Trump – Herr Präsident prügeln selber

Und man fragt sich schon, welche Staatschefs demnächst völlig austicken, speziell, wenn man auf den kommenden G20 Gipfel in Hamburg und die dort versammelte politische „Elite“ blickt. dann bekommt man Angst, Angst, weil Deutschland schon immer irgendwann die Politik der USA übernahm oder für gut befand.

Wann hat es das schon einmal gegeben, dass ein amerikanischer Präsident, dass ein Präsident jenes Staates, das bisher als Garant westlicher Werte galt, diese sogar mit Waffen verteidigte, diese öffentlich so sehr bedroht hat, wie es jetzt der Präsident der Vereinigten Staaten tut, wenn er quasi offiziell zum Angriff auf die Medien bläst. Eher selten. Zuerst war da Putin, denn dort drehte sich der Wind massiv gegen die Pressefreiheit spätestens mit der Invasion auf der Krim und im Krieg um die Ukraine. Und vor Putin sah es für einen Augenblick so aus, als würde irgendwann einmal Ost und West um all das kämpfen, was eben Freiheit und Demokratie ist.

Im rahmen des Syrienkrieges aber eskalierte das immer schneller, Staaten, die einst westliche Werte hochgehalten hatten, und von denen man dachte, sie seien froh, endlich nach dem Fall der Mauer zum westlichen Bündnis gehören zu dürfen, die allen voran mauern eingerissen hatten, bauten diese zuerst auch wieder auf. Von Ungarn bis Polen, was im Brexit gipfelte.

Und niemand widersprach mit Nachdruck schon gar nicht die Bundeskanzlerin, denn dieser und ihrer eigenen Union aus CDU und CSU kam es zuvorderst auf eins an: Germanys Wirtschaft First. Schönen Reden folgten bis heute an keiner Stelle Konsequenzen, die wirklich weh taten, weder aus Deutschland, noch aus der EU, denn da braucht es den Wirtschaftsmotor Deutschland, sonst wäre der Laden längst implodiert und es hätten noch mehr Staaten den Exit gesucht, allen voran Griechenland, dem eh im Rahmen der Flüchtlingskrise ohnehin viel zu wenig geholfen wurde, und auch in Italien kocht es derweil gewaltig, denn jeder Cent, den diese Staaten für die Flüchtlingshilfe ausgeben, fehlt um die eigene Wirtschaft zu sanieren, um Schulden abzubauen. Geniales Konzept.

Vorübergehend fand sich eine Lösung in der Türkei, doch welches Druckmittel man damit an einen übergab, der nur sich und seinen Privatkrieg gegen ein freies Kurdistan und gegen einen Widersacher am anderen Ende der Welt führen wollte, das hatte niemand auf dem Plan, weil man nie andere Pläne in der Hinterhand hat, weil man immer nur bis zur eigenen Nasenspitze denkt, nie darüber hinaus.

Und dann kam in den USA einer an die Macht, von dem niemand wirklich weiß, was er außer Amerika First und Privatkriegen überhaupt kann und will und jetzt, nachdem ein Herr Erdogan noch seine Bodyguards prügeln lies, veröffentlicht dieser Präsident ein Video gegen ein Medium, das ihm nicht in den Kram passt, so wie er am liebsten freie Medien vermutlich verbieten würde, wenn es ihm passt und wiegelt dadurch seine Anhänger zum tätlichen Angriff gegen Journalisten auf. Was für ein Irrsinn. Erdogan versucht derweil öffentlich in Deutschland Unruhe zu schüren, hetzt seine Anhänger gegen alles auf, was ihm mehr macht garantieren und andere Meinungen sogar in anderen Staaten niederprügeln soll, weil andere Meinung für ihn Verrat bedeutet.

Derweil bescheinigen andere der Kanzlerin Außenpolitik zu können, die mächtigste Regierungscheffin der westlichen Welt zu sein, ihre Anführerin. Angefangen bei den Medien. Sorry, Leute, geht‘s noch? Wenn Merkel tatsächlich diese Figur wäre, dann wäre es ihr eingefallen, den G20 Gipfel abzusagen, bis sich die Irren der Welt mal wieder im Griff hätten und bis sie sich besonnen hätten auf westliche Werte, dann hätte sie zum Demokratiegipfel gerufen alleine mit Erdogan, Putin und Trump und jenen aus Europa, die meinen, Freiheit sei für den Arsch und alleine der eigene Egoismus, der eigene Machterhalt zähle, was aber die Mehrheit der eigenen Menschen im Land denke, das sei unbedeutend, ja gefährlich.

Frau Merkel eine große Politikerin? Wie Groß Frau Merkel ist, hat sie am Freitag im Bundestag bewiesen, wie volksnah beweist der eigene Innenminister zum G20 Gipfel, beweisen Politiker wie Kauder täglich. Frau Merkel ist ein Püppchen, dass die Herren der Partei aus der Kiste lassen, wenn die Macht der Partei bedroht ist, und Frau Merkel tut das, was unemenzipierte Frau eben tut, wenn starke Männer Basta rufen und damit den eigenen Status gefährden. Nicht mehr. Frau Merkel ist eine öffentlich zur Schau gestellte Hausfrau der 50er Jahre.

Wer jedoch einen authentischen Regierungschef sehen will, der zum Kämpfen geboren war, der muss sich vor Augen führen, was Obama in seinem Leben geschafft hat, wie wandlungsfähig die USA vor Trump waren. Dagegen ist Frau Merkel rein gar nichts, abhängig von der Gnade alter weißer Männer, die zurück dahin wollen, wo Frauen und Minderheiten nie wieder leben sollten, in der Mitte des letzten Jahrtausends.

Nein, Merkel beschränkt sich selber und schadet damit westlichen Werten mehr als wir uns derzeit ausmalen können.

Ihr wollt die Rolle rückwärts? Dann wählt Union mit Bedarfs-Winkelement. An Taten sollt ihr sie messen, und was ihr die Menschen bedeuten, was diese zählen, zu sagen haben, wie sehr Rechte eingeschränkt werden, wenn sie nicht ins Konzept oder zur Wirtschaft passen, mehr und mehr, das beweist die Kanzlerin ihrem Volk gerade in Hamburg. Das sollte Warnung genug sein, wenn einem schon die nebenbei beschlossene Totalüberwachung am Allerwertesten vorbei geht. Und das beweist die Union gerade heute mit ihrem nichts sagenden Wahlprogramm, das sie sich auch hätte schenken können, und dem die eine Aussage genügt hätte, die da lautet: Sie kennen uns

©denise-a. langner-urso

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