Die Staatskrise bringt deutsche Hegemonie in Europa in Gefahr

Anmerkung der Redaktion:

Im Nachgang veröffentlichen wir einen Text, der uns eingereicht wurde, und wir veröffentlichen ihn, weil wir als unabhängiges Medium uns nicht vorwerfen lassen wollen, nicht allen im nun einmal von auch andersdenkenden Wählerinnen und Wählern neu zusammengesetzten Bundestag vertretenen Parteianhängern, keine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Wir veröffentlichen ihn, auch wenn er nicht mit unserer Meinung und Wortwahl übereinstimmt und obwohl er Passagen enthält, die wir mehr als kritisch sehen. Wir wollen das gerne auch in Zukunft so machen, sofern wir davon ausgehen, dass er sich gerade noch an der Grenze zur Strafbewährtheit bewegt, werden aber jeden weiteren eingereichten Text ebenso kennzeichnen, wie diesen. So eingereichten Text verlinken wir nicht selber, das überlassen wir dem, der ihn geschrieben hat. Diese Texte setzen wir in unsere Rubrik Stammtisch. Diese Texte setzen wir in unsere Rubrik Stammtisch und nehmen sie nicht im oberen Slider auf. Links in diesen Texten setzen wir generell auf no-follow.

Das Copyright für folgenden Text liegt nicht bei MenschenZeitung sondern beim anonymen Einreicher

 Noch vor zwei Monaten war Deutschland vor dem Hintergrund der Streiche Trumps, peinlichen Brexit-Verhandlungen und des Nordkorea-Konfliktes eine Oase der Stabilität. Zurzeit ist alles hierzulande unsicher wie nie zuvor.
Die Epoche der Ruhe ist vorbei. Das Scheitern der Jamaika-Koalition kann auch der erfolgreichen Epoche Merkels ein Ende bringen, weil die Stabilität, an die sich Deutsche während 12 Jahre schon gewöhnt haben, ins Leer gegangen ist. Nach dem katastrophalen für die Union Wahlergebnis ist es der Bundeskanzlerin misslungen, eine Gelegenheit wahrzunehmen und eine neue Regierung zu bilden. Nachdem Ex-AfD-Chefin Petry eine neue konservativ orientierte Partei angekündigt hatte, wurde Merkel politisch noch weniger geschützt. Ihre Schwäche wurde ja auch von den einander widersprechenden Aussagen ans Licht gezogen: Zuerst beabsichtigte Merkel bei einer Neuwahl wieder anzutreten, jetzt will sie davon nichts hören.
Die geplatzten Sondierungsverhandlungen, keine rosige Aussichten beim Thema Regierungsbildung, Neuwahlen und die ganze Vielfalt der deutschen Staatskrise tragen dazu bei, dass man immer mehr verunsichert und frustriert wird. Wie auch immer das Bundeskabinett letztendlich aussähe, steht die endgültige Regierungsbildung noch in weiter Ferne. Das heißt, dass die Zukunft Deutschlands in den kommenden Monaten weiterhin in der Schwebe bleibt. Es gibt immerhin ein Körnchen der Stabilität: In jeder Konstellation wird Merkel bestimmt ihre Kanzlerschaft fortsetzen, obwohl sie die frühere Beliebtheit nie wieder genießt. In gewisser Hinsicht könnte der Publizist Jakob Augstein Recht haben, als er Merkel mit Insekten verglichen hat, die sogar noch den Atomkrieg überleben.
Man kann die Besorgnis der EU-Partner sehr gut verstehen, da die deutsche Rolle so global und bedeutend ist, dass sich Merkel keine politische Krise erlauben darf. Dass die politische Unsicherheit die deutschen Finanzen und die Wirtschaft destabilisieren kann, ist halb so schlimm. Viel schlechter ist, dass wir unsere EU-Hegemonie wagen können. Solange sich ein Staat in Widersprüche verstickt, soll er keine Schlüsselrolle spielen. In Europa finden sich jene unbedingt ab, die Berlin bestenfalls darauf hinweisen und schlimmstenfalls auf noch unsere Leaderschaft Ansprüche erheben können.
So tecktonisch die Verschiebungen in deutscher politischer Landschaft auch sind, die Politiker bringen alles schließlich ins rechte Gleis. Die einzige Frage ist wie viel inzwischen versäumt wird.

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