Politik wenn niemand Plan B hat – Wir, die EU und Werte?

 

Ich weiß nicht, wie es anderen Menschen wie mir geht, die derweil immer öfter sehen müssen, wie unvorbereitet unsere Politiker und die der EU sind, ich aber kann von mir aus sagen, inzwischen bin ich gewaltig genervt, wie unvorbereitet solche Leute sind, wie unbeholfen reagiert wird, weil sich offensichtlich auf dieser Etage alles so bequem eingerichtet hat, dass überhaupt nicht mehr darüber nachgedacht und sich darauf vorbereitet wird, was eigentlich passieren kann, wenn irgendwo die Welt nicht mehr schwarz-weiß ist, denn so hat sie zu sein: gut und böse.

Anderes ist nicht vorstellbar, und doch passiert es hin und wieder, wie etwa nach dem Fall der Berliner Mauer, dass plötzlich ganz andere Möglichkeiten sich ergeben, das ganze Weltbild rutscht. Schlägt das Pendel dann nach mehr weiß aus, scheint alles in Ordnung, dann wird agiert bis es kracht, das jubeln die Börsen, dann führt sich alles auf wie Kind unter dem Weihnachtsbaum, doch wehe, das Pendel geht unverhofft in die andere Richtung, schlägt dahin weiter aus als je zuvor, dann ist alles überfordert, was Kopf hat, derweil man noch eben kopflos feierte.

Für den Kater am Tag danach hat niemand eine Lösung, dann dreht man sich quasi stöhnend um und kommt kaum noch in die Puschen. So in etwa muss man sich die derzeitig Agierenden dauern benehmen sehen, zuerst nach dem Brexit, während der Flüchtlingskrise des letzten Jahres ohnehin, und nach der Wahl in den USA erst recht. Die Welt hat schwarz-weiß zu sein, sonst gar nichts, der Feind erkennbar, hier gut, da böse. Da kann der angeblich Gute gleich den Freund hacken, überwachen, er bleibt gut, weil es schon immer so war, das hat man zu ertragen, da schaut man drüber weg, wie es die Bundesregierung beim KanzlerInnenhack tat. Denn das Böse sitzt da, wo es der beste Freund verortet, dem man blind zu vertrauen, dem man zu folgen hat, dessen Feind der eigene ist.

Wer also ist jetzt was? Ich bin verwirrt

Ich als Wähler schaue dem Treiben jetzt schon eine ganze Weile zu und frage mich, welchen Plan haben unsere Politiker eigentlich für den Fall, dass Putin plötzlich zum besten Freund Trumps wird. Wer ist dann eigentlich der Böse, wenn zudem damit Assad ja auch irgendwie Freund werden würde, einfach mal so, weil der Freund, der Gute, der nicht kritisierbar ist, ja da sitzt, wo er immer schon gesessen hat, im Weißen Haus? Wo mischt man sich dann noch ein, wen darf man dann noch boykottieren, wem folgt man dann, oder zieht man nicht lieber die Köpfe ein, sich selbst etwas zurück, um da nicht völlig den Verstand zu verlieren, wie verhält man sich da als EU und überhaupt als Politiker? Nach alter Definition hat ja irgendwie der Freund des Freundes auch unser Freund, sein Feind auch unser Feind zu sein.

Derweil habe ich den Eindruck, es ist mal wieder Katerzeit, niemand kommt so recht auf die Beine, weil vielleicht, wenn man sich doch noch mal die Decke über den Kopf zieht und sich umdreht, wenn man tatsächlich irgendwann aufsteht, ist ja doch noch Frau Clinton Präsidentin des Freundesstaates und eben nicht der, der das komplette Weltbild zerstört, für das man wie gewohnt nur Plan A, ganz sicher aber nicht Plan B in der Hinterhand hat.

Wählerdruck und -unverständnis bedeutet generell Rechtsruck?

Und jetzt schauen wir einmal auf die Türkeipolitik, da schlingert man irgendwie herum, das solange, bis der Druck der Wähler zu groß, die Abwahlwahrscheinlichkeit zu gewaltig wird, sichert im Eiltempo die eigenen Grenzen gegen flüchtende Menschen, bis man letztlich keine andere Wahl mehr hat und erklären wird, man verhandle nicht mehr, so nämlich läuft es am Boden, und bis zu diesem Zeitpunkt kann ein aufwachsender Diktator sehenden Auges tun und lassen was er will. So war es immer schon, da hat sich nichts geändert, weil man auch da die Augen geschlossen hatte, weggeschaut hat.

Die neue, schnellere Kriegsführung nicht verstanden? Noch immer Neuländer?

Und jetzt also steht man vor dem Problem, dass da plötzlich Freund und Feind nicht mehr erkennbar sind, wenn man auf Trump schaut, und einen Luftraum kann man so gut wie nicht gegen solche Akteure absichern, von denen man nie weiß, wer demnächst plötzlich austickt, weil er ein Heißsporn ist. Hinzu kommen inzwischen sämtliche Möglichkeiten der Fake News, und wer wissen will, wie Geheimdienste arbeiten, der weiß auch, dass es sehr darauf ankommt, wer da wo gerade an welchem Hebel sitzt. Fake News und Gefährdung der Bundestagswahl nur durch Russland, weil noch immer in schwarz-weiß gedacht wird? Und wen will man dann überhaupt verfolgen? Urheber von Fake News im Ausland? Ganze Fake-Teilfabriken in Russland? Leute, kommt doch mal auf den Boden der Tatsachen! Den, der sie als normaler Mensch teilt und nicht den Fake erkennt? Ich glaub ich krieg die Krise, das ist ja noch blöder als jemanden zu verdonnern, der etwas verlinkt, von dem er nicht weiß, dass da Urheberrecht verletzt wurde. Und komme mir keiner mit Neuland, derweil sollte selbst der senilste Richter begriffen haben, wie albern das ist, was er damit anrichtet, und wenn nicht, dann sollte er vor Urteilen jemanden fragen, für den das kein Neuland ist, sonst hat er den falschen beruf, denn auch für Richter sollte gelten:lebenslange Bildung zählt, sonst gar nichts! …

Wieder die Augen verschließen? Leute, wacht auf! Will uns tatsächlich hier jemand verkaufen, dass unter einem Präsidenten Trump bei den Möglichkeiten amerikanischer Dienste, da ein vertrauenswürdiger Freund sitzt, der natürlich weiß zu sein hat, der nie im Leben Fake-News verbreiten lassen würde, weil es Breitbart ja gar nicht gibt, weil die Welt eben nicht grau sondern berechenbar in Gut und Böse geteilt zu sein hat? Ich kann es tatsächlich nicht fassen.Ganz zu schweigen davon, dass über türkische Fake News derzeit niemand spricht, die gibt es nämlich auch. Und Fake News gab es schon zu DDR Zeiten, da nannte sich das Der Schwarze Kanal, nur die Verbereitungsgeschwindigkeit und Reichweite war halt anders, und jeder wusste, womit er es zu tun hatte. …

Wenn mächtige Noobs rülpsen

Ich rate sich endlich mit Plan B zu befassen, denn es ist Grauzone angesagt, ich zumindest würde weder Putin noch Trumps Diensten vertrauen, bin viel mehr der Meinung, wenn die sich tatsächlich verbünden, dann haben wir ein ganz anderes Problem an der Backe, dann ist die EU nämlich plötzlich auf sich alleine gestellt und kann sich warm anziehen, dann droht im schlechtesten Fall plötzlich kalter Krieg von zwei Seiten, und wenn Trump Putin und umgekehrt vertraut, dann nehmen sich die beiden vereint plötzlich China vor. Und wie es ausschaut, wenn einer von beiden nur in Richtung eines börsennotierten Unternehmens rülpst, das dürfte derweil hinreichend bekannt sein. …

Fake News, können ja nur von einer Seite kommen, Augen zu und durch?!

Fake News nur von denen, die eben die Bösen zu sein haben, weil die andere Seite ja Freund zu bleiben hat? Ganz schön kurzsichtig, nur kann man mit Trump sicher nicht so umgehen wie mit Erdogan, und in Verbindung mit zuzüglich Putin schon gar nicht. Wo also sitzt derzeit der Freund? Es gibt in der Politik keine, das sollte langsam klar werden, da gibt es allenfalls ähnliche Interessen, nur die sind derzeit ja wohl eher kaum vorhanden, oder haben wir Wähler nicht mitbekommen, dass Putin demnächst irgendwie wieder zum Freund erklärt wird, weil man eigene Interessen selbst als EU nicht gegen eine eventuelle Partnerschaft zwischen Putin und Trump durchsetzen kann? Na dann, über Bord mit allen Werten, da wird dann kaum etwas bleiben. Fragt sich nur, wo demnächst welcher Diktator Freund sein darf, bleibt ja tatsächlich dann nur noch China, wenn man irgendwo noch halbwegs wirtschaftlich unbeschadet agieren will, oder eben doch Mond oder Mars mit den dortigen Rohstoffen. …

Und jetzt nochmal: wie lautet Plan B und wer ist derweil Freund oder Feind, und ist die Welt tatsächlich noch in schwarz-weiß einteilbar? Ich als Wähler wüsste gern, woran ich bin, also erklär mir bitte jemand den Plan für die zunächst kommenden Jahre mit Trump …

Wir, die EU und Werte?

Vielleicht bekommt die EU den Spagat zwischen Erdogan und ihren Werten ja gerade nochmal irgendwie hin, nur bei dem Spagat zwischen Werten und Außenpolitik unter Putin-Trump, da bin ich mir längst nicht so sicher und befürchte ein noch größeres Verbiegen, noch mehr Verlogenheit als gegenüber Erdogan, und das, obwohl ich dachte, das wäre kaum denkbar. Und wenn ich jetzt zu dem was ich so weltpolitisch und außenpolitisch beobachte gefragt werde, was ich davon halte, so wäre meine Antwort, der einzige „Schurkenstaat“ ist in diesem Spielchen die EU, weil die nämlich dauernd über ihre zerstrittenen Einzelstaaten profitiert, wenn sie sich den jeweils harmloseren und bequemsten, bestechlich erscheinenden Akteur vorübergehend zum Freund macht und wirtschaftlich eine ganz andere, verlogene Sprache spricht, angefangen bei uns im Land seit wir erneut aufgerüstet haben. Von einem echten Standpunkt und dem Bestehen auf oft umfassend vereinbarten Werten ist man hier doch weiter entfernt als die Sonne vom Mittelpunkt des Universums, weil jeder seine eigene Rosinenpickerei betreibt und sonst gar nichts. Und da soll der Wähler noch wissen, wen er zu wählen hat, wem er vertrauen kann? Wenn früh nicht mehr gilt, was gestern galt, und das immer schneller, wechselnd von Tag zu Tag, wenn alles zu Fähnlein im Wind mutiert? dann muss er sich beschimpfen lassen, wenn er rote Linien fordert, wo plötzlich keine mehr sind, wenn alles zur Beliebigkeit verkommt?Ich frage mich ja jetzt schon, ob wenn die USA, also Trump, unsere Freunde sind, und dieser Putin zum Freund erklärt, ob dann Putin auch unser Freund und als Rattenschwanz Assad zu diesem Kreis gehören könnte …

Ich würd ja endlich einmal vor der eigenen Haustür kehren und im eigenen Haus Ordnung schaffen, bevor ich mir Freunde einlade, und bei denen würde ich auch 3Mal gucken, ob das wirkliche Freunde sind, denn davon hat man nicht allzu viele im Leben, dann klappts vielleicht auch wieder mit den Bürgern. Auweia, ich duck mich lieber weg …

©denise-a. langner-urso

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