Brauner Sumpf – BND, Politik und Presse im Tiefschlaf

Man möchte fast meinen, die Republik suhlt sich nur noch in Eurowahn und Wirtschaftswachstum, verbarrikadiert sich aus Angst vor Linksterrorismus und befasst sich ansonsten mit parteiinternen Querelen. Die Presse geifert derweil wie ein Riesenpaparazzo und wartet auf die Selbstzerfleischung der Regierung, hat ansonsten aber eher wenig zu tun und kommt ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr nach, der Recherche.

Dann, wie aus heiterem Himmel und gänzlich unerwartet, platzt eine Bombe aus braunem Schweinemist und jetzt bemüht man sich sich zu überschlagen mit reißerischen Meldungen, täglich wohlgemerkt, damit man nur ja zum Jahresende noch den eigenen Absatzmarkt bedienen und die Verkaufszahlen steigern kann.

Man ist verwundert und aufgescheucht, auch in der Politik, denn oh Gott, der rechte Abschaum hatte selbst Politiker im Visier, das Mittagsschläfchen wird unsanft unterbrochen und Gabriel schreit erschrocken nach einem Parteienverbot.

Wer den Rechtsradikalismus ausmerzen will, der bedient sich linke Aussteiger und umgekehrt, nur dann läuft man nicht Gefahr, dass der Informant ins Gegenteil abrutscht, dann betreut man ihn, überprüft, baut über Jahre hinweg jemanden auf, schleust ein.

BND, und man meint, da hocken ein paar Kinder, die davon träumen, irgendwann einmal ein Abenteuer zu erleben, die aber keine Lust haben, dafür vor die Haustür zu gehen. Und überhaupt, sind ja deutsche Geheimdienste die besten der Welt, Wir bilden aus, wir sind unübertroffen. So läuft das mit der Polizeiausbildung der Welt, so läuft es überall, nur sich keine Blöße geben.

Im normalen Unternehmen nennt man solche Leute eher Versager, sie sind in der Regel über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt, so einfach ist das, denn man kann sich auch überschätzen und oft ist es wesentlich hilfreicher, bringt unternehmen voran, wenn sie Arbeit delegieren, um so neue Wege zu finden, neue Absatzmärkte, neue Produkte.

Wer den Rechtsterror bekämpfen will, der arbeite mit dem Mossad zusammen, lasse seine Mannen dort schulen, frage dort an, übernehme deren Mitarbeiter, deren Helfer. Wer den Rechtsterror wirksam erledigen will, der darf durch Parteiverbote die bekannten Mitglieder nicht in den Untergrund zwingen.

Man fragt sich ja derweil als Bürger, ob der deutsche Geheimdienst, wie übrigens auch andere Geheimdienste ihr Handwerk nicht verstehen, und wenn dem so ist, warum sie das nicht begreifen wollen, denn dann kann man auf sie auch gänzlich verzichten.

Und der Presse sei hier einmal verraten, es gibt so etwas wie eine Self Fullfilling-Prophecy, sprich, man kann etwas auch herbeireden, indem man einseitige Aufmerksamkeit erweckt, und dann versagt eine Presse völlig. Entweder recherchiert man selbst über Jahre hinweg in dem Bereich, deckt irgendwann auf, wie das früher einmal üblich war, oder man hält anschließend die Klappe. Bild und andere Medien richten genug Schaden an, da kann sich dann ein Medium das etwas auf sich hält ruhig zurückhalten, wenn es bis dato seinem Anspruch nicht gerecht wurde oder nicht gerecht werden wollte, weil Recherche eben kostet.

Und wer berichten will, der berichte ausgewogen, wichtig ist nämlich eine breite Diskussion in der Bevölkerung auszulösen, und nicht eine, bei der man schlafende Hunde aufweckt, sprich Jugendliche vielleicht anturnt, die ein Abenteuer suchen und sich anschließend rechten Parteien zuwenden.
Wichtig ist es, darauf hinzuweisen, dass es selbst in der Partei des am lautesten nach einem Verbot schreienden Herrn Gabriel einen genossen namens Gabriel gibt, dass auch Die Linke regelmäßig gegen Israel poltert, ect., sprich, dass rechtes Gedankengut in allen Parteien hoffähig ist, selbst in der CDU/CSU, nur, dass es sich dort gegen die Palestinenser und Zuwanderer aus der Türkei richtet, verhaltener, versteckter und vorsichtiger formuliert wird.

Die Presse kommt ihrer Aufgabe nicht nach, denn es ist nicht ihre alleinige Bestimmung den Stammtischmob, der es blutig und reisserisch will zu bedienen, Aufgabe der presse ist es aufzudecken, auf Schwachstellen hinzuweisen, zu recherchieren. Ansonsten brauchen wir die Presse ebenso wenig wie einen stumpfen Geheimdienst, der nur noch im Internet sich bewegt und meint, Terroristen mache man in 8 Sunden als Beamter vom Schreibtisch aus dingfest, weil man das Schulmädchengeschwafel auf Facebook überwache.
Und man muss ja wohl der Presse nicht sagen, dass ausgeschmückte dpa-Meldungen nicht genügen, sondern, dass man selbst sich Informanten bedient, die ab und an sogar selber auf einen zukommen. …

©denise-a. langner-urso

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