Glyphosatzustimmung – Oder wenn ein 6% Minister meint, er vertrete Deutschland

 

Genau, großes Kino, so viel Popcorn kannste gar nicht bezahlen! Das ist fast so, wie wenn 13% meinen, sie seien das Volk. Es ist nicht auszuhalten, dass ein Minister so agieren kann, und wenn die derzeitige Lage Deutschlands, wo es ja nur geschäftsführende Vertreter gibt, dazu führt, dann wäre es jenem Herrn sicher auch angenehm, wenn Frau Nahles und Frau Hendriks sich mit der SPD Spitze vielleicht schnell noch einen Weg einfallen lassen, um den Mindestlohn auf 12 Euro anzuheben, wenn man vielleicht schnell eine Bürgerversicherung einführt und wenn man dazu noch nebenbei eine Solidarrente ins Leben ruft.

Gleiches Recht für alle, notfalls Auge um Auge und Zahn um Zahn, mit einem C im Namen und so einigen Kirchgängern in den Unionsparteien weiß man sicher was gemeint wäre.

Derweil verrennt sich und endet jede mit Unionspolitikern besetzte Talkrunde, egal zu welchem Thema angesetzt, in Migrations- und menschenfeindlicher, abweisender Politik. Es ist nicht auszuhalten, was hier gerade so abgeht.

Und die Kanzlerin weiß ohnehin nicht, was sie will, ihr scheint all das egal, da kommt kein Zwischenruf, Hauptsache, sie kann im Amt bleiben. Dass sich da die SPD überhaupt noch herablässt, bei solchen Zuständen zu reden, das sollte man ihr mehr als hoch anrechnen, und ja, nach dem Ding des CSU Ministers, gehört tatsächlich diese Partei abgewatscht auf die Oppositionsbank.

Mehr Lobbyismus geht nicht, und ja, man wüsste tatsächlich gerne, wie viel sie dafür an Spenden, stark gesplittet und auf verschiedene Spender verteilt, kassiert haben mag, von Bauern und dem Konzern, der einfach nur eins will, seinen Dreck weiter auf Äcker und Lebensmittel zu versprühen, scheiß auf die Gesundheit von Mensch und Tier.

Und derweil ist man froh, dass jamaika gescheitert ist, denn wie unsozial derweil dieses land geworden ist, wie es verändert wird, wenn FDP und CDU gemeinsam regieren, das sieht man am Sozialticket in NRW, das sieht man allerdings auch, wenn irgendwo ein Rentner sich nicht mehr auf einer Bank ausruhen darf, wenn man anschließend überheblich sagt, ok, war ein Versehen, alkoholisierte Obdachlose gingen aber gar nicht, wobei das die schwächste Gruppe dieser Gesellschaft ist und Alkohol im Zusammenhang mit Gesundheitsfragen längst als Krankheit anerkannt ist.

Wohin und wie mies hat sich dieses Land nur entwickelt? Jamaika wäre der Supergau gewesen, zumindest, wenn es nach der FDP gegangen wäre, da kann die Partei noch so knallbunte Aussagen zu dem was sie für sozial hält posten, und was auf den ersten Blick ja nett aussehen mag, wie sie will, sie vertritt nur eine Klientel, Superreiche, die auf Sozialtickets, solidarische Rente und eine bezahlbare Krankenversicherung nicht angewiesen sind, und die notfalls ihre Kinder auf Privatschulen schicken. Eine Rückkehr in die normale Krankenversicherung oder ein Wechsel in diese hat jedem zu jeder Zeit offen zustehen, ich kann ja auch immer von der Teilkasko zur Vollkasko und umgekehrt wechseln, wenn es ums Auto geht, und niemand käme auf die Idee zu sagen, „Biste selber Schuld, wolltest ja was Besseres, hast eben die Arschkarte“. Den Aufschrei würde keiner überhören, wenn das in diesem Bereich nur angedacht wäre! Wobei, der FDP und ihren Anhängern wäre das wohl auch am liebsten, und Versicherungen sicher auch.

Zuzüglich spurtet derweil ein gewisser Jens Spahn durch alle Talkshows und meint sehr genau zu wissen, dass außer der Frage der Migration die Bevölkerung an nichts anderem ein Interesse hätte, wenn es um Politik geht. Geht‘s noch?

Hat der Mann den Schuß noch immer nicht gehört, nicht verstanden, dass es um soziale Fragen geht, dass genau daraus die AFD ihren Zulauf erhält, weil eben zu wenig sozialer Wohnungsbau möglich, zu wenige Sozialwohnungen vorhanden sind, weil eben die Menschen Angst vor Altersarmut haben, weil Menschen mit mehreren Jobs kaum über die Runden kommen, weil eben Rentner ihre mickrigen Renten auch noch versteuern müssen und sie kaum hinzu verdienen dürfen, weil man es ihnen sonst streicht?

Ich weiß ja nicht, wo dieser Herr Spahn so lebt, aber sicher nicht unter normal-sterblichen Mitmenschen, sonst wüsste er vielleicht, wie es denen geht, über die er meint, sie würde nur die Migration interessieren. Ich denke ja, eine Begrenzung von Ämtern wäre endlich vernünftig und zuzüglich, damit gewisse Herrschaften nicht beginnen Unsinn zu schwafeln, auch in jedem Amtsjahr und in jedem Jahr in dem sie im Bundestag sitzen, wahlweise ein Quartal unbezahlt als Helfer an einer Tafel, in einer Pflegeeinrichtung und so weiter.

Einem wie Jens Spahn würde das sicher die Augen öffnen, und so ein unbezahltes Quartal könnte der Herr auch gut verkraften, seine Bezüge, und die zahlen schließlich immer noch wir Steuerzahler, sind also sein Arbeitgeber (8!) gehen dann jeweils an die Einrichtung, wo so jemand Dienst am Menschen zu tun hätte, damit die Herrschaften mal wieder auf den Boden der Tatsachen kommen. Und der Herr wird ja wohl in der Lage sein, unter fast 700 Abgeordneten einen Stellvertreter für diesen Zeitraum im Bundestag zu finden, bei der Nähe dieses Herrn zu AfD Positionen kann er sogar bei dieser Partei jemanden finden …

Nein, es reicht, wenn die Union erneut mit der SPD regieren will, dann wird hier gefälligst endlich einmal Politik für die Bürger dieses Landes und zu ihren Gunsten statt zu Gunsten von Waffenfabrikanten, Autokonzernen oder Bauernverbänden gemacht, dann geht es um Mindestlohn, Solidarrente, bessere Bildung und Bürgerversicherung, geht es darum, dass dieser Staat wieder Eigentümer sozialer Wohnungen wird, selbst wenn das Einschnitte bei der Kriegsbeteiligung und der Bundeswehr oder gar ein leichtes Abweichen von der „Schwarzen Null“ bedeutet. Dann geht es um die WählerInnen und Wähler, die Menschen, die hier leben, die Armen und Schwachen, die Obdachlosen, die, die ansonsten keine Lobby haben und nicht spenden können, und nicht um Lobbyisten und Spender von Parteien. Und dann greifen wir lieber auch Prtnern wie Italien und Griechenland unter die Arme, wenn es um die Flüchtlingsfrage geht, statt einem Herrn Erdogan Millionen in den Allerwertesten zu schieben. Das erwarte ich von der kommenden Bundesregierung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es reicht!

©denise-a. langner-urso

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