Wissenswertes über das römische Amphitheater in Verona

 

Jedes Jahr begeistern die Opernfestspiele in Verona ein weltweites Publikum. Auch heuer locken die Opernspektakel jede Menge Besucher an. Bei Opern wie Nabucco, Aida oder Rigoletto wird Kultur auf höchstem Niveau geboten. Das römische Amphitheater in Verona ist dabei Schauplatz der kulturellen Ereignisse.

Die erste Aufführung fand am 10. August 1913 statt. Die Oper Aida wurde damals zu Ehren des hundertjährigen Jubiläums Giuseppe Verdis aufgeführt und das einzigartige, Amphitheater wird seit mittlerweile über hundert Jahren als imposante Bühne benutzt. Es ist sogar das weltweit größte Freilichttheater.

Das beeindruckende Bauwerk aus der Zeit des Kaisers Augustus wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut und blieb bis ins 10. Jahrhundert fast zur Gänze erhalten. Obwohl bei einem Erdbeben im 11. Jahrhundert die Außenmauer ein stürzte, ist die „Ala“ bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Die Arena muss einst riesige Ausmaße gehabt haben.

Die Arena von Verona wurde immer bestens gepflegt. Sie hat eine ellipsenartige Form, zwei riesige Tore und ist über 138 Meter lang. Das Innere der Arena ist oval. Hier kämpften einst Gladiatoren. 45 Steinstufen bieten Platz für 22.000 Schaulustige.

Im Inneren finden nochmals 3.000 Menschen Platz. Es ist nicht einfach, bei diesen imposanten Maßen die Bühne perfekt zu inszenieren, da die ersten Sitze 50 Meter von der Bühne entfernt sind und die Bühne selbst mit 1.500 Quadratmetern überwältigend groß ist. Ein kleiner Chor verliert sich hier. Aus diesem Grund singt in der Arena ein Chor von 180 Personen.

Die Opernfestspiele in Verona finden heuer vom 23. Juni bis 27. August statt. Die Zuschauer können sich auf insgesamt 48 Aufführungen von Opern Nabucco, Aida, Rigoletto, Tosca und Madama Butterfly sowie auf 3 Galaabende freuen. Für die begüterten Gäste stehen im Inneren der Arena gepolsterte Sitze parat. Diese gibt es auch über dem Eingangstor, auf dem Balkon.

Früher saß dort der Statthalter. Heute ist der Balkon dem Bürgermeister der Stadt und seinen Gästen vorbehalten. Die anderen Gäste nehmen auf den Steinstufen Platz. Für die billigeren Ränge ist Opernkleidung nicht Pflicht. Trotzdem ist hier bequemere Kleidung und ein Sitzkissen zu empfehlen, denn der Stein doch ziemlich hart ist.

Die Aufführungen sind jedes Jahr ein kulturelles Ereignis. Neben kostbaren Kostümen beeindruckt das Publikum die gigantische Bühne, der Chor, die Sänger sowie das Orchester. Ein Kulturspektakel, das zurecht berühmt ist.

Es wird natürlich auf Schönwetter gehofft. Aber auch bei leichtem Regen geht die Opernaufführung weiter. Dann werden einfach die Regencapes aufgesetzt. Den Kulturgenuss soll das nicht schmälern. Wenn es aber zu stark regnet, wird das Spektakel unterbrochen und es geht in der Regel erst beim Nachlassen des Regens weiter. So kann die Aufführung manchmal die ganze Nacht dauern.

Bei Anbruch der Dunkelheit werden die mitgebrachten Feuerzeuge entzündet. Was früher Kerzen waren, wurde dann durch Feuerzeuge ersetzt. Heute sind es oft die Lampen der Handys, die eindrucksvoll leuchten.

©einreicher

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