Digitalisierung und Vernetzung – Wenn dein Auto dich verhaftet

 

Nein, es gibt Entwicklungen, die muss man nicht gut finden, denn was überwachungsmässig heute schon benutzt wird, was derzeit schon zur Verfügung steht, das ist wahrlich mehr als genug!

Ich verlinke hier einmal zwei Artikel aus dem Spiegel und führe sie zusammen, denn ansonsten versteht ja niemand, was ich sagen will. Und nein, mit Technikangst hat das nichts zu tun, denn Technik kann natürlich massive Vorteile bieten, wenn jedweder Missbrauch gesetzlich ausgeschlossen ist, wenn er von Beginn an strikt strafverfolgt wird, auch wenn es um Unternehmen geht, und das ist nirgendwo der Fall. Und speziell jetzt, wo immer weniger Menschen Technik selber prüfen können, da sollte man einen Gang zurückschalten.

Artikel eins beschreibt den Zustand in Dubai, wo ein Velotaxi erfolgreich einen Junfernflug absolviert hat, Artikel zwei befasst sich mit den Untersuchungen der Stiftung Warentest zu „Vernetzte Fahrzeuge“ und vielleicht füge ich zum besseren Verständnis doch lieber noch einen älteren Link hinzu, Thema: Unbemannte Polizeiwagen für Dubai,

um zu verdeutlichen, wie die Zukunft zumindest unserer Enkel aussehen soll, denn aufzuhalten dürfte all das ja nicht mehr sein.

Die Frage, die sich mir stellt ist: Wem dient das, wer will das?

Autoritäre Staaten, denen nützt es, wenn sie ihre Bürger total überwachen können, die freuen sich, wenn irgendwann ein Bürger, der sich nicht konform verhält, beim Einsteigen in sein Auto von diesem direkt in die nächste Folterkammer der Behörden gekarrt werden kann, weil man ja weiß, wo er sich aufhält, denn Handys hat so gut wie jeder, selbst im eigenen Haus kann man ihn demnächst festsetzen, wenn dieses entsprechend vernetzt ist. Dann greifst du irgendwann morgens in deinen Kühlschrank, der beißt zu, während du nach der Milch für dein vegetarisches Müsli greift, und die Behörden müssen dich nur noch einsammeln, nachdem du vorab vielleicht noch eine betäubende Injektion verpasst bekommen hast. Klingt lächerlich, sagst du? Nö.

Zuerst einmal, mein Auto kann mich nicht überwachen, es verfügt schlicht nicht über diese moderne Technik, und das ist auch gut so, und ich schwöre, ich werde alles, aber auch wirklich alles dafür tun, dass diese erfrischend unvernetzte Kiste noch so lange wie ich Autos fahren möchte, funktioniert. Mich in eine unbemannte Taxidrohne setzen? Seid ihr völlig bescheuert? Ich würde mich ja nicht einmal in einen Hubschrauber mit Piloten setzen. Ja, Millionen Bundesbürger fliegen in Urlaubsparadise, sollen sie machen, ich fliege schon lange nicht mehr gerne, und wenn ich es nicht irgendwann muss, werde ich es nicht tun. Mein Kontinent ist groß genug, noch kommt mein Auto hin, wo ich hin will. Und die Aufregung, wenn die erste Postdrohne ein Paket mit einer Bombe ausliefert, die will ich nicht sehen. Das wird nicht passieren? Vergesst es, es wird!

Wie wunderbar menschenfreundlich. NICHT!

Und überhaupt, ich schäme mich, wenn ausgerechnet deutsche Unternehmen für und in Dubai, diesem menschenverachtenden Regime, solche Technik liefern, entwickeln, testen. Aber, verstehe natürlich auch, nichts ist zu böse, und das hat man im Dritten Reich ja speziell in deutschen Unternehmen gesehen, als dass man daran offensichtlich nicht verdienen kann. Pfui Teufel sage ich. Für solche Technik gehören Lieferverbote her, für das kleinste Ersatzteil! Und Zusammenarbeit, wenn da massiv Menschenrechte gebrochen werden, wenn man damit demokratische Entwicklung von Anbeginn verhindern kann? Geht es eigentlich noch perverser? Ja, wenn dein Auto dich irgendwann morgens zur Versicherung karrt, und du dort eventuell eine Strafrunde Sport unter Aufsicht und vor der Arbeit wirst absolvieren müssen, weil du 1g Butter zu viel auf die Stulle geschmiert hast.

Wirtschaft, Wachstum, Arbeitsplätze über alles?

Nein, mir kommt solche Technik nicht ins Haus, ich unterstütze solche Konzerne doch nicht noch mit meinem Geld! Mercedes, VW, Unternehmen, die derartige Überwachung liefern und einbauen, an wen auch immer, vergesst sie! Und wie wir ja derzeit täglich sehen, weiß man nie, welcher Staat sich demnächst in welche abartige Richtung entwickelt. Es gibt Leute, denen das egal ist? Mir nicht! Ich scheiße auf Arbeitsplätze, wenn ich nur ansatzweise erahne, wie meine Enkel irgendwann vielleicht von deren Entwicklung selber betroffen sein könnten! Und nein, mir kommt nichts ins Haus, was sich vernetzen lässt, schon bei Bildschirmen weiß man ja nie, welche Technik tatsächlich in ihnen steckt. Und ich hoffe und bete, dass mein uralt Zeug ewig hält!

Allerdings macht es mir auch Angst, wie unsere Jugend mit neuer Technik umgeht, ohne zu hinterfragen, was in ihr, was dahinter steckt. Und sagt jetzt nur nicht, gewisse Dinge könnten bei uns nicht passieren. Sie können, wie die Bundestagswahl gezeigt hat! Und ich erwarte von einer neuen Bundesregierung, dass sie sich dem, was diese Technik kann, mit aller Kraft entgegenstellt, besonders die FDP! Irgendwann und an irgendeinem Punkt muss auch der Wirtschaft mal der Hammer gezeigt werden, und wo Grenzen sind, spätestens dann, wenn sie menschenverachtende Technik produziert, und Datensammlungen und Software und alles was in dem Bereich zum Handel gehört, gehören dazu! Kein Arbeitsplatz hat mehr wert zu sein, als Demokratie und Menschenrechte hier oder anderswo.

Ganz ehrlich, es reicht! Denkt endlich über die Folgen nach, statt über das Wachstum eurer Börsenanteile solcher Unternehmen. Ich stelle mir Entwicklung aus unseren Unternehmen ethisch vor: F1 team uses racing car technology to keep newborns safe in ambulances. Das macht Sinn, rettet Leben, tötet nicht. So und nicht anders. Basta …

©denise-a. langner-urso

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