Macht den Bundespräsidenten zum „echten“ Bundespräsidenten!

©Jeffrey-R. Urso

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Nun unser Bundespräsident ist natürlich ein echter Bundespräsident, gemeint ist etwas anderes, das Wissen eines Bundespräsidenten. Klingt das merkwürdig? Ich werde das gleich erklären, denn seit einiger Zeit stelle ich mir die Frage, was so ein hoher Staatsmann eigentlich an Wissen benötigen würde, der gleichzeitig auch noch das Land vertreten, mahnen und quasi ein Übervater des Volkes sein soll. So jedenfalls erscheint es. Mir ist auch einfach keine bessere Überschrift eingefallen, weil es den Bundesverfassungspräsidenten ja schon gibt. Vielleicht sollte man den Bundespräsidenten auch in diese Bezeichnung umbenennen und sich für das Amt des Richters eine andere Bezeichnung einfallen kassen. Und jetzt einmal meine Überlegungen:

Wer sich anschaut, was der Bundespräsident an Gesetzeswerken zu unterzeichnen hat, wer zudem sieht, wie die letzten Bundespräsidenten und übrigens auch Herr Gauck regierten, dem wird klar, das Amt gehört renoviert, neu erschaffen, anders besetzt.

Für einen Menschen ohne juristische Vorkenntnisse ist das Amt ungeeignet, zu alt sollte so ein Mensch auch nicht sein, und so sehr aus dem Volke kommen, aus der Kirche gar, wie der jetzige Präsident, das müsste er auch nicht. Wozu das führt, zeigt der Aufschrei wegen der Sexismusdebatte, so ein Mensch muss mit beiden Beinen im Leben stehen, die herrschenden Realitäten kennen, besser als Parteigänger, die einem bestimmten Programm folgen.

Das Amt gehört quasi neu erschaffen, wenn es nicht abgeschafft werden soll. Sollten nicht vielleicht die Verfassungsrichter in einer mindestens Zweidrittel-Mehrheit über die Besetzung des Amtes entscheiden? Dafür eigens einen Richter, der nicht aus ihren Reihen kommen darf, ernennen? Dieser Mann, der sich mit der Juristerei befasst hat, wäre er nicht viel geeigneter, darüber zu befinden, ob Gesetze mit der Verfassung übereinstimmen?

Wie viele Klagen, endlose, sinnlose Zeit, würde das ersparen, das Verfassungsgericht gar entlasten. Und wenn es einmal Fragen gibt, hätte dieser Richter vor einer Unterzeichnung ein Gremium zur Verfügung, das sich im wahrsten Sinne des Wortes mit solchen Dingen auskennt.

So jedenfalls, wie das Amt bei den letzten Malen ausgestattet wurde, wirkt es wie aus einer anderen Zeit. Natürlich muss ein Bundespräsident auch schöne Reden halten, mahnen. Aber wäre ein Richter nicht dazu besser geeignet? Wären seine Reden nicht viel weniger angreifbar. Würde er nicht seine Worte auf die Goldwaage legen, bevor er sie spräche?

Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, das Amt zu überdenken, wahrscheinlich täte uns das allen gut. Oder meinen Sie nicht?

©denise-a. langner-urso