Iran, Irak und General Soleimani – Denn nichts ist wie es scheint

 

Nicht in diesem Krieg gegen ISIS und schon gar nicht hinter den Kulissen, darauf können Sie Gift nehmen! Und wer politisch nicht ganz unerfahren ist, der wird das auch wissen, der wird vorerst aber auch hinter verschlossenen Türen verhandeln, bevor es deutlich sichtbar wird, denn das bedarf gewisser Kontinuität, bedarf Übereinstimmung aller. Und darn wird sicher gefeilt, auf jeder Konferenz, in Hinterzimmern, so geht nämlich „Politik“ das machen Topdiplomaten im Flüstermodus. Und wäre dem nicht so, so hätte der Iran längst irgendwie einen Topfdeckel fallen lassen, gepoltert, wenn er dauerhaft wirklich ständig vor den Kopf gestoßen würde, weil man eben gewisse Kräfte besser nicht auf den Plan ruft, im betreffenden Staat selbst etwa, zu dem man neue Wege sucht. Niemand weiß das besser als Steinmeier, Kerry, Chamenei als Mohammed Dschawad Sarif. Und das Poltern, es bleibt aus, das sensible Thema in Wiederholung höhlt wie steter Tropfen Oppositionssteine, lässt sie bröckeln. Hinzu füge man hin und wieder zur Beruhigung gewisser Gegenkräfte eine Prise öffentlichkeits-wirksam gespielter Empörung auf allen Seiten …

Das was mir heute im Spiegel sauer aufstößt, ist folgender Artikel im Spiegel und natürlich dessen Inhalt:

Kampf gegen IS: Iran schickt seinen gefährlichsten General

In diesem Krieg braucht es neue Allianzen und auch und vorrangig die Mitwirkung des Iran. Bei allen Vorbehalten gegen die USA muss man aber auch sagen, so ganz dämlich ist die Führungsspitze dort sicher auch nicht, da werden diplomatische Kanäle aktiviert sein, wird im Hintergrund Politik laufen, die über den Horizont dessen, was der Normalleser und Journalist sich vorstellen und beschreiben kann.

Die USA mögen zwar nach außen sagen, so wie es dann die Wertegemeinschaft auch tut, keine Gespräche, und doch, es gibt sie, Verhandlungen. Die Presse aber macht gerade den Fehler, den man auch um Russland macht, sie popularisiert, macht aus einer Mücke einen Elefanten, konterkariert damit, dass gewisse Dinge in ruhigen, unbeobachteten Bahnen laufen können, nimmt Einfluss, warum auch immer. Manche Dinge lässt man unkommentiert, speziell in dieser sensiblen Lage. Wenn man nämlich eines begriffen haben sollte, aus der Krise um die Ukraine, so dies, unter gewissen Umständen ist nichts wie es scheint.

Durch eine gewisse Beeinflussung von Lesern weckt man schlafende Hunde, und die rufen Kräfte auf den Plan, die meinen, sie müssten der Volksmeinung nacheifern, sie aufgreifen, nur weil man Foren eben auch zur Wählergewinnung nutzt. Wie Politik funktioniert, das sollte derweil selbst der Spiegel begriffen haben, und wie instabil und beeinflussbar gewisse Kräfte in den USA sind, auch. Die Republikaner, die nämlich alles und jedes versuchen, aus gewissen Vorgängen für sich selbst Kapital zu schlagen. Und hier ist das nicht anders. Ich höre schon die Buhrufe und Empörung, weil die Republikaner vielleicht gerade einen „Erzfeind brauchen, wie den Iran, um Obama wieder einmal einen Strick aus gewissen diplomatischen „Geheimverhandlungen“ versuchen zu drehen.

Gut, das Kind ist mit dem Artikel also in den Brunnen gefallen, man kann abwarten, wer hier versucht, daraus politisches Kapital zu schlagen, aus dieser Meldung. Wobei mir nicht, noch nicht, erkenntlich ist, was der Spiegel damit bezweckt, vielleicht ist es wirklich Kurzsichtigkeit, das wäre der beste Fall.

Aber zurück zu General Soleimani. Sein Einsatz ist, das dürfte klar sein, ganz sicher nicht ohne Mitwirkung des Irak passiert, und dass der Irak mit den Amerikanern handelt, auch das ist der iranischen Führung sicher nicht verborgen geblieben. Nach allem, und es genügt der Artikel im Spiegel, was aus wenigen Zeilen über diesen General zu erfahren ist, scheint dieser Mann sich kulturell und sprachlich bestens auszukennen, scheint hoch intelligent zu sein. Und ihn, er oft erfolgreich war, Ziele kurzfristig umsetzt, schickt man also, um Kampftruppen gegen ISIS auszubilden.

Wobei der Iran versteckt zeigt, das das auch ein Wink mit dem Zaunpfahl gegen Assad ist. Man muss auch zwischen den Zeilen lesen, und ich gehe stark davon aus, das ist gleichzeitig ein Zeichen in Richtung USA, in Richtung der Weltgemeinschaft. General Soleimani also kennt sich bestens aus in allen Religionsgemeinschaften, weiß, dass es im Irak darum geht, Kultur übergreifend alle Kräfte einzubinden. Einen besseren für so einen Job, werden die USA vermutlich nicht in ihren Reihen haben, so einer ist rar, solche Leute braucht es. Gleichzeitig beweist es auch, einen begangenen Fehler im Umgang mit Assad, den will man aus bügeln auf Seiten Irans, noch so ein Wink mit dem Zaunpfahl. Ich gehe stets und zuerst vom Besten aus, betrachte die Dinge nicht negativ, wie dieser heutige Spiegelartikel, tut mir leid.

Und nein, der General Soleimani, er wird gewiss nicht durch Städte marschieren, in denen Christen und Muslime, Schiiten, Sunniten und Alawiten Zuflucht gefunden haben und jetzt jedes Einzelgrüppchen gegeneinander hetzten, indem er die jeweilige Religion und ihre Schwachstellen nutzt, der Mann dürfte die Aufgabe haben, übergreifend daraus eine gemeinsame schlagkräftige gemeinsam agierende, schlagkräftige Einheit zu bilden, indem er vorhandene Gemeinsamkeiten nutzt, was die westliche Gemeinschaft ja von der Regierung im Irak fordert, die Einbeziehung aller Seiten. Und die Führungsspitze der USA, die dürfte sehr wohl wissen, welchen Auftrag der General Soleimani erhalten hat, denn selbst der Irak ist in dieser sensiblen Lage nicht so dämlich, die Amerikaner nicht eingebunden zu haben, hinter den Kulissen.

Der Iran sucht eine Annäherung an den Westen, vielleicht ist das der Weg, den man ihm bietet, hinter verschlossenen Türen, auf diplomatischem Weg, weil im Westen niemand vorhanden ist, der das Umfeld so gut kennt, ihn zu begehen, auf diese vom Autor angeblich so „perfide“ Art zu zeigen, wie ernst es ihm ist, und wer so berichtet, der behindert diesen Weg, denn er weckt auch im Land selber grausame Gegenkräfte.

Dass jetzt in diesem heutigen Artikel unterstellt wird:

Die Sicherheitskräfte sollen ein Schmelztiegel aller Glaubensrichtungen und Ethnien werden. Soleimani arbeitet dagegen.

Das halte ich für Desinformation, schiere Unterstellung, Panikmache. Woher will der Autor das bitte wissen? Hat er mit den Führungsspitzen im Irak, Iran und der der USA gesprochen, mit General Soleimani, wenn er doch vorgibt so genau zu wissen, welches  Ziel dieser Elitegeneral verfolgt, dass das ja nun völlig ohne Zustimmung der USA sei, man diesen in die Quere käme?

Gut, dass der Autor nicht Politiker ist, das wäre verheerend, unterstellt er doch umgehend die denkbar schlechteste aller Möglichkeiten, und wer das tut, der hat Diplomatie und Politik nicht verstanden.

Es hat der Satz zu gelten, es ist nie, wie es scheint, nicht in er Politik, nicht hinter verschlossenen Türen, schon gar nicht auf diplomatischem Terrain! Und wer politisch klug ist, der geht nie von der schlechtesten aller Möglichkeiten aus, sondern stets von der besten.

Vom Spiegel hätte ich anderes erwartet, Zurückhaltung, keine voreiligen Schnellschüsse, die schlafende Hunde wecken. Schade!

©denise-a. langner-urso

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