Nomaika und die Arroganz einer Kanzlerin

 

Seit gestern reibt man sich verwundert die Augen, und fragt sich, lernt Frau Merkel eigentlich nie dazu, was treibt diese Dame an, und weshalb lassen sich gleich zwei Parteien von dieser Frau eigentlich in Geiselhaft nehmen, als sei dies die selbstverständlichste Sache der Welt, als gebe es sonst niemanden, als habe sich alles und jeder dieser Frau unter zu ordnen? Frau Merkel hat nicht nur für ein denkbar schlechtes Wahlergebnis ihrer eigenen Partei gesorgt, nein, sie hat auch alles weg gebissen, was jemals hätte überhaupt eine Chance haben können, ihr ihren Platz streitig zu machen, egal ob Mann Frau oder eventuell anderes Geschlecht.

Regieren statt aussitzen und sein Fähnlein in den Wind hängen!

Frau Merkel hat es auch nicht geschafft, jetzt eine Jamaikakoalition auf die Beine zu stellen, und dass bei diesem Ego und der Zertrümmerung jeder anderen Partei, die es mit ihr tat, die SPD jetzt sagt: Nein, mit uns nicht mehr, dafür besteht also überhaupt kein Verständnis? Finde ich schon merkwürdig, auch wenn man ja immer sagt, jede demokratische Partei habe einen Auftrag, habe zur Verfügung zu stehen. Tatsächlich? Frau Merkel minimiert Demokratie, weicht sie auf, degradiert sie fast bis zur Unkenntlichkeit, nutzt sie allenfalls, wenn ihr gar kein anderer Ausweg bleibt, sie genervt ist, wie als es um die Ehe für alle ging, und da auch nur, weil sie ein Wahlkampfthema, dass ihr hätte Probleme bereiten können, aus dem Weg räumen wollte, denn es kann und darf einfach nicht sein, dass an der Spitze dieses Landes sich tatsächlich einmal jemand anderes versucht. Nicht bei dieser Frau.

Was für Bilder sendet dieses Land in die Welt? Geht‘s noch?

Und ich frage mich, was für Bilder da eigentlich aus Deutschland um die Welt gingen. Da war ja zuerst der berühmte Balkon, und dann eine Entenmutter, hinter der die Männer der Parteien her watschelten, in gebührendem Anstand. Geht‘s eigentlich noch schlimmer? Weder einem wie Trump, dem zu Beginn sein Weibchen hinterher stöckelte, noch Bilder einer Regierungscheffin, der eine Männerriege mit Abstand folgt, will ich sehen, denn beides spricht Bände, wenn es um Gleichheit und Gleichberechtigung geht, und dann verbreiten sich aus einer Partei die Aussagen eines Herren, der hilflos da steht, wenn seine Frau ihm die Hemden nicht wäscht und bügelt-meine Güte, das war ja verheerend! Wie soll denn jemand wie dieser Mann einen Posten übernehmen, der ihn vielleicht öfter einmal länger von daheim fernhält?

Frau Merkel ist nicht der Nabel der Welt!

Und dann also platzt Jamaika, was erfrischend war, vielleicht ja sogar wegen fehlender, frischer Hemden und die Kanzlerin lächelt fröhlich lachend in sämtliche Kameras und scheint sich tierisch darüber zu freuen, baut sich kurz danach erneut vor diesen auf und verkündet, man könne sie quasi mal, ihr sei das alles egal, sie habe 4 Jahre angesagt und basta, sie bleibt Kanzlerin und wenn darüber die Welt untergeht. Das macht fassungslos, denn beweist es doch, die eigene Partei hat dazu die Klappe zu halten, gefragt wird nicht, es wird verordnet. Meine Herrn, so etwas hab ich auch noch nicht gesehen! Und eine komplette Partei zieht den Kopf ein und sagt quasi: ja Madame, verstanden, wird so gemacht. Macht den Abgang, begibt sich zum Bundespräsidenten und denkt: der hat jetzt einzugreifen, durchzusetzen, ich bleibe Kanzlerin, bin der Mittelpunkt, um den sich alles zu drehen, dem alles zu folgen hat, Punkt. Mehr demokratische Verachtung geht nicht. Ja wo sind wir denn? Darf vielleicht noch das Grundgesetz für die Dame geändert werden? „Aber bitte doch“. „Darf‘s vielleicht auch etwas mehr sein? Die Krönung zur Königin von Deutschland vielleicht?“ „Na was haben Sie denn gedacht, darunter mach ich‘s nicht … Und so soll es also weitergehen? Die Dame hätte per Wunschkonzert gerne den bequemen Weg von Neuwahlen auf Kosten der Steuerzahler? Nö, Basta! Ende, Aus!

Verantwortung ist gefragt? Nein, der bequemste Weg ist gemeint

Es wird ja derzeit viel von Verantwortung gesprochen, und die Dame scheint die Verantwortung ja auf Biegen und Brechen und um jeden Preis übernehmen zu wollen. Soll sie, aber bitte dann auch um den Preis einer Minderheitenregierung, möge der Bundespräsident sie dazu verdonnern, ihr eine Lehre erteilen, auch und gerade in Sachen Demokratie, denn nichts wäre demokratischer, als wenn über alle Parteigrenzen hinweg gearbeitet werden müsste, nicht würde mehr an Mitbestimmung ermöglichen, und ja, ich erwarte auch Mut zu mehr Demokratie vom Bundespräsidenten, denn das Abnickschauspiel der letzten Jahre, das Abschmettern jedweder Vorschläge der Oppositionsparteien, deren Begrenzungen der Redezeit war einschläfernd genug.

Und die Befragungen der Bundesregierung ist zur Farce verkommen. Dann sind alle beteiligt, dann muss und kann sich jeder einbringen, mitarbeiten, erarbeiten. Mehr Vertretung von Bürgern und deren Interessen geht nicht. Und erzähle jetzt nur niemand, die SPD würde eine Minderheitenregierung nicht tolerieren, dann hätte sie nämlich wirklich fertig, möge sie dem zustimmen, möge endlich einmal ein anderer Wind, ein scharfer durch den Bundestag wehen.

Neuwahlen? Nein Danke!

Versuchen muss man es wenigstens, Neuwahlen ansetzen kann man immer noch später, die sind ja dadurch nicht verboten oder ausgeschlossen. Mehr Demokratie wagen, das täte dem Land und allen Parteien gut, dann könnten deren Anhänger auch lebhaft sehen, wer da was bewirkt und wer nicht, wer sich wie bewegt, statt nur aussitzen zu wollen.

Und vielleicht wird ja dann tatsächlich endlich auch wieder einmal gute Sozialpolitik für die Menschen gemacht, die keines Weg der Wirtschaft schaden muss, wie immer behauptet wird, wenn Parteien ansonsten behaupten, sozial gerecht zu handeln. So eine Chance kommt auch nicht oft, man sollte sie ergreifen, auch wenn es bisher noch nie praktiziert wurde, es ist einen Versuch wert, möge der Bundespräsident den Mut zu dieser Entscheidung aufbringen. Vielleicht entsteht daraus ja tatsächlich viel mehr Gutes als man denkt. Ungewöhnliche Zeiten bedürfen auch mal ungewöhnlicher Wege, vielleicht tut das ja auch unserer Europapolitik gut.

Mehr Demokratie wagen!

Mehr Demokratie wagen, nie waren die Aussichten dafür besser und vielleicht kommen sich dann Politik und Wähler ja auch dadurch wieder näher. Die Chance darf man nicht vorüber gehen lassen! Neuwahlen dürfen allenfalls das letzte Mittel sein, und niemand hat je behauptet, Demokratie sei der leichteste Weg, Demokratie ist das Ziel, sie Menschen zu erklären am lebenden und diskussionsfreudigen Parlament zu zeigen, nie waren die Vorzeichen dafür besser, und wenn es dafür einer Minderheitenregierung bedarf, damit wir diese wieder zu schätzen lernen, sehen wollen, wie steinig das sein kann, und wie gut, wenn daraus Besseres entsteht als aus anderen Regierungsformen, dann sollte er jetzt gegangen werden, auch wenn dies der tatsächlich derweil weit von ihrem Volk abgehobenen schon fast königlich durchregieren wollenden Kanzlerin nicht gefallen mag.

Minderheitenregierung? Was für eine Chance gegen Politikverdrossenheit!

Nur dann können die gewählten Parlamentarier auch tatsächlich vor Ort mit der Bevölkerung Anträge erarbeiten, sie parteiintern besrechen und anschließend versuchen damit im Bundestag für ihre Vertretenen etwas Beweisbares für ihren Einsatz und ihre Arbeit mit nach Hause nehmen. Nein, das wäre tatsächlich mehr Einbindung auch der Bürger als je zuvor! Mehr Menschen an Demokratie beteiligen, man muss den Weg nur versuchen zu gehen. Und der Kanzlerin sei gesagt: Sie hat dem Land zu dienen, den Bürgern, und dazu gehören auch die Parlamentarier, die in den letzten Dekaden mehr Bettvorleger als Beteiligte an Kompromissfindungen sein durften. Und wer der Politikverdrossenheit entgegenwirken will, der muss das jetzt auch beweisen, statt nur darüber zu sinnieren und sich in Talkshows zu beschweren, und zu erkunden zu versuchen, woher diese wohl gekommen sein mag.

Vielleicht weht dann ja aus dem Bundestag, und von da ausstahlend ins Land doch noch so etwas wie jamaika-Feeling

©denise-a. langner-urso

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