Trump erledigen ohne dass Verdacht auf Republikaner fällt …

Wie wird man jemanden los, ohne die eigenen Wutwähler zu verärgern, man geht die Dinge, nach vielen Gesprächen hinter verschlossenen Türen, so an, dass kein Verdacht auf einen selber fällt. So und nicht anders geht Politik, das ist die bittere Wahrheit, die Kehrseite?! Das sind die Untiefen, die Trump, unbedarft wie er ist, nicht kennen kann. So, wie man es derzeit in den USA macht, so, dass das was passieren soll nicht die Partei gefährdet, für Außenstehende kaum sichtbar, nicht bemerkt wird. Jedenfalls sehe ich das so.

Das könnte derweil gelingen, denn der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein befand nun endlich, es sei an der Zeit, dass die derzeitigen Umstände es nötig machen, die Ermittlungen nach der Entlassung Comeys von einer Person geführt werden müssten, welche keine Zweifel an ihrer Integrität aufkeimen lassen und über Unabhängigkeit verfügt. Und diese Persönlichkeit, Robert Mueller, die er jetzt benannt hat, die ist wirklich nicht ohne. Ich verlinke hier auf Politico und den dortigen Artikel: Who is Robert Mueller?

Und dann wäre da auch noch dieser Artikel: New special counsel Robert Mueller has history of standing up to the White House

Und der, den er benannt hat, der ist ein echtes Schwerkaliber, den sowohl die Demokraten wie auch die meisten Republikaner für den richtigen Mann halten, um Licht in die Dunkelheit der Trump/Russlandbeziehungen zu bringen.

Und ja, ich denke, da wurde in den letzten Tagen ohne dass Trump es bemerkt hätte, viel in kleinsten Kreisen gesprochen, auch über beide Fraktionen hinweg. Denn wenn plötzlich ein Herr Putin sich einmischt und die USA lächerlich macht, dann ist auch bei vielen Republikanern sicher eine rote Linie überschritten.

Und dass es überall Verschwörungstheoretiker gibt, die an keinem Ermittler ein gutes Haar lassen würden, wie ein gewisser republikanischer Abgeordneter Peter King, dass lässt sich derzeit ja leider nirgendwo mehr vermeiden, bei den Republikanern Amerikas schon gar nicht. King meinte dazu tatsächlich, ich zitiere die Zeit:

Er habe allen Sonderuntersuchungen gegenüber Bedenken, weil es keine richtige Kontrolle über sie gäbe und sie ihre Macht missbrauchen könnten.

Das dürfte sich Trump definitiv anders vorgestellt haben, und so fiel seine Reaktion auch eher genervt aus, als er kurz mitteilte, er wünsche sich, dass die Angelegenheit jetzt quickly erledigt würde. Nein, der Mann hat nichts begriffen, in diesem Fall ist er machtlos, denn den Sonderermittler, den kann er nicht entlassen, und er hat ihn auch nicht unter Druck zu setzen, selbst das würde ich als Ermittler schon als Einmischung und Druck machen werten.

Aber gut. Möge er so weitermachen und mögen die Börsen ruhig noch weiter fallen, lange macht Trump es dann tatsächlich nicht mehr. Und man kann nur hoffen, dass ihm niemand verrät, dass er ab sofort lieber die Füße still und die große Klappe geschlossen halten sollte. Aber heulen, dass er so mies behandelt wird, schlechter als jeder andere Präsident, von sämtlichen Medien, das darf er gerne weiterhin, sicher steigt dadurch die Produktion von Papiertaschentüchern und somit kurbelt er am Ende doch noch die Wirtschaft an.

Und ja, die Republikaner mussten einen Weg finden, der sie selber aus der Schusslinie bringt, denn sie selber fürchten sich vor der Wut derer, die derzeit noch hinter Trump stehen. Ein Impeachment wäre derzeit nicht machbar, dafür braucht es Ermittlungen, die am Ende oder im Laufe der Zeit noch mehr Anhänger an Trump verzweifeln und sie sich von ihm abwenden lassen.

Wie man politisch jemanden erledigt, wie man dann integriert, durch die Hintertür, wie eigene Parteianhänger agieren, wenn sie jemanden aus dem Amt haben möchten, auch das ist einem wie Trump, der keine politische Erfahrung hat, ja völlig fremd. Gut so.

Weiß man das hingegen, geht man auch davon aus, dass das was gerade in den USA passiert, lanciert wurde. Besser geht‘s nicht. So kommt man dann halbwegs ungeschoren davon, wenn Trump unhaltbar wird.

Bemerkenswert an diesem Tag, was Gabriel von Tillerson forderte: eine weiterhin enge Kooperation der Geheimdienste beider Länder. Also ganz bei Trost kann Gabriel nach dem, was Trump sich Israel gegenüber geleistet hat, auch nicht sein. Und die SPD braucht sich bei so einer Ansage unseres Außenministers, nach so einem Supergau des Präsidenten der USA an Verrat eines Verbündeten gegenüber wirklich nicht zu wundern, wenn ihre Umfragewerte im Hinblick auf die Bundestagswahl sich im Sinkflug befinden. Da rauft man sich als potentieller Wähler ja die Haare!

Und überhaupt, was sich Trump geleistet hat, als er meinte man solle Medienvertreter wegsperren, und der jemanden ins Amt rufen, der mehrere Tote verantwortet wie Clarke für die Homeland Security, der übrigens auch Russlandbeziehungen hat, das schlägt jedem Fass den Boden aus, sagt auch viel über den Charakter Trumps. Gut, dass jetzt vielleicht die Chance kommt, diesen Menschenverächter doch noch aus dem Amt zu befördern …

©denise-a. langner-urso

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