Wie Dobrindt den Strauß lieben lernte

Wer um Wählerstimmen buhlen muss, wer Mitglieder verliert, der hat ein Problem, und wer sie erneut gewinnen will, der bietet sich derweil mit so gut wie allen anderen Parteien eine Olympiade nach rechts. Klasse gedacht. Wer das braucht, den braucht eine demokratische Gesellschaft, eine soziale Gesellschaft ganz bestimmt nicht, es sei denn, sie ist scharf darauf, alles aufzugeben, was an ihr sozial, was gerecht, was Freiheit ist.

Dobrindt? Revolution? Ich glaube mein Schwein pfeift!

So richtig männlich soll es sein, das Land, das sich Dobrindt wünscht, so mit Frauen an den Kochtopf und Männer in den Dreck bei Bundeswehrübungen, samt Wehrpflicht vermutlich.

Was waren das für schöne Zeiten, als man noch bei Medien einfallen konnte, die kritisch berichteten, wir erinnern uns gerne an die Spiegelaffäre.

Und ja, man wäre das schön so einen klitzekleinen Atomangriff auf Russland starten zu können, mit eigenen Atombomben, versteht sich. Da freut sich die Rüstungsindustrie, mit einem wie Dobrindt rentieren sich dann endlich die Spenden von vielen Seiten.

Und ach, endlich die Frau daheim, mal gerne wieder dahin zurück, wo diese nicht einmal ohne Erlaubnis des Gatten arbeiten durfte und am besten verbieten wir dem weiblichen Geschlecht auch wieder das eigene Konto. Und wäre es nicht am Besten, wenn wir der Frau gleich noch das Wahlrecht absprechen würden?

Und ginge es nach diesem netten Herrn, wie wäre es denn mit einer Verbindung von Österreich/Ungarn/Bayern? Waren das damals nicht schöne Zeiten, als man sich darauf verlassen konnte, dass speziell aus einem dieser netten Staaten die echten Kerle kamen, die es mit brotloser Kunst bis in höchste Ämter schafften?

Ich empfehle ja dem Herrn Dobrindt und der CSU einmal bundesweit einen Antritt bei einer Wahl zu versuchen, denn was will eigentlich diese Popelpartei mit ihren 6,2% dem Rest der Republik hier als Mehrheitsmeinung verkaufen? Gut gebrüllt Löwe, würde ich als Kanzlerin signalisieren, und jetzt husch, husch aufs Oppositionsbänkle, ich ruf mal die Grünen zu den Sondierungen mit der SPD hinzu.

Die SPD muss ja mit dem Hammer geprügelt sein, wenn sie mit dem toten Blinddarm, genannt CSU, sich überhaupt auch nur zum Kaffee trifft! Diese Minipartei hat derweil genug Schwachfug durchsetzen können, es reicht irgendwann wirklich. Es braucht diese Partei nicht, und weshalb diese ein Dauerticket in Regierungsämter hat, verstehe wer will, ich jedenfalls nicht.

Dobrindt meint zu wissen, was die Mehrheit der WählerInnen und Wähler wünscht, nur zu, soll er versuchen, wozu den Schwesterparteien bisher der Mut fehlt, ich will die CSU auf allen Wahlzetteln sehen, mal sehen, was dabei rauskommt. Dobrindt will zurück zu Strauß? Bitte, gerne, möge er es versuchen. Die SPD jedenfalls sei gewarnt, hier soll die Sondierung gezielt zum Platzen gebracht werden, damit die rückwärtsgewandten Kräfte um Tauber und Spahn Merkel absägen können, wenn die Gespräche platzen, und anschließend ins Bett mit am liebsten FDP und AFD. So wäre es der Union doch derzeit am liebsten, und wer genau hinschaut, der bekommt ja mit, mit wem in so einigen Gebieten des Landes da bereits geliebäugelt wird. Es ist absehbar, was da geplant ist, man kann es sehen, wenn man will. Nur wie man die Schuld der SPD zuschieben will, da bin ich mir noch nicht so sicher, aber genau das ist das Ziel.

Es ziehen schwarze Wolken auf, sehr schwarze Zeiten, wir werden uns umgucken, wenn die Kanzlerin das nicht mit der SPD abzuwenden vermag. Lieber früher als später die Grünen gefragt, zurück in Zeiten von Strauß, das brauchen allenfalls Trumpisten, Verschwörungstheoretiker und Feinde einer möglichst freien Gesellschaft, Feinde der Gleichberechtigung, Falken! Das einzige sichtbare Ziel der CSU derzeit ist: das Platzenlassen der Sondierungsgespräche, deren Verunmöglichung, Merkel durch einen knallharten schwarzen Sheriff zu ersetzen, Zeiten und Gesetze zurückzustellen auf vorsintflutliche Zeiten.

©denise-a. langner-urso

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