Parteien, die Menschen nur an Wahltagen brauchen …

 

Da erscheint eine neue Umfrage zur Bundestagswahl und die Reaktion der Politik lautet: Wir tragen zu viel Streit öffentlich aus, Streit gehört hinter verschlossene Türen. Bravo, ich kriege mich vor Lachen nicht mehr ein, denn genau an dieser Reaktion wird deutlich: Sie haben gar nichts verstanden, das unbekannte Wesen einer anderen Welt gleich gar nicht, den, der sie wählen soll, den Wähler.

Die Zustimmung zur Groko sinkt, weil öffentlich gestritten wird, das sit das Einzige, was dazu einfällt, und natürlich steckt da auch etwas anderes drin, am liebsten sollte es in dieser bequemen Kombination immer so weiter gehen, es gibt ja schließlich nur zwei, naja gnädigerweise hin und wieder auch mal 3 unterschiedlich tickende Parteien. Wozu diese Denke führt, das sieht man in den USA. Aber so hätte man es vermutlich am liebsten. Nein, SPD und Union-diese Mischung aus CSU und CDU, sie verstehen gar nichts. Die Welt besteht nicht aus schwarz und weiß, Verzeihung, rot, es gibt auch andere Farbtöne.

Allerdings scheinen diese Parteien so von sich überzeugt, die einzig Guten zu sein, dass es keine Alternativen zu geben hat, geben darf. Grün darf höchstens im akuten Notfall aushelfen, wenn es gar nicht mehr anders geht, zuzüglich Stimmen liefern, Hauptsache, das gewünschte Ergebnis stimmt, ansonsten aber bitte nicht zu kritisch fragen, das beantwortet man dann entweder gar nicht, schleppend, schriftlich, und wenn geantwortet werden soll, dann tut es notfalls eben der Kellner, der reicht bei Weitem, um dem Bürger zu zeigen, wie demokratisch und offen doch die Theateraufführung Bundestag/Plenum ist.

Was ist hat alternativlos zu sein, gehört gefälligst erneut gewählt. Punkt aus Basta. Und wenn es für die gegenwärtige Koalition nicht reicht, dann nimmt man eben demnächst notgedrungen einen zuzüglichen Partner ins Boot-wobei sich die friedlichen Grünen bestens andienen, bis zur Unkenntlichkeit verändert haben, schließlich rückt die Bundestagswahl immer näher, da schadet es auch nicht, schon einmal durch Dauerabnickereien zu beweisen, wie gut man sich vorbereitet hat, Hauptsache mit an den Fressnapf.

Demokratie?

Bleiben wir kurz bei den USA, da löst das schwarz-weiß System so dermaßen Wut aus, dass die Bürger Kandidaten wie Sanders oder Trump bevorzugen, weil sie durchschaut haben, dass sie eben zwar wählen dürfen, eine wirkliche Wahl aber scheinbar gar nicht haben, denn ist der Kandidat nicht pflegeleicht genug, zu unberechenbar, dann kommt es, jedenfalls hat man den Eindruck, bei Wahlen zu Dingen, die nicht so laufen, wie man es erwartet, zu falschen Auszählungen, fehlenden Wahlzetteln, fehlendem Platz- und hilft all das nicht, um Kandidaten zu verhindern, dann bestimmt dieses Zweiparteiensystem am Ende eventuell gänzlich andere Kandidaten. Alberner kann man dem Wähler nicht zeigen, was Demokratie eben nicht ist. Gekaufte Präsidentschaft.

Jetzt zu uns, denn hier läuft es derzeit noch anders, hier greift man einfach auf immer mehr Parteien, die halbwegs im System angekommen sind, zurück, macht immer größere Koalitionen. Nur, irgendwann haben beide Systeme, hier wie da, fertig, denn irgendwann wird es, wenn sich das durchsichtige Spiel nicht ändert, auf beiden Kontinenten gewaltig krachen.

Der Apfel wurde gepflückt

Der Bürger selber weiß derweil noch nicht so genau, warum er so wütend ist, obwohl er eigentlich halbwegs vernünftig lebt, besser als an den Orten, von denen Menschen flüchten, doch etwas fehlt ihm offensichtlich, er weiß nicht genau, warum er sich immer unwohler , immer öfter übers Ohr gehauen, immer öfter nicht gehört fühlt. Aber er beginnt zu begreifen, und dazu gehört auch als Beispiel, dass Milch eine der Waffen ist, von dem das System weggespült wird, wie anderswo durch Drohnen und Bomben. Ihm gauckelt man vor, er müsse nur abwarten, das Paradies sei doch wunderbar, das man ihm geschaffen habe, es ginge ihm im Verhältnis doch blendend, er müsse nur die Augen öffnen. Politik täte doch alles, alles, um ihm das Leben zu erleichtern, er habe dankbar zu sein, müsse nur richtig wählen, es würde doch ständig besser, es hat sich doch nichts geändert, im Gegenteil. Und er müsse nur wollen, Glück können man kaufen, vorerst koste es eben etwas mehr. ( Und mehr und immer mehr) Er müsse vernünftig sein, die anderen würden eben zu langsam begreifen, wie gut gesunde Ernährung und Windstrom seien, es koste halt Zeit und noch etwas mehr Geld, wird aber doch …

Und man redet ja, man sei ja fast am Ziel habe es fast geschafft- Fotos in trauter Geselligkeit. Kostet eben Durchhaltevermögen, Vermögen, dass es aufzuzehren sich lohnt. Bald geschafft, nur noch etwas mehr sparen und verzichten. Man kann sich nicht alles leisten, wenn man den Weltfrieden will, und länger dafür arbeiten, das lohnt sich auch.

Es lebe der eigene Ellenbogen und Arsch

Tatsächlich? Niemand glaubt daran, man lebt nur einmal, das wissen die Menschen, hat nur dieses eine Leben, und das will gelebt sein, nicht das Leben der anderen! In diesem einen einzigen Leben, soll es mir gut gehen, wann sonst? Ich tue Dinge für mich, wie Politikern es um ihren Arsch geht. Und nichts anderes zählt, außer vielleicht das engste Umfeld – begreift das endlich, denn deshalb wählt der Wähler. Ihr habt dabei versagt die Welt zu retten, sie ins Chaos geschubst. Dafür soll der Wähler zahlen? Für verfehlte Politik? Vergesst es, wie ihr es vergessen könnt, wenn aus dem Versprechen; Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

etwas Gegenteiliges macht. Gar das komplette Wahlversprechen über den Jordan gehen lässt, wer gewiss nicht erneut regieren wird. Denn der Bürger begreift: Gerechtigkeit gegen jedermann, als das was es sein sollte, dass auch er persönlich angesprochen und gemeint sei. Doch rein gefühlt und oft tatsächlich ausgefüllt von den Parteien und gar inanziert wird diese Gerechtigkeit derzeit weder sozialpolitisch noch juristisch. Finanziert wird allenfalls das, was Politik glaubt, auf welchem Weg auch immer, für sich selbst und gewisse Lobbyisten tun zu müssen, weil das am besten dem Fortkommen auch nach dem politischen Leben dient.

Der Wähler entscheidet auch über die Aussenpolitik, schon vergessen? Zumindest versucht er es verzweifelt.

Fluchtursachen bekämpfen, dafür war viel Zeit, aber darum ging es nie, dann ginge der Wirtschaft des Westens viel zu viel Schlagkraft verloren, denn es geht um Absatzmärkte, die Menschen interessieren nicht. Waffen für die Welt, Krieg und Aufbau, daran wird verdient, und sei der Diktator noch so mies. Unter dieser Regierung wird das besonders deutlich, unter anderen auch, denn Geld für Geflüchtete, das bekommt die Welt nicht zusammen, und davon Fluchtursachen zu bekämpfen, sind wir weiter entfernt als je zuvor. Fluchtursachen schafft man, indem man versucht, durch Hunger Menschen zu bewegen, Diktatoren zu zeigen, wo der Hammer hängt, und erreicht ständig das Gegenteil, weil man ihnen wenn sie es tun nicht hilft, und wenn, dann mit dem alleinigen Hintergedanken, Menschen als Regierungschefs zu installieren, die man gut im Griff hat, die von einem abhängig sind. Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen. Gedacht werden darf alleine, es würde den Artikel sprengen.

Die Milch ist derweil aber im Glas und nicht mehr im Holzkrug

Die Bürger also sehen, dem Internet sei Dank, dass nicht alles so läuft, wie es sollte, fühlen sich verarscht, wenn plötzlich der mieseste Diktator bester Freund sein soll, wenn Diktatoren gehölfen wird, sich zu diesen zu entwickeln, weil einem der Wähler sonst die rote Karte zeigt, und dass aus Feunden plötzlich böse Buben gemacht werden, mit denen man eben noch gemeinsam gegessen und verhandelt hat, einfach, weil sie nicht genau so ticken, wie es das westliche Bündnis erwartet. Dann dreht man den Menschen den Milchhahn ab, macht Milch zur Waffe, weil man die Bevölkerung dort aufwiegeln zu können glaubt, gegen einen, der eben noch Freund war, und der nicht will, wie man selbst, schafft Fluchtursachen, wie man sie schafft, wenn man anderweitig zu gewissen Entwicklungen schweigt, weil man lieber neue Diktatoren züchtet, denn Wählerstimmen zu verlieren, derweil sich ein anderes Volk wie auch das, den man gewähren lässt, hinter seinen Herren scharrt.

100 Millionen für Milchbauern aus Steuergeldern als Subventionen, weil diese nicht an einen ehemaligen Freund nach Russland liefern dürfen, das wird zur Waffe gegen einen selbst, weil die Bürger auch außenpolitisch wählen, weil sie die Ränkespiele der Politik nicht mehr wollen, weil sie von der Verlogenheit, es ginge um Menschen, die Nase gestrichen voll haben. Weil sie sehen, dass man auf ihre Kosten eine Währung, Staaten, Banken und eigene Wirtschaftsteile retten muss, derweil sie keinen Cent für die eigene Altersvorsorge ansparen können und weil sie dieses System durch Löhne am laufen halten sollen, die zwar anderswo Reichtum bedeuten, hier aber vorne und hinten kein Auskommen mit dem Einkommen bieten, derweil jene, die man rettet, dadurch immer reicher werden, derweil man ihre Steuern nur halbherzig, wenn überhaupt einzutreiben vermag.

Und zwei, eher drei Parteien bekommen die Krise und verstehen nicht, warum plötzlich die Wähler andere Parteien oder komplett anders tickende Kandidaten wählen. Ist nicht euer Ernst, oder? Aber klar, das probate Mittel heißt: kein Streit nach außen, wir sind uns einig, alles vor dem gläsernen Bürger möglichst hinter verschlossenen Türen regeln, blos keine gläserne Politik, und wenn was verabschiedet werden muss, dann derart gestalten, dass es nicht durch den Bundestag muss, bitte nicht zu viel Öffentlichkeit und Offenheit, denn dann passiert so etwas, dass der Bürger nicht mehr mitzieht und uns nicht mehr wählt. Richtig erkannt und dennoch Nö. Punkt. Die Milchpolitik ist Schuld, da nützen der Politik auch verschlossene Türen nicht mehr. Das Maß ist voll, und soviel Milch will niemand saufen, darin ertrinken gleich gar nicht. Ein Paradies braucht nicht Milch und Honig, es braucht Ehrlichkeit und menschliche Züge.

Nein, sie haben nichts begriffen, rein gar nichts. Und deshalb werde ich solche Parteien nicht mehr wählen- ihr hattet genug Chancen, habt genug getrickst und gelogen.

Viele Wege führen zum Ziel, es gibt immer auch schonende Alternativen

Gut, bin ich eben Populist, so sei es. Wer nicht generell für sie ist, ist gegen sie, ist der Feind, ganz böse, weil es keine Alternativen zu denen zu geben hat, die hier sei der Gründung der Bundesrepublik das Parteiensystem stellen, die nur halbherzig und in größter Not andere akzeptieren, solange sie selber noch regieren können. Zum Glück sind es hier nicht nur zwei sichtbare Parteien, wie in den USA, derweil es davon 100derte gibt und viele Wege, die, wenn auch langsamer, friedlicher, sozial ausgewogener, was nicht gewünscht ist, auch ans gewünschte Ziel führen würden. Das allerdings haben die Wähler begriffen, egal auf welcher Seite sie stehen, und das ist auch gut so. Es gibt immer mehrere Wege, andere Wahlmöglichkeiten, und die schonen Ressourcen, bringen eben nur nicht kurzfristig Gewinn, nur genau den wollen jene, die dieses System meist nicht mitfinanzieren wollen, derweil sie Parteien finanzieren.

Macht das einzige Leben, das wir haben, lebenswert

Nur, wenn Parteien wie Union und SPD Parteien komplett als böse und nicht regierungsfähig bezeichnen, die seit Dekaden am Wählermarkt sind, dann versteht der Bürger irgendwann, jede Alternative zu diesen Parteien ist ungewollt. Und wie erwünscht sind dann demokratische Wahlen, wenn man zum Buhmann wird, wenn man nicht wie gewünscht kreuzt? Wenn man dann bestenfalls als Populist, wenn nicht gleich als Radikaler abstempelbar ist.

Es geht auch anders, man muss nur wollen

Ich jedenfalls wähle die bellende Partei der fliegenden Luftschlösser aus Wolkenkuckucksheim, wenn sie einer gründet, soviel ist sicher. So radikal dämlich bin ich – und wenn da nur täglich platzende Luftballons voller Luft im Programm stehen. Hauptsache, die, die aus meiner Sicht genug regiert haben, oder genug genickt haben, ärgern sich. Mein einziger Wunsch ist: Macht das einzige Leben das wir haben lebenswert. Steuergeld fließt ja derweil so viel wie Milch. Dafür will ich meine Steuergelder ausgegeben sehen, und ich fordere, dass man es nicht an sämtliche Besitzer von Rindviechern hier und in der Welt verteilt, für kurzfristige Gewinne, die niemandem außer kleinen Gruppen helfen.

Ach was, vergesst es. Hauptsache, diese grauenhaft lähmende Zeit der Groko endet bald, egal wie, und hoffentlich vergrößert sich der Verein nicht wegen der Stuhlangst und Machtgier gewisser Ärsche …

Politik hat jedweden Bezug zu den Menschen verloren. Es geht nur noch um Teilhabe für wenige, sogar in Parteien. Alternativloser geht es nicht. Es reicht! Ich will Politik mit klarer Kante, Parteien, die sich deutlich unterscheiden, Begrenzungen auf 8 Jahre im Amt, Förderung junger Talente – mehr Demokratie. Altersbegrenzungen für Politiker, denn wer vorgibt, Jugend fördern zu wollen, Politik für die Zukunft machen zu wollen, der muss das auch am Altersdurchschnitt beweisen, zurücktreten können. Die Zukunft gehört der Jugend, nicht Menschen ala Herrn Schäuble. Und ich will keine Vrträge, die für Ewigkeiten geschlossen werden, weil jede neue Generation das Recht dazu haben muss, ihre eigenen Wege zu gehen, Verträge auch beenden zu dürfen. Ich will andere Politik, andere Wege, probieren und failen dürfen, so viel Wunsch nach Alternative wird ja wohl noch erlaubt sein.

Es gibt immer Alternativen. Punkt. Wer das Gegenteil behauptet lügt. Politik könnte als Risiko und Nebenwirkung Anstrengung beeinhalten, Nachdenken, Umdenken, das Risiko muss jeder Politiker eingehen wollen, und dazu gehört es auch, das Rückgrat nicht an der Parteigarderobe samt Gewissen abgeben zu müssen. Und wer das nicht will, der hat in der Politik nichts verloren. Der einzige Ort, an dem Diversität offensichtlich nicht gewünscht ist, scheint da zu sein, wo sie am meisten gebraucht würde, traurig.

©denise-a. langner-urso

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