Die Grünen: Sozialfaktor ungenügend

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Die Energiewende ist in vollem Gange und den Grünen ist eigentlich ihre Lebensberechtigung abhanden gekommen, definierten sie sich doch irgendwie nur über das Ziel, der Mensch möge in einer gesunden Umwelt gesund leben. Dass dazu auch eine gesunde Ernährung gehört, das ist selbstverständlich. Und schon sind wir bei dem Faktor, der eigentlich für die Grünen der wichtigste sein sollte, der Mensch. Aber interessiert dieser eigentlich? Interessiert es die Grünen, ob sich die Menschen gesunde Nahrungsmittel überhaupt leisten können, ob sich die Menschen erneuerbare Energie leisten können? Nein, alleine das Ziel zählt, nicht die Bezahlbarkeit. Ob Menschen darunter leiden, das ist nebensächlich, und die Menschen leiden, weil immer mehr Menschen sich nun eben einmal weder gesunde Lebensmittel noch erneuerbare Energie leisten können. Und doch, wo grün drauf steht, sollte auch grün drin sein.

Warum also sind den Grünen die Menschen so egal? Gehört der Mensch nicht auch zur Natur? Gilt es nicht als ebenso wertvoll diesen ebenso zu schützen? Denken wir nur einmal an ältere Menschen, die in Altenheimen leben, an die Pflegekräfte, die diese täglich umsorgen. Sorgen sich die Grünen darum, dass die einen bestens versorgt sind, die anderen nicht unterbezahlt werden, dass sich die Pflegekräfte dabei nicht die Gesundheit ruinieren? Hat man je darüber etwas gehört, dass die Grünen etwa protestieren, weil Pflegekräfte in diesem Bereich nicht genug Zeit für die älteren Menschen haben, dass viele von diesen älteren Menschen, die schließlich ihr Leben lang gearbeitet haben, häufig schlecht ernährt sind und oft zu wenig an Flüssigkeit erhalten, wie es erst vor kurzem im WDR berichtet wurde, einfach, weil den Pflegekräften die Zeit fehlt? Haben die Grünen je gegen schlechte Bezahlung der Pfleger/innen protestiert, dagegen, dass deren Arbeitsbedingungen immer schlechter werden, einfach deshalb, weil die Pflegebranche zum Wirtschaftsfaktor geworden ist, dem es nur darum geht, Kapital aus Leid zu schlagen? Wo gespart wird an allen Ecken und Enden, wie überhaupt in sämtlicher Pflege? Ist das nicht pervers? Was für eine Gesellschaft ist das, die ihre Kranken und Alten so schlecht behandelt weiß und doch nichts dagegen unternimmt, nicht aufschreit? Und was für eine merkwürdige Partei sind diese Grünen, die da propagieren, sich der Umwelt zu widmen und doch das Elend dieser Gruppen nicht wahrhaben will? Das soll grün sein? Der Mensch gehört auch zur Umwelt, nicht nur der Schutz dieser, wobei Windräder Vögel schreddern dürfen, dass es nur erbärmlich genannt werden kann, was dieser Partei da so egal ist, wenn nur die Energie sauber ist.

 

Und dann schauen wir auf die vielen Familien, in denen Angehörige daheim gepflegt werden. Interessiert es die Grünen eigentlich, wie anstrengend das ist? Da gibt man den Familien, die Kinder daheim erziehen eine Belohnung, eine Herdprämie, und die Grünen fordern nicht eine ähnliche Prämie für Menschen, die sich um ihre Alten sorgen? Wo ist der Unterschied zwischen kleinen und alten Menschen? Sind den Grünen Familien nichts wert, in denen die Familie noch funktioniert, wo man seine “Alten” achtet? Da greifen solche Menschen gar auf Pflegekräfte aus Osteuropa zurück, aus anderen teilen der Welt, einfach, weil alleine und für eine Familie eine solche Pflege eben dauerhaft zu schwer ist und kümmern sich doch selbst, weil sie ihre Angehörigen lieben, darum wissen, dass es in Pflegeeinrichtungen eben das, was Menschen im Alter zu Recht fordern dürfen, nämlich Zeit, einfach nicht gibt, weil diese teuer ist. Und fragen die Grünen jemals, ob nicht viel mehr Familien gerne sich selbst um die Pflege ihrer Angehörigen kümmern würden, wäre es nicht so teuer, dass dabei oft zwei Gehälter benötigt werden? Gehälter, die zudem über jedem liegen, was eine Pflegekraft verdient?

Die Kinder sind zukünftige Steuerzahler, die Alten oft keine Wähler mehr, sind unproduktiv aus, ihnen muss der Staat Rente zahlen? Kümmert sich deshalb niemand wirklich um deren Belange? Womit wir bei der Rente wären. Welcher Altenpfleger erreicht diese überhaupt im Beruf, hat sich nicht vorher die Gesundheit ruiniert? Und wenn er nicht bis ins Rentenalter arbeiten kann, in dem Beruf, der so wertvoll für die Gesellschaft ist, muss er sich dann bei der Arbeitsagentur melden, wird zum Bittsteller, muss eventuell eine Tätigkeit ausüben, die ihm irgendein Angestellter zuweist? Ist das nicht unmenschlich, wenn jemand jahrelang jene “Drecksarbeit” gemacht hat, die Familienangehörige nicht machen wollen, weil sie vielleicht lieber in einem Parlament hocken, weil sie selbst arbeiten müssen, diese Tätigkeit nicht ausüben können oder wollen? Wer sich für den Beruf des Altenpflegers entscheidet, der liebt Menschen wie kaum ein anderer es tut, und wird dafür von der Gesellschaft so wenig anerkannt, arbeitet sich für diese kaputt und das zum Niedriglohn, und da schreien die Grünen nicht? Fordern nicht, dass diese angemessen bezahlt werden und wenn sie sich ruiniert haben ihre Rente auch einmal früher beziehen dürfen, ohne Abschlag?

Nein, schaut man sich die Grünen an, so mag ja das label recht nett sein, im Kern aber steckt die Note mangelhaft, allenfalls!

Ich verweise hierzu übrigens ausdrücklich auf den Artikel, der im letzten Jahr in der Welt erschienen ist, und der den Titel trug: Unendliches Leid in deutschen Pflegeheimen.

Und wenn Sie sich jetzt noch fragen, ob es sich lohnt, die Grünen zu wählen, dann googlen Sie einfach noch weiter im Internet, wie es um unsere Gesellschaft steht, und zu welchen Themen, die uns in unserer Umwelt betreffen, die Grünen zuletzt aufgeschrien und den anderen Parteien den Stinkefinger gezeigt haben. Und außer einigen Protesten, wenn es um Atomkraft oder Migranten und Flüchtlingspolitik geht, werden Sie kaum etwas finden, was Sie selbst betrifft, es sei denn, man will ihnen Tempo 30 in Städten verordnen, dann laufen die Grünen ganz vorne im Demonstrationszug mit …

©denise-a. langner-urso