solchen Parteien auch nur ein Wort glauben? Säßen die Grünen mit in der Regierung, die Sachlage wäre vermutlich eine ganz andere und man würde mit der CDU/CSU natürlich den Waffendeal über die Maßen loben und irgendeine merkwürdige ökologische, feministische, gendergerechte oder gar menschenrechtliche Begründung dafür aus Münchhausens Zauberhut zu ziehen wissen.

Die Grünen wollen eine andere Politik? Wie wäre es denn damit einmal zu fragen, warum die EU, warum die deutschen Parteien aus SPD, CDU und CSU nicht mehr Volksabstimmungen zulassen? Dazu kein Wort, denn dann wäre es schnell vorbei mit jenem Europa, von dem die Grünen nachts träumen, dann wäre es schnell vorbei mit der Energiewende und so weiter und so fort.

Die Partei braucht eine Erneuerung? Ich denke, die Partei sollte sich bei ihrer derzeitigen Politik eher fragen, wann ihr die letzten Befürworter wegen massiver Vergreisung, die mit Oberlehrerhaftigkeit von Eltern und überwindlichen internen Machtstrukturen für jüngere Mitglieder daherkommt, wegsterben. Damit hätte sie vorerst genug zu tun.

Und anschließend sollte sie sich damit befassen, ob es sich lohnt, sein Fähnchen ständig in jeden Wind zu drehen, der derzeit am populistischsten ist. Rückgrat jedenfalls hat in dieser Partei niemand mehr, und was das Wort Ideal bedeutet, auch das hat die Parteispitze längst vergessen.

©denise-a. langner-urso

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