Deutschland: Politmurks und Eierwurf


Die Würde des Huhns ist unantastbar. Das Huhn hat es nicht verdient, dass sein Ei so entwürdigt wurde.

Es hat Merkels durchgedrückten Bundespräsidenten erwischt, er wurde mit Eiern beworfen, und soetwas tut man nicht, egal, wie eine Regierung murkst. Egal, ob man sie mag oder nicht, egal, wie wütend die Rotierer der Koalition sich verhalten.

Man kann und darf wütend sein, der Wutbürger, er ist ja bereits seit S21 erfunden, aber er hat andere Möglichkeiten, er protestiert und mobilisiert Massen, er boykottiert Murks, er wählt ab, nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Mittel, immer häufiger, und das ist auch gut so, um es einmal wie Wowereit zu sagen.

Eines aber tut der Wutbürger nicht, er wirft nicht mit Lebensmitteln und er tankt sie nicht, denn mit dem, was andere essen, muss man hier nicht in Staus rasen und sich gegenseitig von der Starße drängen, sich selbst oder andere totfahren, Mit Lebensmitteln tut man soetwas nicht, das ist wirklich dekadent!

Der Wutbürger weiß, was sich gehört, er hat ein gewisses Maß an Anstand und Erziehung, er ist gebildet.

Man wirft auch nicht mit Lebensmitteln, schon gar nicht mit Eiern, denke man nur einmal daran, daß diese unter Umständen mit Salmonellen verseucht sein können, und wen das nicht genügt, der denke doch bitte demnächst an die armen Hühner, die für ihr Ei oft genug gequält und mißhandelt werden. Es geht auch um die Würde des Huhns.

Bereits Kindern bringt der Bundeswutbürger bei, daß man mit Essen nicht spielt, und andere machen doch vor, was geht, man wirft heute als moderner Mensch mit alten Schuhen auf Politiker, wenn überhaupt, weil es ja auch genügend Menschen auf der Welt gibt, die sich kaum diese leisten können, das aber tut weniger weh, als dafür Lebensmittel zu verschwenden, das ist selbst ein durchgedrückter Bundespräsident der Frau Merkel nicht wert, selbst, wenn einem die merkwürdigen beigefarbenen Papierknäule, die seine Gattin für Hüte hält nicht gefallen.

Wer also demnächst etwas auf jemanden aus der schwarz-gelben Regierung werfen möchte, der verspielt jede Sympathie, wenn er es mit Lebensmitteln tut, Lebensmittel auf Politikern sind ebenso verboten, wie im Tank des eigenen Autos. Ansonsten sei einem aber doch ein kleines Lächeln erlaubt, denn mutig ist es allemal und die deutschen Murkser müssen froh sein, daß ansonsten der Durchschnittswutbürger noch so gesittet mit seinen Politikern umgeht und nicht gleich mit ihnen wie in Libyen oder Ägypten verfährt.

©denise-a. langner-urso

 

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