CDU- Die Heuschrecke für den Bundesrat – Lobbyismus

© Rainer Sturm / pixelio.de

Der Lobbyismus in Deutschland scheint derweil alle Grenzen zu überschreiten, die nur möglich sind, die Rede ist von Heuschrecken im Bundesrat. Bis so nah also an die Zentren der Macht haben sich Investmentbanker in den politischen Alltag hinein gefressen, sitzen direkt und immer öfter auf den Sesseln, die direkt an finanziellen Entscheidungen beteiligt sind, ihnen zustimmen müssen.

Ein Beispiel beschreibt die Fiancial Times heute in ihrer Onlineausgabe. Ein gefährliches Signal muss das sein, und deshalb gehört es nicht nur in diese Zeitschrift, nein, eigentlich gehört das auf die Titelseiten aller Medien, und im Wahlkampf vielleicht sogar der BILD-Zeitung. Gefährlich ist das, was sich da tut, zu selten wird über solche Merkwürdigkeiten und politische Nähe zu den Regierenden berichtet.

Die Rede ist davon, dass die Überschrift dieses Artikels eigentlich lauten könnte, Zwischen UBS, Sal Oppenheimer und Bundestag, oder so ähnlich, denn nicht wenige Ex Banker und speziell Investmentbanker nehmen so die Möglichkeit wahr, direkten politischen Einfluss nehmen zu können, und ein Schelm wer dabei nicht an Zuschusterei und Ähnliches glauben mag, bis zur Gefälligkeit. Ja fast Selbstgesetzgebung könnte man das nennen.

Nick, so der Name des aktuellen Anwärters auf einen Sessel im Bundesrat, geläuterter, handzahmer Ex – Investmentbanker, der wie die Financial Times schreibt :

einer der einflussreichsten Dealmaker in Frankfurt war.

Jetzt will er in den Bundestag. Gut, dass wir das wissen. Berichtet wird auch:

Schon 1999 beriet er die Familienaktionäre Grohe und Rost beim Verkauf des Sanitärherstellers Friedrich Grohe an BC Partners – der Mutter aller Heuschreckendeals.

Und jetzt also will er für die CDU in den Bundestag und meint dazu ganz unverhohlen zur FTD:

Eine besondere Vorstellung von einer konkreten Ausschussarbeit in Berlin habe er noch nicht. Wirklich? Denn gleichzeitig steht für ihn fest: Das Ziel ist der Bundesrat: „Ich will meinen bescheidenen Anteil dazu beitragen, dass die Weichen in unserem Land unter der Führung von CDU und CSU und von Angela Merkel auch weiterhin richtig gestellt werden.“

Die Industrie schrumpft und achtet mehr denn je auf die blütenweiße Reputation von Kandidaten. Wenn es da nur irgendeinen Verdacht gibt, oder man beim falschen Arbeitgeber angestellt war, wird es ziemlich eng.

Das, so die Financial Times weiter,

sagt Yvonne Beiertz, die bei der Personalberatung Spencer Stuart das weltweite Geschäft mit der Finanzindustrie leitet.

Schön, wenn es wenigstens noch dafür reicht, einen „Beraterposten“ in den politischen Machtzentren abzugreifen. Welches Armutszeugnis, für die deutsche Politik und unsere Demokratie.

Klasse, es fehlen einem die Worte. Spätestens jetzt leidet man unter Schnappatmung! Bleibt nur die Frage, wann der Bundestag seine Anschrift entgültig ändert und den „Wohnsitz“ verlegt!

Man sollte sehr genau hin schauen, welchen Posten Andreas Nick demnächst vielleicht bekleidet!

 

©denise-a. langner-urso

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