Europa – Die Grünen begreifen endlich Angela Merkel

Und sind erschüttert. Guten Morgen! Na, auch schon aufgewacht? Das wurde aber auch mal Zeit.

Da sagt die Bundeskanzlerin einmal die Wahrheit, über die sich Europakritiker ständig aufregen, und Die Grünen hüpfen aus dem Mustopf, indem sie die letzten beiden Jahrzehnte gepennt haben.

Willkommen in der Realität, liebe Grüne. Na, auch schon ausgeschlafen? Und jetzt plötzlich werft ihr Frau Merkel Rechtspopulismus vor? Beleidigt, weil ihr nicht mitregieren dürft?

Das Europa, das Merkel prägt, das ist sehr wohl sozialtouristisch geprägt, allerdings so, wie es Europakritikern eben nicht gefällt, nur kommt dieser Sozialtourismus eben nicht den Bürgern sondern Banken und der Wirtschaft zugute.

Das Geld der Steuerzahler fließt doch sehr sozial überall dorthin, wo Banken gerettet werden müssen, und wer das nicht erkennt, der hat das, was der Bundeskanzlerin an Europa so sehr am Herzen liegt einfach nicht verstanden. Und wenn also jetzt Frau Merkel dazu die Wahrheit sagt, dass eben Europa nicht zuerst den Menschen zu dienen hat, dann regen Die Grünen sich künstlich auf. Unglaublich!

Angela Merkel ist allenfalls eins, ehrlich, und das wird ihr jetzt verübelt. Die Eurokritiker, die ja auch Die Grünen stets in die rechte Ecke schieben, die haben das allerdings schon längst erkannt. Aber das ist ja Rechtspopulismus. Eben nicht! Ich will kein Europa, das an jeder Ecke wie in Frankfurt ausschaut, das mit Tomatengewächshäusern zugepflastert ist, wobei die Frucht nur noch nach Wasser schmeckt und nicht den Geschmack hat, den eine Tomate hat.

Ich brauche im Winter keine Billigtomaten, wie ich am Strand irgendwo in Griechenland keine Bratwurst essen will. Dann kann ich nämlich auch daheim bleiben, tut mir Leid. Palmen an der Ostsee im Kübel und Mallorca liegt nur ein paar Kilometer entfernt.

Von der EU erwarte ich, dass sie vor Glühbirnen bezahlbaren Stron garantiert, der Bundesregierung ins Handwerk pfuscht. Was bei Telefongebühren nötig ist, das hat umso mehr für die Stromanbieter zu gelten.

Kommt hinzu, dass ich mit in Italien, Griechenland oder Spanien nachts nicht auf Bürgersteigen schlafende Arbeitslose und Migranten, die sich dürftig mit Zeitungen zudecken antun muss, denn genau das hat Angela Merkels Politik doch bewusst in Kauf genommen, gewollt, ein Arbeitslosenheer bestehend aus einer ganzen Generation, das ist Europa heute. Ich erwarte, dass junge Menschen jeden Job überall ausüben können, dass nicht in jedem Staat andere Ausbildungen herrschen. Nur das ist ja noch nicht einmal innerhalb der Bundesrepublik nötig.

Und ich erwarte, dass Migranten umgehend geprüft werden und arbeiten dürfen, das wäre sozial. Und ich erwarte, dass jeder in die gängigen Rentenkassen einzuzahlen hat, dass jeder eine bezahlbare Grundversicherung im Krankheitsfall hat, die alles abdeckt außer Goldzähne und Einzelzimmer. Keine Bevorzugung für niemanden. Und ich erwarte, dass dieser Standard europaweit gilt, dass gewohnt, gelebt, gearbeitet werden kann, wo immer man will, innerhalb kürzester Zeit, schrankenlos, bei gleichem Ausbildungsstandard, dass man seine Rente zur gleichen Zeit erhält, gleichen Lohn überall in der EU für den gleichen Job. Und wenn es den Menschen so geht, dann sehen sie Zuwanderung auch ohne Probleme. Punkt. Ändert all das, vor jeder Erweiterung, dann stimmen auch mehr Menschen für Europa.


Das ist nicht das Europa, das die Urväter planten!

Stimmt, Angela Merkel will keinen Sozialtourismus, schön, dass den Grünen endlich klar wird, was Angela Merkel für ein Europa will, ein Tourismusgebiet für Bankenrettungen in dem das Kapital sich selbst befriedigt und nicht den Menschen dient, nicht den Wohlstand jener fördert, die auf Pappkartons schlafen, derweil in irgendeinem Frankfurter Bankenturm die Chefs der Großbanken Champagner saufen und sich fetteste Boni genehmigen.

Willkommen im Europa-Reich von Merkel, Schulz und Co, liebe Grüne! Man muss nur genau hinhören, dann weiß man um die Ehrlichkeit der CDU und SPD, was diese für ein Europa wollen, wem der Euro zu dienen hat. Und die Menschen, die kommen auf der Wunschliste aller Kandidaten wenn überhaupt, dann allenfalls ganz zum Schluß vor.

Danke für die Ehrlichkeit, liebe Frau Merkel, aber so ein Europa will ich nicht, und so wie es sich die Grünen von Berlin vorstellen, wo Migranten einen ganzen Bezirk in Geiselhaft zu nehmen sich erlaubten, ganz sicher auch nicht. Ich will ein Europa, in dem es allen Menschen so gut geht, dass sie in ihrer Heimat ihren Lebensmittelpunkt behalten können, weil sie ihn sich leisten können, weil sie ein Auskommen mit ihrem Einkommen, ein Dach über dem Kopf und genug zu Essen haben.

Und erst wenn das nicht funktioniert, dann möchte ich denen, die wirklich soziale Unterstützung brauchen, helfen, was aber absolut nicht Regel sondern Ausnahme zu sein hat, jedenfalls in meinem Europa, in einem Europa, an das ich glauben und für dessen Fortbestand ich kämpfen könnte. So ein Europa wie derzeit aber will ich, nicht eines, das innereuropäische Armutsflüchtlinge produziert. Und wenn das Rechtspopulismus sein soll, dann weiß ich auch nicht weiter, dann bin ich eben Rechtspopulistin.

©denise-a. langner-urso

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