Parteien: Unteridisch im Wahlkampf – Das geht auf keine Kuhhaut!

 

Seit ungefähr 14 Tagen beobachte ich ein massives Absinken jedweder Vernunft aller Wahlkämpfer, derweil Rhetorik und Anstand schneller sinken als bei einem plötzlichen Gewitter die Temperatur, und wenn ich mir die Wahlplakate so anschaue, so stehen da allenfalls leere Phrasen und sie sind durchweg nichtssagender als je zuvor. Fast ist es so, als hätten die Politiker dieses Landes das Bildungssystem niemals von innen gesehen. Politiker, die gewählt werden wollen, sind irgendwie auch Verkäufer der eigenen Person, und wenn ich sehe, welche Aussagen urplötzlich zu so manchem Thema kommen, dann denke ich an gespaltene Persönlichkeiten, dann frage ich mich immer öfter, wie denkt dieser Mensch jetzt wirklich. Was ist echt. Was ansonsten gesagt wird, oder das, was im Wahlkampf offenbar wird, und dann vermute ich stark, Letzteres, denn da gehen Nerven durch. An diesem Punkt erkenne ich, wie dieser Mensch wirklich denkt.

Konsequenzen oder gar Rücktritte? Aber wir doch nicht!

Der normale Bürger würde für so manchen Ausfall, so manches Danebenbenehmen längst x-fach gefeuert worden sein!

Noch verwunderter bin ich dann, wenn sie die Partei dazu nicht äußert, wenn es keine Konsequenzen nach dem Verbalausfall oder dem unfassbaren Auftritt gibt, derweil man sich zum Gegenkandidaten und zum Fehlverhalten anderer Parteien generell empört zeigt. Es zeigen immer auch ein paar Finger auf einen selbst. Und wenn es um Rhetorik geht, meine Herrn, wenn ihr das lernen wollt, und wenn ihr lernen wollt, wie man sich vernünftig ausdrückt, dann schaut doch dringend einmal auf die von Teufert angebotenen Seminare, statt auf irgendwelche Agenturen, die so widerwärtigen Zeitgenossen wie Trump gedient haben. Das kann doch alles nicht wahr sein! Und wenn ihr nicht mehr wisst, wie man mit normalen Menschen redet und sich in deren Umkreis verhält, dann nutzt freie Zeiten und arbeitet da, wo Krankenschwestern, Kassiererinnen oder Müllmänner und Frauen sich tummeln. Ihr seid doch Kunstfiguren und das merkt man. Zutiefst verunsichert zudem! Und die einzig vernünftige Parteienbefragung, die ich gesehen habe, war bisher die von der Gamescom. Das lies wahrlich tief blicken, besonders, wenn es um die Linke ging. Da dachte ich erstmals, die erkenne ich nicht, ich glaub, ich bin im falschen Film!

Ja und sich einmal nach einem guten Benimmkurs umschauen, das täte so einigen Wahlkämpfern auch ganz gut, auch wenn es überheblich klingen mag.

 

Reagieren statt regieren? Nein danke!

Vielleicht kommt es auch so zustande, dass das amerikanische Kasperletheater von Herausforderer und Amtsinhaberin in ein so enges Korsett gezwungen wurde, dass man es als Zuschauer bedenkenlos wird übersehen können, denn zu einem Duell wird es dabei nicht kommen. Authentisch geht anders, da darf man nicht wie bei einem Drehbuch bis auf den I-Punkt vorbereitet sein dürfen. Und was wäre denn besser gewesen, als wenn die Kanzlerin hätte beweisen müssen, dass sie tatsächlich einmal auf Eventualitäten reagieren muss, die nicht vorhersehbar sind? Ich denke, so schadet das Format ihr und der eigenen Partei. Und ich als Wähler will den halbwegs echten Menschen sehen können, auch wenn es den Preis hat, dass der Abend entweder ganz ins Wasser fällt, oder dass eben am Ende ein Kandidat wutschnaubend das Studio verlässt. So ein Kunstprojekt samt Kunstobjekt braucht niemand. Und für mich bedeutet das übrigens bereits Versagen, denn es darf einfach niemals Unvorhersehbares passieren, dann reagiert die Kanzlerin sprunghaft, wie bei der überstürzten Energiewende, dann kommt sie ins Trudeln, wird abgeschirmt, taucht ab. Und nein, im Ernstfall will ich so einen Menschen nicht als Regierungsbeauftragte eines Landes wie Deutschland sehen.

Wo sind abweichende Ideen und Konzepte?

Aber kommen wir zurück zu den Parteien selber und wie sich dort benommen, wie dort geredet wird. Ich kann diese Parteien so gut wie nicht voneinander trennen, habe den Eindruck, da versucht jeder jedem die Themen streitig zu machen, und da wird mit merkwürdigsten Studien um sich geworfen, die überwiegend so gestrickt sind, wie sie gerade ins Konzept und zur Stimmung im jeweiligen Bundesland passen, da regiert ohnehin auf Länderebene jeder mit jedem, da ist außer Machterhalt der Bürger tatsächlich inzwischen die schönste Nebensache der Welt, da sind Augenmaß und Anstand längst über den Jordan gegangen, speziell wenn es um Sicherheit geht, da versucht jeder jeden zu übertrumpfen. Und Leute, ich bin dadurch verunsicherter als sonst etwas, auch wenn es um Koalitionsmöglichkeiten der Parteien miteinander geht, und ich glaube keiner Partei, dass es am Ende eben nicht um das Land geht, sondern eben doch nur um Posten. Ich behaupte, da wird alles versucht, auch wenn es noch so absurd und unvorstellbar erscheint.

Meine Kultur ist längst in der Zukunft angekommen

Was mir derweil auch sauer aufstößt ist das radikale Altern junger Menschen, wenn sie Parteiarbeit machen und noch schlimmer, wenn sie sich dort als Amtsanwärter und Hoffnungsträger anbieten. Man bekommt ja den Eindruck, die müssen wirklich alles an der Garderobe abgeben, was sie vorher gelernt haben und was einmal Konsens in dieser Gesellschaft war, nämlich dass Deutschland zu den Spitzenreitern von Fachkräften und somit zukunftsfähig sein soll. Plötzlich scheint all das vergessen. Ich schaue mir meine Familie an, da gibt es junge Menschen, die kommen nicht öfter mit Freunden besuchen, und die leben derweil nicht mehr hier. Da kommen dann Iren, Chinesen, Amerikaner und Deutsche und oft auch noch andere Staatsbürger zusammen, und dann wird eben eine internationale Sprache gesprochen, und die ist bestimmt nicht unsere Muttersprache. Da sind dann schon einmal zwischen 5 und 10 verschiedene Nationalitäten am Essen, und alle arbeiten in international ausgerichteten Großunternehmen, und ich bin stolz darauf, dass es zu unserer Kultur gehört so gebildet zu sein, dass man sich in einer Sprache unterhalten kann, von der bis vor kurzem gesagt wurde, wer weiter kommen will, der startet damit im Kindergarten. Und all das soll man vergessen, weil irgendein Politiker meint, er muss sich mit ein paar Hanseln gemein machen, die einmal wöchentlich von sich behaupten, sie seien das Volk? Nein, tut mir leid, zu meiner Kultur gehört es international erfolgreich arbeiten und sich verständigen zu können. Das gehört zur Kultur, solche Bildung und sie seinen Kindern angedeihen zu lassen, besser, sie überhaupt innerhalb eines Landes ermöglicht zu wissen. Lieber verzichte ich für ein paar Nachhilfestunden auf ein Handtuch in Malle (wo wir eh nie geurlaubt haben) weil uns ein Lagerfeuer und die Freiheiten, die andere Staaten ihren Bürgern erlauben, wie die nordischen Länder, wichtiger waren, derweil in diesem Staat alles dermaßen durch bürokratisiert wurde, dass es nicht nur die Bürger sondern derweil auch die Wirtschaft erstickt und Großprojekte verteuert und verhindert, verzögert, an jedweder Substanz nagt.

Zu Tode bürokratisiert

Das einzige, was in diesem Land noch bestens funktioniert ist doch das Neuerfinden von Abgaben, Steuern und Gebühren und die damit verbundene Geldeintreiberei. Und das liegt daran, dass in diesem Land Politik nicht bereit ist, anderweitig vorhandenes Wissen zu akzeptieren, anderweitig das zu kaufen, was längst erfunden ist. Und das fängt beim Mautsystem an und endet doch bei der Bundeswehr noch lange nicht. Hauptsache, wir erfinden das Rad zum tausendsden Mal neu. So manches Projekt wäre innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen, würde man die fragen, die sich damit auskennen. China hätte dieses Land derweil mit so vielen Flughäfen zugepflastert, dass wir Bundesbürger zu Flüchtlingen geworden wären, und andere Staaten nageln ihre Städte mit umweltfreundlichen „Vertical Forests“ zu, statt dämliche Mooswände auf öffentliche Plätze zu nageln. Da bewerben sich die Grünen um ein Mandat, und nirgendwo finde ich da etwas darüber, dass wir im Bereich Bau in Verbindung mit Umweltschutz und CO2 jede Menge aus anderen Staaten lernen und übernehmen könnten.

Das soll unsere Kultur sein?

Und wenn es um öffentlichen Verkehr, ja auch um Radverkehr, geht, um Elektromobilität, um guten, günstigen bis teilweise kostenlosen, Nahverkehr, um Schulbildung und Renten geht, auch da könnten wir von anderen Staaten jede Menge lernen. Und ich wundere mich über andere europäische Staaten derweil gar nicht mehr, die sehen, wie Deutschland hier in vielen Dingen agiert, und Austausch von Wissen und wirkliche Zusammenarbeit offensichtlich innerhalb der EU gar nicht will oder boykottiert. Ich habe den Eindruck, die EU ist wirklich immer nur dann gut, wenn sie Deutschland nicht in die Quere kommt und möglichst hohe Subventionen an Bauernverbände ausschüttet. Und ja, ich bin zu gebildet, sorry, um zu sehen, dass es anderen Menschen eben dauerhaft gewaltig auf den Keks geht, wenn man sie nur ausnutzt und benutzt und nie etwas zurückgibt. Zu meiner Kultur gehört es nun eben einmal, dass ich etwas, was mir gewährt wird, auch irgendwann positiv dem anderen zurückgebe. Und ich frage mich dauernd, welche deutsche Kultur so einige Parteien meinen. Raffen und nehmen, Ellenbogen und Egoismus- „Me First“ und nach mir die Sintflut? So jedenfalls erlebe ich derweil die Politik, die in diesem Land gemacht wird, und sehr viele Mitmenschen eben auch. Und nein, so lebt es sich verflucht nochmal nicht gut, so ist mir das zu trumpig. Und wer sehen will, was dadurch angerichtet wird, der muss sich nur den wunderbaren Film: „Der Butler“ antun, und was Trumpisten derweil den USA angetan haben, da sieht man am besten, was uns hier demnächst droht, wenn auch die derzeitige Regierungspartei so weiter pöbelt, aussitzt, abwartet und agiert, wie bisher.

©denise-a. langner-urso

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