Niedersachsen – Die Lernresistenz der CDU/CSU und Grünen

 

Erneut wird die CDU abgestraft, die Grünen verlieren massiv, die AfD zieht ein und doch sind alle Parteien, auch die FDP und SPD, unfähig zu erkennen, woran es liegt, wenn ihnen die Wähler wegbrechen.Und das obwohl es ja auch in den Medien immer wieder Stimmen gibt, die deutlich sagen, die CSU ist eben nicht bundesweit wählbar, dann geben wir unsere Stimme eben der AfD. Kann man ignorieren, ist aber nicht gerade klug. Und es gibt auch immer wieder einmal Stimmen von Wählern, die deutlich sagen, wenn man hier bei uns in Bayern zur Wahl geht, dann bekommt man die in die Mitte gerückte CDU aufs Auge gedrückt und mit dieser Frau Merkel. Wie man allerdings so blöd sein kann all das zu ignorieren, das erschließt sich mir nicht.

Ein zweites Problem kommt hinzu: Die Wähler können es nicht ab, dass Frontleute der CSU aus der Bundestagswahl bei 6,2% Gesamtergebnis einen Regierungsauftrag herbeireden wollen und darin einen Wahlsieg sehen. Was da geraucht wird, das wüsste ich schon gerne, und auch, weshalb ein Herr Herrmann daraus zuzüglich einen Ministerposten für sich selber erwartet. Mich jedenfalls widert solches Verhalten an. Ich glaube, damit bin ich nicht alleine.

Hinzu kommt es auch, dass die Wähler außerhalb Bayerns nicht völlig unpolitisch sind, und sicher stehe ich mit der Frage nicht allein, warum ausgerechnet eine bundesweit reduzierte Kleinstpartei wie die CSU mit ihren 6,2% überhaupt derart massiv die Bundespolitik bestimmen sollte, weshalb man mit dieser bei Koalitionsverhandlungen zuerst statt zuletzt redet, wie es nämlich dem Wahlergebnis entsprechen würde. Aber nein, die CSU hat eine quasi Freifahrtkarte in politische Spitzenämter. Ich als FDP Vorsitzender, als Verhandlungspartner der Grünen würde mich brüskiert sehen, tut mir leid.

Hinzu kommt die massive Kapitalverschwendung, die man einfach nicht in den Griff bekommt und wo man das Geld besser brauchen könnte. Nehmen wir die Maut. Da werden Gutachten erstellt und am Ende hat man sich nicht in der EU rückversichert, dass es rechtskonform ist, Österreich klagt. Man zäumt Pferde nicht von hinten auf, bedeutet, man schickt vorher seine Diplomaten durch die Lande und am Ende steht dann Rechtssicherheit. Aber nö, wir bedienen lieber vorab mal ein paar Anwaltskanzleien, und die wollen verdienen, haftbar machen im Nachhinein, wenn ein Schuss nach hinten los geht, nimmer.

Ähnlich baute sich am Abend auch Althusmann vor Kameras auf und erkennt in massivem Stimmenverlust umgehend einen Wählerauftrag. Mich macht so ein Verhalten absolut fassungslos, im Gegenteil, früher wäre man dafür zurückgetreten. Früher, und dahin wollen gewisse Parteien ja hin. Dann sollen ihre politischen Akteure bitte auch so handeln wie einst.

Kommen wir kurz zu den Grünen, die sind nämlich derweil auch völlig merkbefreit, und bekommen überhaupt nicht mehr mit, wohin Aussagen führen, die an Verbote erinnern. Zu sinkender Zustimmung, hinzu kommt in diesem Fall der Fehler, dass in Richtung Koalition im Bund sie bereits jetzt schon schwanken und von der Dieseldebatte abrücken. Und ich sage voraus, das wird weitere Stimmen kosten. Kann mir auch egal sein, wer derart verbohrt ist, dass er nicht clever zu formulieren und reden vermag, der hat nichts anderes verdient.

Denn statt eine Hauptstadt autofrei machen zu wollen, statt Tempo 30 überall zu propagieren, könnte man auch mit mehr Sicherheit argumentieren und dazu formulieren, man werde im ersten Schritt und wo möglich an Straßen, die für Straßenrennen missbraucht werden, an jeder Ampelkreuzung Fahrbahnschwellen einbauen. Hat zwei Effekte, Raser zerschießen sich ihre schnellen Kisten und die Geschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer wird, ohne dass Verbot gesagt werden muss, reduziert. In keinem Programm der Grünen Vertical Forests im Angebot, statt dessen Mooswände gegen den Klimawandel, es ist nicht zum Aushalten.Eigentlich warte ich nur noch auf ein generelles Grillverbot. Denn verlinkter Artikel könnte die Grünen auf den Plan rufen, denen wie vorab gesagt, eben nicht viel einfällt außer Verbote.

Ich bin ja kein politischer Berater, frage mich aber trotzdem, wer die Parteien berät, denn weit her kann es mit denen nicht sein, und ich würde solche Akteure umgehend feuern, wenn ich bemerke, wie unsensibel da gearbeitet wird, denn mit guter Beratung, und die ist mit Nachdenken verbunden, hat das offensichtlich nichts zu tun.

Man muss Dinge positiv beladen, an den Kunden/Wähler/Mann und Frau bringen, nicht anders. Und ich fange vom Bildungssystem hier gar nicht an, sonst raste ich aus, denn da scheint Hopfen und Malz vollends verloren, man braucht auch Bestenförderung und Menschen, die schneller lernen dürfen als andere, wenn sie es können, denn das sind am Ende die, aus denen einst der Mythos Made in Germany entstand, und genau die können wir kaum noch halten, und in jungen Jahren senden ihre Eltern sie deshalb auf teure Privatschulen. Und wenn ich auf die Digitalisierung und Vernetzung, auf den Umgang und die Schulung am Medium PC in diesem Fall komme, dann wird es mir regelrecht schlecht und ich kann gar nicht so viel essen …

Und ich fasse zusammen: Ihr verschwendet Kapital, ihr droht mit Verboten statt Dinge positiv zu besetzen, ihr haltet die Wähler für zu doof um zu sehen, dass es, egal was ihr behauptet, eben doch nur um den eigenen Hintern, um Bedienung von zu vielen Randgruppen und nicht um vernünftige Politik für alle geht. Befasst euch damit oder lasst es, dann allerdings rückt das Land und verabschieden sich die Bürger über kurz oder lang zwangsläufig freiwillig in die braune Tonne.

Die Angst der Wähler besteht nämlich darin, dass die Parteien vor lauter Selbstbeweihräucherung und Egoismus, vor zu viel Kleinklein und Randgruppenpolitik, dazu gehört auch die Mütterrente, die wichtigen Dinge aus den Augen verlieren, die Bildung unserer Kinder und Enkel um sie zukunftsfähig zu machen für andere, neue Märkte, und dass diese derart schlecht ausgerüstet sind, dass sie deshalb versagen und sich eben nicht mehr leisten können, was ihre Eltern hatten, weil man sie dann nämlich nirgendwo in der Welt brauchen kann, und dann können natürlich auch Renten und Wohnen nicht mehr finanziert werden. Eine Jugend in und aus Watte braucht niemand, nirgendwo. Versteht es, versucht es zu verstehen oder lasst es. Und wenn ihr es versteht, dann handelt entsprechend, und ja, dann braucht es bei vielen Themen Schritte rückwärts, als Bildung noch Bildung war und als daraus noch gute Bezahlung resultierte. Dann findet sich auch der Rest, dann ist auch Verständnis für anderes leichter zu erzeugen. Auch für Migration und Zuwanderung. Ihr habt es schlicht verkackt, alle gemeinsam!

Das politische System (übrigens auch das in der Wirtschaft) hat entscheidende Fehler: zuerst den unsäglichen Fraktionszwang, obwohl Abgeordnete nur ihrem Gewissen verpflichtet sein dürften. Zweitens, die Nichtbegrenzung von Amtszeiten und dann noch parteiinterne „Behinderung und Verhinderung zu junger aufstrebender Mitglieder“ durch abwertende Benennung junger Aktiver (Jusos/Junge Union) die keinen Zweifel daran aufkommen lassen soll, dass man irgendwie den Fuß unter jemandes Tiisch zu stecken und sich ruhig zu verhalten hat,  was Bewerbungen wie etwa um das Kanzleramt umso schwerer macht. Die Kandidaten sind zu dem Zeitpunkt, wo man sie überhaupt in Betracht zieht, derart vergreist und betriebsblind, gehorsam, zurecht gebogen, dass sie die Zukunft so weit hinter sich gelassen haben, dass sie sie für andere auch nicht mehr sehen können. Ist aber wohl so gewollt, sonst würden nicht alle wichtigen Posten in Politik und Parteien dauernd an Menschen vergeben, die jenseits von Gut und Böse sind und an Wochenenden schon damit befasst sind, wie denn die eigene Bestattung auszusehen hat, um es mal ganz krass zu formulieren.

Eine schöne Woche wünsche ich.

©denise-a. langner-urso

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