Obama vs Romney-Von Alleinerziehenden und Vögeln

Es ist erschreckend, wenn man sieht, wen die Republikaner gegen Obama ins Rennen um die Präsidentschaft schicken. Mitt Romney hat heute sein wahres Gesicht gezeigt, die hässliche Fratze der Republikaner aufgesetzt.

Welches Leben zählt mehr, so könnte man fragen, das Leben des Bankkontos oder das Leben von Tieren, und da war Romneys Aussage eindeutig. Was kümmern schon ein paar Tiere, wenn es um Profit geht.

Romney beschreibt sich als Christ. Ein Christ aber schätzt das Leben, auch das von Tieren. Nur ein paar Vögel? Nur ein paar Fische! Wenn es um Öl geht, kennt Mitt Romney keine Gnade, Naturschutz ist unwichtig. Eine kleine Ölkatastrophe, Küsten betroffen, Existenzen vernichtet, na und? Hauptsache das Bankkonto lebt. Was ist das nur für ein Christ, der meint, das Leben von Tieren zähle weniger, als das von Menschen? Was ist das für ein Christ, der meint das Leben des Bankkontos, der Profit stehe über allem?

Und ja, der Kandidat beleidigt eben ganz nebenbei Alleinerziehende. Übrigens gibt es viele Witwen und Witwer, die ihre Lieben in Kriegen verloren haben, die ihre Kinder deshalb ohne zweites Elternteil aufziehen müssen.

Die Kinder solcher Menschen also werden zur Gewaltbereitschaft erzogen? Das ist krank, Mitt Romney! Und was rät der Kandidat? Heiraten natürlich, weil in normalen Ehen Kinder gewaltfreie Menschen werden. Was aber bitte sollen Witwen tun? Sich wie leichte Mädchen an die Straßenecke stellen und den nächsten unverheirateten Mann vor den Traualtar zwingen? Womöglich mit vorgehaltener Waffe?

Kinder Alleinerziehender also sind gewaltbereiter? Nur die Familie garantiert Gewaltfreiheit? Prügelnde Ehemänner, die gibt es nicht in Romneys kleiner Welt, misshandelte Kinder auch nicht, Vergewaltigungen in der Ehe und von eigenen Kindern, auch davon hat Romney vermutlich nie gehört, will davon nichts wissen. Das also ist Mitt Romneys Weltsicht. Welche Verachtung derer, die ohne Partner leben müssen, leben wollen!

Das war absoluter Bullshit, Mister Romney! Darf man also davon ausgehen, dass sie als Präsident ganz schnell eben Familienväter und Mütter vom Militärdienst befreien, oder wollen Sie als nächster Präsident dafür verantwortlich sein, eine Menge mehr an Kindern zu produzieren, deren Väter und Mütter fallen? Solche Halbwaisen wachsen dann nämlich auch nicht mehr in einer Ehe auf. Oder schaffen sie demnächst Mietväter- und Mietmütteragenturen, damit das Kind in einer eheähnlichen Gemeinschaft aufwächst, wenn ein Elternteil im Krieg ist? Gibt es demnächst Heiratsagenturen für Kriegswitwen und Kriegswitwer, damit Mann oder Frau umgehend wieder heiraten, um nicht in Gefahr zu geraten, kriminellen Nachwuchs aufziehen zu müssen?

Oder war es einfach nur dümmliche, populistische, versteckte Hetze gegen Menschen, die nicht heiraten wollen? Gegen Menschen, die sich scheiden lassen, wegen Gewalt in der Ehe, weil es dem psychischen Wohl von Kindern eben nicht zuträglich ist? Oder meint der Kandidat gar, eine Ehe, auch, wenn ein Partner verstirbt, garantiert über den Tod hinaus gewaltfreie Kinder? Weil es eben eine Ehe gab? Romney, wie ticken Sie eigentlich?

Wie krank ist so ein Weltbild? Und natürlich meint der gute Christ Romney ja auch die Edelfamilie aus Adam und Eva, eine andere Version dürfte für einen wie ihn wohl kaum zur Diskussion stehen.

Soviel zu den unterschiedlichen Ansichten der Kandidaten. Mehr ist zu diesem Abend nicht zu sagen, es fehlen einem die Worte für solche heuchlerische Verlogenheit eines, der es wagt sich als Christ zu bezeichnen.

Wenn es um Würde geht, das hat Romney bewiesen, dann meint er höchstens jene, die an der Börse handelbar ist, dann meint er die, die in sein engstirniges, prüdes Weltbild aus Zahlen, steigenden Kursen und Reichtum passt. Und schützenswert ist dort nichts, außer dem jeweiligen Kontostand, und für den geht einer wie er vermutlich nicht nur über Vogelleichen.

Romney, ein Christ, der nur ein solcher ist, wenn es um ihn selbst geht, wenn es um seinen Wahlkampf, seine Karriere geht.

Stünde nur das zur Wahl, dann hätte Obama vermutlich heute die Wahl für sich entschieden.

Wir werden ja sehen, wie christlich es ist, dieses neoliberale Amerika, denn schaut man hinter die verlogene Fassade, so entdeckt man dahinter bei einem wie Romney nicht das geringste Mitgefühl, dann ist dort ein Loch, wo normale Menschen Herzen haben, dann bleibt die Menschlichkeit völlig auf der Strecke, dann sieht man nur Dollarzeichen in leeren Augenhöhlen. Mal sehen, ob Frauen es sich gefallen lassen, in Aktenordnern abgeheftet und aus dem Regal geholt zu werden, wenn Männer wie Romney oder die Republikaner sie gerade eben brauchen.

 

©denise-a. langner-urso

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