USA, Türkei, Deutschland- Gabriel macht sich lächerlich

Bisher hat der Außenminister einen guten Job gemacht, doch seit seinem Besuch in den USA hat sich das aus meiner Sicht geändert. Dort hat sich unser Außenminister mit Herrn Tillerson getroffen, und bei diesem Treffen um Vermittlung mit der Türkei gebeten, gleichzeitig wurde über eine bessere Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Staaten gesprochen.

Hat denn der Außenminister nicht mitbekommen, was der Präsident der USA gerade für einen Schaden angerichtet hat, als er seinem russischen Gegenpart Quellen offengelegt hat, Quellen Israels, die in gewissen Regionen für den Mossad und gegen ISIS absolut überlebenswichtig im Kampf gegen die Terrortruppe sind? Eine bessere Zusammenarbeit, bei dem Chaos, welches derzeit im Weißen Haus herrscht?

Natürlich muss man im Gespräch bleiben, doch derzeit kann man sich auch treffen, ohne dabei auf intensivere Zusammenarbeit zu drängen, denn ich als Wähler wundere mich dann, wenn sich so von einem Außenminister verhalten wird, auch nicht, wenn die SPD ihren Sinkflug fortsetzt.

Hinzu kommt die Bitte um Hilfe wenn es um die Türkei geht. Deutschland so hilflos? Hat der Außenminister nicht mitbekommen, wie es gerade um das Verhältnis USA/Türkei steht? Hat der Minister nichts von Erdogans prügelnden Bodyguards gehört, die vor der Botschaft auf am Boden liegende Demonstranten eintraten? Hat er nicht gehört, dass derweil die USA genauso als Unterstützer von angeblichen Gülen-Terroristen und Kurdenunterstützer angegriffen wird, wie Deutschland selbst?

Ganz ehrlich, Herr Gabriel, sie begreifen es einfach nicht: Erdogan will nicht verhandeln, Erdogan braucht genau dieses Feindbild um sich an der Macht zu halten. Erdogan erpresst und wird weiter erpressen, benutzt inhaftierte Journalisten und die Basis in Incirlik als Druckmittel, Erdogan will sich als Opfer darstellen können, wenn dort die Bundeswehr abgezogen werden sollte. Erdogan hat ähnlichen Verfolgungswahn wie Trump, der sich selber dauernd einer Hexenjagd durch die Demokraten und Medien, ja selbst durch die eigenen Dienste ausgesetzt sieht.

Man kann die Beziehungen auch einmal abkühlen lassen und trotzdem im Gespräch bleiben, dafür gibt es Diplomaten, dafür braucht es keine ständigen Besuche. Ich jedenfalls denke, sie haben sich mit dem, was da in den USA beim Besuch passierte eher lächerlich gemacht, als dass sie das Bild guter Arbeit aufrecht erhalten konnten.

Und mir reicht es, wenn der US Präsident sein land der Lächerlichkeit aussetzt, das brauche ich als potentieller Wähler in Deutschland für uns bestimmt nicht. Nochmal, bei solchen Aktionen wundern mich die sinkenden Umfragewerte tatsächlich nicht, und ich bin sicher mit meinen Überlegungen nicht ganz allein …

©denise-a. langner-urso

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