Katalonien, und der DIHK – Die Nothnagels sind das Problem der EU

 

Überall in der EU wachsen Vorbehalte, man schaue nur nach Großbritannien, Ungarn und Polen. Und speziell in Deutschland versteht offenbar noch immer niemand, warum das so ist, Politiker gleich gar nicht. Wobei ich ja eher vermute, sie wollen es absichtlich nicht sehen, sie ignorieren es schlichtweg.

Über den Brexit wird ja bereits verhandelt, und wenn die Schotten über Unabhängigkeitsreferenden sprechen, dann bleibt es seitens der deutschen Wirtschaft ziemlich ruhig, auch wenn es um den Verbleib Irlands geht, bleibt es ruhig, alles kein Problem, und man fragt sich warum. Geht es allerdings um Katalonien, baut sich Herr Nothnagel (DIHK) bei Phoenix vor Kameras auf und erzählt davon, was Banken und die deutsche Wirtschaft von dem dortigen Unabhängigkeitswillen halten.

Das klingt dann schon nach Erpressung einer Regionalregierung, und man hört solche Worte auch nicht, wenn es um italienische Regionen geht, schon gar nicht, wenn es um Menschenrechte in der Türkei oder Saudi-Arabien geht, es sei denn, denn wer Kriegsmaterial verkauft, der macht das lieber hinter vorgehaltener Hand. Und merkwürdig ruhig bleibt die Deutsche Wirtschaft, bleiben Banken auch, wenn es um den Tod einer Journalistin auf Malta geht, wenn es um andere Steuerparadiese innerhalb der EU geht.

Wenn das Fell verteilt wird oder ist, ist der Mensch egal

Geht es gar um Griechenland, dann wird derweil mal lauter mal leiser von Grexit gefaselt, weil vermutlich hat man weitgehend sein Geld zurück und die schmackhaftesten Filetstücke sind verteilt, weil verkauft, da ist für die deutsche Wirtschaft, für die Banken, nichts mehr zu holen. Und dann sieht man sich Katalonien an und weiß, Spanien kann nicht ohne Katalonien, Katalonien könnte ganz gut ohne Spanien. Doch kommt es zur Trennung, dann hat man innerhalb der EU den nächsten Kapitalen Pleitegeier an der Backe, und die Krise wäre ein klitzekleines Bisschen größer als die Griechenlands. Un behaupte nur nicht jemand aus der DIHK, wenn es zu solchen Zuständen wie in Katalonien in Bayern käme, irgendwelche Unternehmen aus dem Umfeld der Vertretung, würden plötzlich ihre Standorte innerhalb Deutschlands in andere Bundesländer verlegen. Im Leben nicht-besser als in Bayern kann es der Wirtschaft ja wohl kaum gehen, das fängt ja schon bei kaum erfolgenden Steuerprüfungen an …

Hauptsache der Umsatz stimmt

So, und derweil fragt sich angeblich die Politik, warum quer durch Europa so viele Menschen der EU skeptisch gegenüber stehen. Sagt mal: tickt ihr noch richtig? Ein Blick nach Katalonien sollte ja wohl reichen, samt der Drohungen der deutschen Wirtschaft. Aus welchem Steuerparadies wäre je eine Bank, wäre je ein deutsches Unternehmen abgewandert, aus welchem Land, in dem man hervorragende Geschäfte mit Diktatoren macht und ständig hofft, die doofen Bürger mögen es nicht mitbekommen. Wann hat je die deutsche Wirtschaft ihre Stimme erhoben, als es um die Weltmeisterschaft in Katar oder in einem anderen diktatorischen Land ging?

Ganz ehrlich, wie verlogen ist das denn? Katalonien ist eine innerspanische Angelegenheit und geht die Deutsche Wirtschaft gelinde gesagt einen Dreck an, sie hat sich schlicht raus zu halten! Ich wage nämlich sonst mal zu fragen, wer in der EU, wer in Deutschland eigentlich wie viel macht hat und Druck auf wen ausübt, wer hier eigentlich tatsächlich regiert, wenn man sich so laut einmischt, wenn es um Katalonien geht. Eben! Völlig Lobbyisten-verseucht der Bundestag, mehr Spenden an unsere Parteien, speziell an Unionsparteien geht ja wohl kaum noch. Ich schlage ja vor, sich gleich komplette Parteien zu kaufen, denn offensichtlich fehlen ja derweil nur noch die entsprechenden Verträge.

Ihr wollt doch gar nicht verstehen!

Ihr fragt tatsächlich, warum Deutschland sich immer unbeliebter gemacht hat, woher die Abneigung gegen die EU kommt? Ganz ehrlich, sucht euch einen anderen Job, wenn ihr es nicht rafft, die Bürger sind da in einigen Staaten wesentlich weiter, die erklären euch das gerne, mir reicht ein Blick auf die Aussagen Nothnagels. Ihr wundert euch? Ich schon lange nicht mehr, deutlicher geht es nämlich nicht! Zusammenhalten wollt ihr den derart wirtschaftsregierten Saftladen? Macht ruhig so weiter, lasst sich die Vertreter der deutschen Wirtschaft derart laut und hörbar, drohend, äußern, und das Konstrukt fliegt euch demnächst komplett um die Ohren! Hört endlich auf, euch in innere Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen, immer wenn es um die deutschen Unternehmen und Wirtschaft geht, es interessiert euch doch auch nicht, wie es den jeweiligen Menschen im Land geht, welche Gesundheitsversorgung da besteht, welche Renten man zahlt, welcher Lohn bezahlt wird, ob sie obdachlos sind. Gleicht da endlich an, statt sie auszunutzen und um Löhne hier über Mitarbeiter zu drücken, die man hier für höhere Löhne und bessere bedingungen auch bekommen könnte, und hört auf nach Zuwanderung zu rufen, derweil ihr nicht Willens seid, hier ältere Mitarbeiter zu schulen oder gar umzuschulen, auf eure Kosten, versteht sich, und einzustellen.

Ist das alles verlogen!

Ihr wollt doch offenen Auges gar nix verstehen, schon gar nichts tun, die Unternehmen gehen doch den stets einfachsten Weg, wenn man sie lässt, und da schließe ich die Landwirte mit ein, wenn es um Wasserverseuchung/Glyphosat,Insektensterben und Co geht. Heulen, wenns in der eigenen Kasse nicht stimmt, immer, Menschen schulen, einstellen und würdig behandeln, nimmer. So läuft das doch, und um das so zu belassen, gibts gerne absetzbare Parteispenden. Ich glaub ja, mein Schwein pfeift, und viele andere mit mir dürften ähnlich denken, und die wählen dann im zweifelsfall radikale Parteien. Und ich schließe auch die angeblich so hervorragende Krankheitsindustrie nicht aus, denn nichts anderes ist es derweil, und auch die abartigen Krankenversicherungen nicht, die keine Wechsel von Privat nach Normal und umgekehrt zulassen. Das gehört beendet, und zwar schnell! Nein, ihr wollt es nicht verstehen, euch ist wirklich nicht zu helfen, weshalb die Bürger sich abwenden. Und geht es an Koalitionen, dann verhandelt man die Grunlagen von Parteien in Unkenntlichkeit, dann steht der eigene Posten eben doch noch immer im Vordergrund …

Nie waren Aussagen eines Wirtschaftsvertreters verräterischer …

Und hat je jemals jemanden wir Herrn Nothnagel sich vor Kameras aufbauen sehen, der ansagte, wir haben im Verband beschlossen, günstige Mitarbeiterwohnungen zu bauen, wir haben ebenfalls im Verband DIHK beschlossen, unseren Mitarbeitern höhere Löhne zu zahlen und Leiharbeit wollen wir massiv begrenzen, wir ächten unbezahlte Praktika und schlechter bezahlte Halbtagsjobs versuchen wir überwiegend in gut bezahlte Vollzeitarbeit umzuwandeln. Ne? Eben, ich höre die deutsche Wirtschaft immer nur schreien, wenn es um Subventionsabbau, um steigende Steuern oder gar um Löhne geht, und wenn sie gerettet werden wollen, dann aber bitte auf dem Rücken der eigenen Arbeitnehmer und letztlich, wenn nichts mehr bleibt, dann eben über die Steuerzahler. Und wann hat zuletzt jemand aus diesen reihen sich über die abartig hohen Managergehälter und Abfindungen selbst nach ruinösen Praktiken empört? Na, Herr Nothnagel: Mutige vor!

Nur leider, leider wird da gar nichts kommen, aus Mündern der Nothnagels, es wird sich nichts ändern, denn dann müsste man auf Umsatz verzichten, müsste Deutschland auf Wachstum verzichten, und Menschen wie Nothnagel sind eben derweil nicht nur für deutsche Arbeitnehmer ein Problem, sondern wie man an Spanien/Katalonien sieht, für alle Staaten der EU und die dortigen Arbeitnehmer eben auch, wenn das Wachstum bedroht scheint. Abartig! Und ich wundere mich schon deshalb über Abspaltungswillen überhaupt nicht mehr. So wie nämlich innerhalb Deutschlands ständig irgendwelche Bundespleitegeier von anderen finanziert werden müssen, die nicht vernünftig wirtschaften, so ist es eben auch anderswo, und ich habe Verständnis, wenn es da in Europa jemandem reicht, wenn er alleine besser leben könnte, als wenn er ständig Kapital nach anderswo verschieben muss, das dann der Bevölkerung der eigenen Region, eigenen Schulen und Co fehlt. Und in dem Fall habe ich sogar Verständnis für ein Bundesland wie Bayern-wegduck … Das einzige was dadurch am Leben gehalten wird, sind immer die gleichen leeren Wasserköpfe und immer stärker aufwachsende Bürokratie, die Unsummen verschwendet, was anderweitig dringender benötigt würde.

©denise-a. langner-urso

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