Armuts- und Umweltdebatten – Und ihr wundert euch?

 

Die Debatten um Armut enden sich, und der Politik und vielen Journalisten ist nicht klar, dass sie massiv zum Thema beitragen und Angst und Neid selber schüren und anfeuern. Massiv zugenommen hat das seit es Onlinemedien gibt, aber auch die Werbung in vielen Sendern trägt massiv dazu bei.

Und ja, über die Themen Altersarmut, Armut von Kindern und über die radikal ansteigenden Mieten in vielen Städten muss geredet werden, doch ist zu beobachten, dass auch zu diesem Thema einigen Mitmenschen in jede Richtung die Sicherungen durchbrennen, was man erst gestern wieder bei Maischberger beobachten konnte.

Es sind Wahlkampfzeiten, wobei ich mich immer öfter frage, ob die jemals wieder enden, und es läuft ein dauernd schärferer Überbietungswettbewerb zwischen den Parteien zur Wählergewinnung. Redet die Linke von Enteignung ab ein paar tausend Wohnungen, legt jemand aus der SPD nach und fordert das für Eigentümer ab 20 Wohnungen. Irrer geht es nicht. Bei der Rente ist es nicht anders, auch bei Mindestlohnabschlüssen, und kommt es zu Streiks, reibt man sich die Augen, wenn man die Forderungen sieht, ganz abgesehen, von Meldungen über die erreichten Abschlüsse. Die gerechtfertigt sind, schaut man sich die Grundbedürfnisse der Menschen an, die immer schwerer finanzierbar sind.

Über den Tellerrand hinaussehen

Das allerdings macht in diesem Bereich niemand, übrigens auch nicht, wenn es um den Klimawandel geht. Es wird immer nur in der kleinsten Einheit gedacht, nie das Große und Ganze gesehen. Aber langsam. Spätestens seit dem Fall der Mauer und seit der EU-Erweiterung, die ohnehin viel zu rasant erfolgte, sollte selbst dem Dorfpolitiker klar sein, Menschen migrieren, das macht Probleme, wie beim Wohnungsbau jetzt für jeden Menschen zu sehen, Migration drückt Löhne und so weiter und so fort, und Unternehmen gehen dahin, wo die steuerlichen und Lohnbedingungen besser und Gewinnaussichten höher sind als in Ländern wie Deutschland, wo politisch bessere Standortbedingungen geboten werden. Geredet wird darüber eher selten, das wird vermieden, dabei hat die Politik das Heft des Handelns selber in der Hand, auch in unterschiedlichen Bundesländern.

Was innerhalb einzelner Staaten geschieht, passiert natürlich massiv verstärkt innerhalb der EU und immer öfter weltweit, und derzeit sind China und Co für Unternehmen noch interessanter als zuvor, denn das Land verliert an Wachstum. Dass alles zusammenhängt, auch darüber wird selten berichtet, und wenn, dann verschwinden Berichte und Kommentare dazu hinter Paywalls, was immer deutlicher zu erkennen ist, lesbar für die, die sich zuzüglich zu den Rundfunkgebühren auch noch immer teurere Onlineabos leisten können, derweil vor der Paywall mal unverhohlen nicht gekennzeichnet und als Schleichwerbung deutlich erkennbar über Produkte geschrieben und für sie in ab und zu dann doch gekennzeichneter Werbung geworben wird, die sich Normalverdiener nie leisten konnten.

Werbung und Medien – Ein Teufelspakt

In dem Bereich ist der Spiegel übrigens wahrer Meister und toppt mit Artikeln samt Links so gut wie alles. Geworben wird dort für Produkte wie Tesla, berichten Sender über Automobilmessen, so wird über Autos geredet, die jenseits von Gut und Böse sind, schaut man sich Artikel an, so wird dort über ständig neue technische Waren wie Boote, Fernseher oder Handys und Schmuck oder Mode und Wohnungen geschrieben, die sich oft selbst Gutverdiener nicht kaufen können, ohne sich dafür verschulden zu müssen.

In den Onlinemedien wimmelt es nur so von Artikeln die über Produkte für Menschen mit Einkommen ab 100.000 Euro beginnen. Mich wundert dann gar nicht mehr, dass irgendwann die Normalbürger nicht mehr wissen, ob sie sich demnächst überhaupt noch etwas leisten können, und schaut man sich an, über welche Restaurants und Küchen berichtet wird, derweil im Fernsehen quasi Kochen für Arme gezeigt wird, so zweifle ich am Verstand von denen, die sich Journalisten und Medienmacher nennen, wenn anschließend über irgendwelche Superreichen Familien und deren Alltagsprobleme berichtet wird.

Migration entstand urplötzlich?

Aber zurück zur Politik. Dass es Migration gibt, das sollte derweil bei jedem angekommen sein, was diese bewirkt, wenn Politik ihre Aufgabe nicht macht und die damit verbundenen Probleme nicht umgehend löst, nicht vorausschauend handelt, das erleben wird gerade, und ich rede hier noch nicht von Menschen, die ihre Heimat wegen Kriegen oder anderem verlassen müssen. Ich spreche nur über die ganz normale Migration, wenn es um Arbeitsplätze und in dem Zusammenhang benötigte Mitarbeiter geht.

Ist die Ausbildung von Menschen irgendwo besser, dann spielen Sprachbarrieren keine Rolle in Unternehmen, denn eine Sprache wird fast überall besser beherrscht als hier: englisch, was alleine schon viel über unser Bildungssystem aussagt. Interessant wird es aber in dem Augenblick, wenn man verhindern will, dass in bestimmte Arbeitsbereiche hinein migriert wird, dann schraubt man einfach die Ausbildungsbedingungen massiv hoch, verlängert Ausbildung um teilweise Jahre, und überträgt das EU weit, auf dass man sich anschließend darauf berufen kann, die EU müsse den Zugang regeln, derweil das was gelehrt wird, trotzdem nicht besser wird, es wird nur billiger für die Arbeitgeber, und trotzdem wird ein Hintern dadurch nicht sauberer, wenn man ihn dreimal länger putzt als zuvor. Pflege ist und bleibt Pflege, daran ändert sich nichts, auch dann nicht, wenn man den Pflegeberuf zum Studiengang macht. Vieles lernt der Pflegende ohnehin erst in der Praxis und nur dort. Allerdings verteuert sich dauerhaft auch die Pflege, denn der Arbeitnehmer ist nicht voll einsetzbar. Man verkopft und bürokratisiert immer mehr.

Irrsinn Bürokratie

Passiert das, was in der Pflege passiert dann beim Bauen, entstehen die Probleme die wird derzeit haben. Bauten müssen immer stärker gedämmt werden, immer mehr an Energie muss gespart werden, die Auflagen werden höher und höher, immer mehr Vorschriften sind zu beachten, wie beim Auto. Kein Wunder, dass irgendwann Bauen nicht nur unbezahlbar wird, sondern sich dadurch, dass kaum jemand durch den Behördendschungel durchblickt, sich immer mehr verteuert, und dass sich das dann eben kleinere Unternehmen so gut wie nicht mehr leisten können und wollen. Wer hat schon den Nerv und das Kapital, manchmal mehr als eine Dekade zu warten, bis irgendwann Einnahmen fließen?

Darüber redet auch niemand, auch darüber nicht, wie teuer durch massive Bürokratie heute bereits ein einziges Eigenheim geworden ist, und welche Probleme überhaupt auftreten können, wenn plötzlich auf irgendeinem Grundstück eine Eidechsenart oder irgendein Käfer entdeckt wird, der unter Naturschutz steht. Zudem ist derzeit gar nicht klar, wie sich Grundsteuern erhöhen, schon das dürfte Menschen in Not bringen, die erst vor kurzem gebaut und punktgenau ihre Finanzierung berechnet haben, ganz zu schweigen von Menschen, die hofften zur Rente schuldenfrei wohnen zu können, und jetzt vielleicht erkennen müssen, dass dieser Traum demnächst ausgeträumt sein dürfte.

Probleme mit der EU? – Wen wunderts?

Die Probleme, die Deutschland hat, sind hausgemacht, die Probleme, die die EU hat auch. Großbritannien hat sich so gut wie aus der EU verabschiedet, und dabei geht es auch um Zerstörung von Arbeitsplätzen und Fangquoten, mehr sage ich dazu hier nicht, selber denken ist erwünscht.

Und ja, ich will überhaupt nicht wissen, was passieren würde, wenn die EU-Politik ihren Job richtig machen und in allen Bereichen derart durchgreifen würde, wie es im Bereich Autos und Co in Deutschland passiert. Wenn die EU alle Staaten im Osten so behandeln würde, wie sie es derzeit in der Klimadebatte macht, wenn sie das mit Rumänien, Ungarn, Polen täte, mit Griechenland und Italien, denn darüber hört man bei und nichts, aber unsere nicht mehr erlaubten oder demnächst sogar verbotenen Autos fahren dort fröhlich weiter, dort qualmen Fabriken vor sich hin, wird Kohle abgebaut, wird kaum gedämmt.

Vorbild sind immer die anderen

Ich frage mich dauernd, für wie blöd deutsche und europäische Politiker die Bürger Deutschlands aber auch Frankreichs halten. Wie blind muss man eigentlich sein, um zu erkennen, wozu solches Nichtabstrafen und Nichtberichten über die Probleme, die anderswo existieren hier führt?

Stattdessen wird über „Vorbilder“ berichtet im Bereich kostenloser Busse, billigerer Wohnungen, besserer Renten, Gesundheitsvorsorgen, über Länder, die weil sie Wasserkraft haben, dadurch mehr an Energie erzeugen können, als Deutschland es je könnte, und die Autos aus ihren Städten vertreiben, weil alles bestens durchorganisiert wurde, für Radfahrer und Fußgänger, nur ein Blick auf Karten würde helfen um zu sehen, dass Oslo zum Beispiel etwas kleiner ist als Berlin und ein paar weniger Einwohner hat, das nur mal am Rande …

Anderswo sind rasante Entwicklungen in Garagen möglich, hier kommt umgehend der Nachbar samt dem Ordnungsamt vorbei und gemeinsam hält man dir eine Standpauke über Zweckentfremdung, wenn da außer dem Auto noch anderes steht, und wehe, du änderst auch nur die Farbe des Garagentores oder da wächst etwas zu hoch. Dann lernst du Deutschlands Gralshüter richtig kennen, und wehe, du zahlst irgendwelche Gebühren oder Steuern nicht pünktlich, dann ist die Hölle los, zumindest, wenn du Geringverdiener, Rentner oder Otto-Normalverdiener bist.

Und am Ende ist alles nichts wert, und man wird beschimpft

In unserer Siedlung lebt eine Familie, die derweil das Regenwasser nutzt, das Haus isoliert und auf Gas umgestellt hat, weil das galt ja als sauberer, wurde angepriesen, vier Kinder haben diese Leute, der Ehemann ist jetzt in Rente gegangen und schwer krank, fahren derweil statt früher zwei Autos, weil er Handelsvertreter war, jetzt ein E-Auto. Diese Leute sind endlich nach 30 Jahren schuldenfrei. Glauben die Grünen und die Freitagsprotestanten etwa, diese Menschen fühlen sich nicht verarscht, wenn man ihnen jetzt sagt, sie seien Deppen und haben alles falsch gemacht, der Energiepass wird jetzt erneut ungültig und Gas gehört auch weg, weil es umweltschädlich ist? Diese Generation glaubt echt ihr Schwein pfeift, wenn sie sich derart beleidigen und beschimpfen lassen muss, von wildfremden Kindern. Ist einfach so.

Die Menschen, und speziell die Jugend, die ja derzeit massiv umworben wird, weil es gewissen Herrschaften gerade so schön in den Kram und zum Wahlkampf passt sehen, wie ihre Eltern auf vielen anderen einschränkenden und behindernden Gebieten, was anderswo unbürokratisch, durch niedrigere Steuern, Vernetzung und Beschleunigung möglich ist, vergleichen.

Und Ihr wundert Euch über Unzufriedenheit, Unmut und Wut, und versucht tatsächlich über Enteignung und teure Rückkäufe auf Kosten aller Steuerzahler zu reden, mit Verboten zu reagieren, weil niemand mehr global und nur zur nächsten Wahl und innerhalb des eigenen Regierungsbezirkes denkt, das zu tun, was an Sozialismus erinnert und an Bevormundung und Erziehung, echt jetzt? Mal daran gedacht selber auch nur halbwegs politisch statt populistisch zu reden und handeln und das Globale zu sehen?

Problem erkannt?

Nun denn, nehmt euch die Staaten vor, wo all das, was hier bereits getan wurde, erst noch zu tun ist aber lasst endlich die Generation in Ruhe alt werden, der ihr den Wohlstand verdankt, der es euch ermöglicht Freitags zu demonstrieren statt in irgendeinem Bergwerk mit 15 schuften zu müssen.

Generationengerechtigkeit geht definitiv anders und weiter als mit Beschimpfungen derer, die jedem politischen Aufruf gefolgt sind und gehandelt haben, die versucht haben alles so zu machen, wie es gerade Recht und Gesetz war.

Vor der eigenen Türe kehren

Ihr wollt eine bessere Umwelt? Nur zu, geht Parks reinigen und Straßen und lasst eure Eltern im Golfgarten Bäume pflanzen, lasst sie selber E-Autos anschaffen und fahrt nicht in den Urlaub, aber lasst die in Ruhe, die lebenslang versucht haben sich an gültige Regeln zu halten, derweil eure eigenen Eltern die beschimpft haben, die schon immer den eigenen Garten mit Bäumen, Hecken und Co bepflanzt haben, derweil eure Eltern auf radikale Umsetzung von Gemeinschaftsordnungen geklagt und heimlich in der Nacht Bäume gefällt haben, selbst wenn sie unter strengem Naturschutz standen, und nehmt denen nicht noch im Alter die Butter vom Brot, die endlich dachten, sich nicht erneut verschulden zu müssen.

Berlin ist eine Decke über Unmengen von Dreck

Seid endlich dankbar für den Wohlstand, der hier geschaffen wurde, und kehrt erst einmal vor der eigenen Haustür, satt ständig mit Fingern auf andere zu zeigen, denn ich sehe auch, wessen Kinder und Enkel da so protestieren, die sich selber wie Wildsäue verhalten wenn es um die eigene Nachbarschaft und die eigenen Gärten geht. Schaut euch einfach die dumpfen, braunen zunehmend wachsenden Ecken in nur Berlin am Stadtrand an, dann könnt ihr euch ausmalen, was da in ein oder zwei Wahlperioden abgeht. Ich würde es lieber nicht übertreiben, denn was da unter der Decke brodelt, seit Jahren, was da unter den Teppich gekehrt wird, worüber kaum Journalisten berichten, das geht auf keine Kuhhaut, und wer darüber ausführlich berichten würde, weil er es könnte, der bräuchte vermutlich lebenslang Polizeischutz, darüber redet niemand, das kann nur nachvollziehen, wer da Dekaden gelebt hat.

Ihr redet und wollt Klartext? In dieser Stadt sorgt schon die Nachbarschaft, sorgen selbst hochgestellte Staatsbeamte täglich dafür, dass niemand kann, wenn er wollte, wenn es jemanden oder ihn stört, wenn der Nachbar nicht aus der eigenen Meute oder „Zucht“ kommt, was Gesetz ist.  Wie man sieht,austeilen, das können andere auch, und die wissen um die Probleme, denn die leben damit täglich und können sich nicht mal eben nach anderswo verziehen. Wer in dieser Stadt Sozialismus sagt, der wird ganz schnell im Gegenteil landen, wenn die echten Probleme dieser Stadt nicht rasant schnell angegangen werden, und dazu gehören eben auch das Wegsehen und Ignorieren von denen, die eigentlich die Schwachen schützen müssten. Ist so.

Noch Fragen?

©denise-a. langner-urso

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