„Charlie Hebdo“ Terror – Armutszeugnis und Luxusproblem

Terror kann man nur mit Bildung, Teilhabe und viel Geld bekämpfen, Waffen, Demonstrationen und Worte sind dagegen machtlos. Sind und bleiben alleine Zeichen reziproker, selbstreflektierender Hilflosigkeit.

Die Terroranschläge von Paris beweisen ein, der Westen gibt ein Armutszeugnis ab, kann er doch jene Mehrheit von Menschen, die in Freiheit und Demokratie mit einhergehender Pressefreiheit gemeinsam leben wollen, nicht schützen. Und es ist ein Luxusproblem, nicht die Gelder zur Verfügung stellen zu können, die man dafür bräuchte, denn eine Minderheit entzieht diese Gelder durch Steuerflucht ihren Staaten.

Ein Armutszeugnis ist es auch, wenn es der westlichen Welt nicht möglich ist, ausreichend gut gemischten Lebensraum für alle Schichten der Gesellschaft, den diese gemeinsam nutzen, zu Verfügung stellen zu wollen oder können. Luxus erträgt keine Hartz IV Empfänger in seinen sanierten Bauten, Reichtum erträgt keine armen Schulen unter sich, er benötigt teure Eliteeinrichtungen. Gemeinsamkeit sieht anders aus, und beim Geldbeutel beginnt die Trennung, Aus- und Abgrenzung der Gesellschaft.

Heute ist oft die Rede von Fluggastabkommen, denn im Jumbo sind oft beide Gesellschaftsklassen vereint, es sei denn, der Luxus ist so geistig verarmt, dass er Privatjets nutzt. Und genau an diesem Punkt beweist sich auch der Irrsinn, das zweite Luxusproblem der Gesellschaft, das erneut gleichzeitig auch Armutszeugnis ist. Der Terror hat es nämlich innerhalb der westlichen Gesellschaft nicht nötig zu fliegen, Terror hat Zeit, kann schleichen, setzt sich in Bahnen und Busse, in Autos. Und wie will man all diese Verkehrsmittel kontrollieren?

Politik verteilt heute Beruhigungspillen schöner Worte, nicht mehr, Zeichen gegen Terror und seine Bekämpfung sehen anders aus, müssen münden in anonymer Bewerbung, darin, Menschen vom ersten Tag an integrieren zu wollen, an dem sie als Flüchtlinge europäischen Boden betreten. Menschen in Container zu sperren, das stinkt nach Ausgrenzung, zeugt von Ausgrenzung, Abschottung und zeitlicher Begrenzung, setzt andere Zeichen als es eine Wohnung tut. Unser Gesellschaftssystem grenzt nicht nur ältere und schwächere Menschen, Behinderte aus, sich also selbst, es setzt vor allem auch ein Zeichen, sich nicht um die schwachen Teile der eigenen Gesellschaft kümmern zu können, und erst ganz am Ende kommen die Menschen anderer Nationen und Flüchtlinge, und selbst da erlaubt es sich die westliche Welt auch noch nach Religionen mehr oder weniger Akzeptanz zu zeigen.

Und was bei der Abstimmung mit dem Geldbeutel und dem Konto beginnt, das führt am unteren Ende der gesellschaft zu Hass gegeneinander und zu Gewalt, weil keine anderen Mittel mehr vorhanden sind als diese.

Zeichen von heute müssten sein, dass die gesamte westliche Welt, dass auch jene Staatschefs aus anderen Teilen der Welt ein deutliches Zeichen hätten setzen müssen, wir stehen jetzt gemeinsam militärisch gegen Boko Haram und gegen Isis, lassen schwarze Nullen schwarze Nullen sein und gehen gemeinsam vor, wir bauen Siedlungen, Infrastruktur und Schulen, stocken Personal auf, geben Aufgaben in professionelle Hände statt an Billiganbieter und bekämpfen Radikale durch Bildung und Teilhabe, wir bauen Gebäude die allen Schichten und Kulturen einer Gesellschaft zum Wohnen offen stehen, wir bekämpfen den Terror da, wo und wodurch er entsteht, an der Armutsgrenze.

Solange die geeigneten Geldbörsen verschlossen bleiben, auch weil Staaten gewisse Konten besser vor „Verlusten“ schützen als andere, können Staaten nur gemeinsam und an den Menschen vorbei nicht aber mit ihnen reden, sind und bleiben hilflos und handlungsunfähig! Und für verarmte Staaten, die unter Radikalen zu leiden haben, wird Terrorbekämpfung ein Luxusproblem der westlichen Wertegemeinschaft bleiben, daran können auch Millionen Demonstranten nichts ändern.

Terror kann man nur mit Bildung, Teilhabe und viel Geld bekämpfen, Waffen, Demonstrationen und Worte sind dagegen machtlos. Terror und seine Wurzeln nicht bekämpfen zu können sind Armutszeugnis und Luxusproblem der westlichen Demokratie zugleich, und an diesem Punkt beschneidet Demokratie Freiheit, macht sie zur lebensgefährlich und gefährdet ihr Überleben und das aller westlichen Werte, auch die der Pressefreiheit und Satire, führt sich selbst Ad Absurdum …

©denise-a. langner-urso

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