Türkei – Schweigend für die Demokratie

Das, was sich jetzt in der Türkei gerade abspielt, ist der erschütternste Protest, den ich je gesehen habe. Diese Bilder, die jetzt uns hier erreichen, sie sind stärker als jene von Wasserwerfern und Demonstranten, die sich ihnen entgegen stellen. Ich weiß nicht, warum es mich so erschüttert, aber diese Form des Protestes treibt mir Tränen in die Augen, macht gleichzeitig unendlich wütend.

Wir dürfen sehen, aber die Sprache, sie ist uns verboten, und ja, seit heute ist selbst das Stehen und Schweigen untersagt. Selbst dafür verhaftet man und, seht her, wie weit hier Demokratie zur Diktatur wird. Das ist die heutige Botschaft. Und sie ist stärker als alles, was ich jedenfalls je gesehen habe. Doch zumindest jetzt schaut die Welt hin, meldet sich die Uno endlich zu Wort.

 

Wer Menschen verhaften lässt, die nichts tun, nichts mehr sagen, der ist entgültig am Ende, und genau das passiert ja. Was will der Diktator, und ja, zu einem solchen ist Erdogan derweil mutiert, jetzt tun? Stehende, schweigende Menschen von Panzern überrollen lassen? Will er tausende verhaften lassen? Alleine, weil sie stehen und schweigen?

In der Türkei zeigt sich, es ist nicht die Feder, nicht das Wort, es ist das Schweigen, das zur Waffe wird, einer schärferen zudem als jede andere.

Man kann diese Menschen und ihre Kreativität nur bewundern. Und gleichzeitig ist spätestens jetzt die Zeit für Erdogans Rücktritt gekommen. Er muss jetzt das Volk über seine Politik befragen. Die Zeit ist reif für Neuwahlen! Übrigens schreibt die Hürriyet auch, dass dieser Protest vier Wochen dauern soll …

 

©denise-a. langner-urso

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