Türkei: Wie man Gewaltherrschaft finanziert – Wirtschaftliche Säuberungen

Ich habe mehr Angst vor skrupelloser, gewissensbefreiter Marktwirtschaft und denen, die deshalb sich anstellen, wie die berühmten drei Affen, die nicht sehen und hören und schweigen, als vor Menschen, die vor den Auswirkungen, die solches Wirtschaften anrichtet, flüchten. Das vorab.

Man könnte es auch als Korruption bezeichnen, wagt derzeit aber niemand offen auszusprechen. Doch genau das passiert in der Türkei, und es passiert mit offener Ansage. So rasant und deutlich agiert hat nicht einmal das historische Vorbild aus Deutschlands dunkelster Geschichte.

Man könnte das was in der Türkei passiert, auch mit dem Netzwerk, dass der Islamist und selbst ernannte Kalif Abu Bakr al-Baghdadi sich geschaffen hat, vergleichen, der so gleich einen kompletten Staat aus dem Boden stampfte, denn auch damit ist all das vergleichbar, nur, dass bisher noch keine Gewaltvideos von öffentlichen Auspeitschungen, Köpfungen und so weiter erschienen sind. Was sich jedoch da abspielt, wohin Erdogans Gegner verschwunden sind, das weiß niemand.

Man muss seine Anhänger auch dauerhaft bezahlen, damit sie einem folgen, sonst ist so eine Machtübernahme bald vorbei, also landet man irgendwann bei der Wirtschaft, und in diesem Fall scheint es niemanden zu interessieren, wie auch die Vorgänge in Saudi-Arabien nicht stören, solange die eigene Wirtschaft im Westen nicht leidet. Und das weiß Erdogan sehr genau. Das nützt er aus, und er nutzt all das, was der Westen bisher nicht sehen wollte, als Waffe gegen ihn aus, bis hin zu den Gesetzen, die von der EU selber nicht so ernst genommen werden, wie sie es müssten.

Jetzt also die Reinigung der Wirtschaft, Enteignungen, Konfiszierung von Geldern, bis hin zu kompletten Konten, denn all das gehört dazu, wenn man in diesem Bereich reinigt. Und da hat der Westen ja bereits in den kurdischen Gebieten innerhalb der Türkei weggeschaut.

Weg von dir, hin zu mir, zu meiner Familie, meinen Anhängern, nichts anderes ist damit gemeint. Man muss seine Mitstreiter bei Laune halten, das kostet.

Und wehe, es behauptet jemand, dies habe Vorbilder, den trifft umgehend die Rassismus- und Fremdenfeindlichkeitskeule Erdogans, wobei dem Irrsinn nur noch eine Anfrage in den EU-Mitgliedsstaaten fehlt, auch hier seinen Nichtanhängern die Konten zu schließen und ihnen Berufsverbote zu erteilen.

Aber nein, all das hat keine Vorbilder, wehe dem, der historische vergleiche sucht, wobei man nicht nur in Deutschlands Geschichte wühlen muss, denn es gibt auch genügend ähnliche Geschichten und Vorgänge in Südamerika.

Ich hör ja schon auf zu denken, ist ja gut …

©denise-a. langner-urso

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