Berliner Wasserbetriebe – Trinkwasserprobleme in Berlin-Lichtenrade?!

Seit gestern Abend schmeckt das Trinkwasser sauer. Ein Gast bemängelte seinen Tee und den sauren Geschmack, weshalb man denn Zitrone hinzu gegeben habe. Kopfschütteln, aber auch der gleichzeitig gebrühte Kaffee schmeckte sauer. Eine Probe vom Wasserhahn bewies, das Wasser war sauer und ist es bis heute. Den sauren Geschmack wird man über Stunden nicht los, der Magen übersäuert, Zunge und Kehle brennen. Nettes Sonntagsgeschenk zum 18. Geburtstag …

Ein Anruf bei den Wasserwerken erbrachte dass die Zuständigkeit auf die Hausverwaltung abgeschoben wurde, die Filter sollten überprüft werden. Die in Lichtenrade monopolartig vertretene Hausverwaltung, die so gut wie für alle Mieteinheiten zuständig ist, wiegelte noch  am heutigen Nachmittag ab, man habe „weitergeleitet“.An wen, wohin, fragen wir uns, und auf die Rückfrage, ob und wann man Aufklärung erhielte, ob das Wasser schädlich oder verwendbar sei, erhält man die Auskunft, vermutlich. Das ist äusserst unbefriedigend, denn es geht um die Gesundheit. Kann man das Wasser bedenkenlos trinken, zur Medikamenteneinnahme benutzen, können Allergiker mit Hautirritationen oder gar Neurodermitis damit duschen, baden? Auf all das keine Antwort … Auch nicht auf die Frage, wann man Aufklärung erhält, ob man über das weitere Vorgehen informiert wird, über die Regulierung etwa, wenn der Normalzustand wieder hergestellt ist.

Übliches Vorgehen, bei derartigen Problemen seitens Hausverwaltung und Wasserbetrieben, haben doch gerade die Berliner Wasserwerke auch in der Vergangenheit über Probleme in der Trinkwasserqualität selbst bei erhöhtem Chemikalienanteilen per Pressemitteilung häufig erst rückwirkend und verspätet die Bevölkerung informiert, die nur dadurch aufmerksam wurde, dass das Wasser bräunlich ankam, was angeblich an den eigenen Rohren liegen sollte, so die Abwiegelung jener Probleme mit zu vielen Chemikalien begründet. Wenn etwas schief läuft in der Berliner Wasserversorgung, so schiebt man gerne zuerst die Verantwortung den Bürgern zu, deren Leitungen, für die man keine Verantwortung trage, da diese ja ende am Haupthahn…

Gestern also empfahl man das Trinkwasser auf eigene Kosten durch ein Labor überprüfen zu lassen, da müsste der Besitzer mit dem Hammer geprügelt sein, schließlich ist es die Aufgabe der Berliner Wasserwerke einwandfreie Qualität zu liefern.

Internetrecherchen hingegen ergeben: zuviel Aluminiumsulfat zur Ausflockung lassen das Wasser säuern, da Teile des Aluminiums in das Trinkwasser gelangen. Laut Trinkwasserversorgungs-Verordnung darf ein Grenzwert von 0,2mg/l Aluminium im Trinkwasser nicht überschritten werden und wir fragen uns, wo derzeit der Wert in Berlin-Lichtenrade wohl liegen mag.

Das Umweltbundesamt Berlin wurde informiert, und morgen erhoffen wir von dort weitere Auskünfte aus dem Labor, das für besorgte Lichtenrader unter den Telefonnummern 030-86443459 oder 030-86443458 zu erreichen ist, denn offensichtlich soll hier wieder etwas seitens der Berliner zuständigen Wasserbetriebe nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt werden, und auch die Hausverwaltung reagiert nicht schnell genug. Zuständig in dem Labor beim Umweltbundesamt Berlin sind die Ansprechpartner Treder und Matz. Wenn die Berliner Wasserwerke Zuständigkeiten verschieben wollen, so helfen wir dabei gerne.

Die Rufnummer der Berliner Wasserbetriebe lautet- 0800.292.7587

Trinkwasser ist ein Lebensmittel, und niemand kann sagen, wie Menschen mit Hautkrankheiten reagieren, wenn sie mit zitronenartiger Flüssigkeit in Kontakt geraten, wie Menschen mit Magenproblemen reagieren, ob jede Zunge das schmecken kann, wie Babys und Kleinkinder reagieren, die ja bis zu einem gewissen Alter zum Beispiel bitter nicht schmecken können, und die sich deswegen an Bittermandel vergiften können. Und zusätzliches Aluminium sieht man nicht, das Trinkwasser bleibt klar, nur der Geschmack und die Nebenwirkungen weisen darauf hin, das etwas nicht stimmt. Niemand kann verlangen, dass der Bürger in solchen Fällen ein Labor bemüht, denn die Analyse ist teuer und das Ergebnis kann bis zu 2 Wochen auf sich warten lassen. Berlin hat gepfefferte Wasserpreise und für die Qualität hat der Anbieter, hier die Berliner Wasserbetriebe zu garantieren und zu haften,den Bürger über Abweichungen umgehend zu informieren, niemand sonst.

Wenn auch Sie ähnliche Probleme haben, rufen Sie zuerst die Wasserbetriebe, dann die Hausverwaltung und anschließend das Umweltbundesamt an und beschweren sie sich, denn es muss umgehend gehandelt werden! Und in diesem Falle gilt, besorgen Sie sich vorsichtshalber aus dem nächsten Geschäft Mineralwasser ohne Zusatz, das ist dann in jedem Falle verträglicher für die Gesundheit, lassen Sie nicht locker, die Wasserbetriebe und die Hausverwaltung stehen in der Pflicht, sie über die Behebung von Problemen bei diesem wichtigen Nahrungsmittel zu informieren!

©denise-a. langner-urso

  4 comments for “Berliner Wasserbetriebe – Trinkwasserprobleme in Berlin-Lichtenrade?!

  1. Arnheim
    13. März 2012 at 22:49

    Fortsetzung von der Fortsetzung..
    (…)
    Auch der stellvertretende FDP-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Henner Schmidt,
    hatte erklärt, in Berlin seien die Wasserpreise deutlich zu hoch. Eine vierköpfige Familie müsse im Jahr durchschnittlich 120 Euro mehr bezahlen als nötig, weil der Wasserversorger unter anderem bestehende Verträge nicht richtig nutze.

    In den vergangenen zehn Jahren habe jeder “Bundesbürger” im Schnitt fünf Liter Wasser pro Tag eingespart, schreibt die Bild-Zeitung. Dennoch werde Trinkwasser immer teurer.
    Der Preis pro Kubikmeter sei seit 1998 um 15,3 Prozent gestiegen.
    Ein Vier-Personen-Haushalt zahle deshalb 33 Euro mehr im Jahr, obwohl er 7300 Liter weniger verbrauche…….

    Jaaa, ist das nicht merkelig..?!

    Mit deutschen Grüßen an alle Klardenker..

  2. Arnheim
    13. März 2012 at 22:46

    Fortsetzung..

    Nun geißelte der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU)
    die Preise für Trinkwasser in Deutschland als deutlich überhöht..!
    Die Verbraucher müssten bis zu 40 Prozent mehr bezahlen als nötig, sagte der Minister der
    Bild-Zeitung. “Dadurch müssen Haushalte im Schnitt bis zu 150 Euro pro Jahr zu viel bezahlen”.

    Der Grund für die hohen Preise, so der CDU-Politiker, sei der fehlende Druck auf die Versorgungsunternehmen, die Kosten zu senken.
    Er mahnte rasche Aufklärung und Reformen zugunsten der Verbraucher an.
    “Länder-Kartellbehörden und Kommunalaufsichten sind gefordert, die Missstände zu beseitigen”, sagte Rhiel.
    Fortsetzung folgt..
    Weitere Informationen: .

  3. Arnheim
    13. März 2012 at 22:41

    So fängt es an..
    um zu sehen wie die Menschen reagieren…

    Das teuerste Wasser weltweit..
    ..und dann so eine übelschmeckende Brühe..?!

    Das lassen sich nur die “DEUTSCH-MICHEL” gefallen..

    Kürzlich kürte eine Studie das deutsche Wasser zum teuersten der Welt. Deutschland hat nach einer Untersuchung der internationalen Beratungsgesellschaft NUS Consulting weltweit die höchsten Wasserpreise – durchschnittlich 1,91 Euro pro Kubikmeter. Belgien (1,85 Euro), Großbritannien (1,50) und Frankreich (1,27) folgen auf den nächsten Plätzen.
    Kanada, Südafrika und die USA verlangen nach dieser Analyse die niedrigsten Gebühren.
    Fortsetzung folgt..

  4. Berliner Wassertisch
    13. März 2012 at 01:51

    Wie sagte es der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude so treffend:
    "Privatisierung ist nur am ersten Tag schön, wenn man einen Verkaufserlös kassieren kann. Aber dann kommt, dass man keinen Einfluss mehr hat, keine Gestaltungsmöglichkeit. Man ist den Investitionsentscheidungen von fernen Konzernzentralen ausgeliefert. Man hat keinen Einfluss auf die Preise, auf die ökologische Qualität. Man hat eigentlich als Gemeinderat abgedankt.” (In: Water makes money. Dokumentarfilm von Leslie Franke und Herdolor Lorenz. 2010)

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