SPD – Eine Partei zerlegt sich selbst

Wer mit der CDU/CSU koaliert, der hat eigentlich schon verloren, aber was tut man nicht alles um für ein paar Jahre am Fressnapf des Steuerzahlers teilhaben zu dürfen? Durchhalten ist besser, als in der Bedeutungslosigkeit einer kleinen Opposition zu enden. So zumindest scheint man in der Union zu denken, und da ist man sich dann irgendwann für keinen Vergleich mehr zu schade.

Ich kopiere einmal das, was ich heute auf Twitter mit Politikern der SPD für eine krude Debatte führen konnte:

Johannes Kahrs ‏@kahrs
so ist das wenn cdu dabei erwischt wird das merkel gelogen hat, nix gegen industriespionage durch bnd/usa getan hat. https://twitter.com/tagesspiegel/status/599909114261729280…
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MenschenZeitung ‏@menschenzeitung
@kahrs @UlrichKelber ach, und was macht ihr? bei Merkel am tisch bleiben-also lieber mal gaaanz leise
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Ulrich Kelber ‏@UlrichKelber
@menschenzeitung Genau. Weil man bei jeder Meinungsverschiedenheit ja die Koalition auflöst. Machst Du das im Privatleben auch so?

und dann wird es richtig kurios:

MenschenZeitung@menschenzeitung

@UlrichKelber sorry- es gibt Grenzen, die man nicht überschreiten sollte. Würde mein Partner plötzlich prügeln- würde ich das sehr woh tun

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  • Ulrich Kelber@UlrichKelber

@menschenzeitung Eben, guter Vergleich

Was will Herr Kelber damit sagen? Bevor Frau Merkel Herrn Gabriel nicht im Bundestag öffentlich ohrfeigt, bleibt die Koalition bestehen? Also Koalitionsbruch erst, wenn man sich tatsächlich prügelt? Ich fasse es nicht! Wie tief ist die einst stolze Partei SPD gesunken …

Kleine Meinungsverschiedenheiten sind kein Grund, um sich von einem Koalitionspartner zu verabschieden, wohl wahr. Kleine Meinungsverschiedenheit? Die BND-Affäre ist eine kleine Meinungsverschiedenheit, die Nichtkontrolle durch das Kanzleramt über Jahre? Na dann ist ja gut.

Alleine Frau Fahimi und Gabriel scheinen das anders zu sehen, denn die gießen ununterbrochen noch mehr Öl ins Feuer, der eine tut das gerade indem er laut über ein drittes Rettungspaket für Griechenland sinniert, die andere echauffiert sich in den Medien über den Umgang mit der BND-Affäre. Kleine Meinungsverschiedenheit? Dann kann man auch intern diskutieren, dann pöbelt man sich nicht durch sämtliche Medien untereinander an. Alles nur halb so schlimm.

Alleine Wähler dürften das derweil anders sehen, und ob die das was die SPD gerade tut gut finden, das steht auf einem anderen Blatt, denn offensichtlich ist doch, die CDU/CSU könnte sich noch wesentlich mehr erlauben als derzeit, sie könnte vermutlich den kompletten Koalitionsvertrag für nichtig erklären, den Mindestlohn abschaffen, die SPD würde weiter an Merkels Seite bleiben. Ganz ehrlich, ich als Union würde das sogar versuchen, alleine schon um den Wählern zu beweisen, wie verlogen die SPD doch ist. Es geht in dieser Partei nämlich wenigen Einzelkämpfern alleine um ihren vollgefurzten Sitz, gewiss aber nicht um die Basis, um Wahrheit oder Aufklärung.

Und ja, die SPD benimmt sich tatsächlich derzeit wie eine geprügelte Ehefrau, die selbst dann noch zu ihrem Partner hält, wenn er sie täglich grün und blau schlägt. Selbst das Wort souverän sollte die Partei also tunlichst nicht mehr in den Mund nehmen. Wenn Frau Fahimi jedenfalls das Wort unterwürfig in den Mund nimmt, dann kommen mir derweil die Lachtränen, dann bekomme ich vor Lachflashs keine Luft mehr.

Und da wird ja von Fahimi sogar davon gesprochen, dass die Regierung (zu der man irgendwie nicht gehören will) bei den USA um Erlaubnis bettelt, dabei kann man nur sagen, die SPD bettelt doch inzwischen tagtäglich um Erlaubnis, weiter an Kanzlerinnentisch sitzen und nicht am Katzentisch der Opposition hocken zu müssen. Denn inzwischen ist ja die Gefahr für die SPD größer, dass irgendwann die Union von ihr und dem ständig nur für ihre Restwähler aufgeführten Theater, die Nase gestrichen voll hat, und die Koalition deshalb für beendet erklärt, als dass die SPD jemals überhaupt noch Rückgrat bei irgendetwas beweisen würde. Und ja, dann hat Herr Spahn tatsächlich recht, wenn er bei Fahimi von Gekläffe spricht. Mehr ist es nämlich dann wirklich nicht. Und die Union hat längst begriffen: Hunde die bellen beißen nicht. Also wäre es doch am besten, man legt der SPD bald ein Antibellhalsband an. Und am sinnvollsten wäre es mit dem Ende der Koalition zu drohen, gibt ja noch die Grünen -und dann wüssten wir auch, wüssten die Wähler, wie ehrlich man es tatsächlich mit der Aufklärung meint, die Stroebele und Notz ja immer fordern. Vielleicht würde man ja dann auch in dieser Partei plötzlich eher von Meinungsverschiedenheit sprechen …

So eine Partei braucht tatsächlich niemand. Und es stellt sich auch die Frage, ob, wenn die SPD dieses Schmierentheater tatsächlich bis 2017 durchhält, die Union nicht am Ende dadurch massiv profitiert, einfach, weil die letzten SPD Wähler, die noch etwas Resthirn haben, dann doch lieber der Union ihre Stimme geben, um ihr damit eine solche Mehrheit zu verschaffen, dass sie keinen Koalitionspartner braucht, allenfalls gnädig einer eventuell erneut in den Bundestag einziehenden FDP, wenn ein paar Stimmen fehlen sollten, erneut die Koalition anbieten würde, denn die Partei hat noch jeden Strohhalm genommen, der sich ihr bot um mitregieren zu dürfen, schon weil dort, wenn man so pleite ist wie derzeit, einem jeder Euro recht wäre, um den man den normalen Steuerzahler ärmer machen kann.

Eine kleine Meinungsverschiedenheit also ist die BND-Affäre aus Sicht der SPD, gut zu wissen. Ich hoffe, die Wähler der SPD haben das spätestens nach diesem Artikel auch verstanden. Und ich fange schon wieder an zu lachen. Rofl und lol!

©denise-a. langner-urso

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