Google und die „personalisierte Werbungsfalle“

 

Wer online viel unterwegs ist, der benutzt auch Suchmaschinen, und davon gibt es jede Menge.

Die größte ist die von Google, andere sind mal mehr mal weniger bekannt, und wer Onlinemedien liest, der weiß auch sehr genau, wie sehr die dort eingeblendete Werbung nervt. Manche Seiten können mit allen Werbeblockern noch gelesen werden, dort ist die Werbung gekennzeichnet, andere funktionieren schon dann nicht, wenn man auch nur anonym ansurft und dann einem unsichtbaren Link, besser kann ich es nicht beschreiben, folgen will.

Am besten ist es, einfach einmal die Onlineseite der Hörzu aufzurufen, dann wird das nämlich deutlich, denn dort ist es in diesem Fall dann nämlich unmöglich, auch nur die Inhaltsangabe eines Filmes anzeigen zu lassen. Ein weiterer Klick ist erst möglich, wenn man sämtliche Masken fallen lässt,

Auch alle anderen Onlinemedien arbeiten mit diesem Trick, ganze Seiten sind unlesbar, wenn nicht sämtliche Adons und jeder Schutz aufgehoben ist. Bei der Frankfurter geht es ab und an noch anonym, wenn man freie Artikel lesen möchte, ansonsten aber bleibt einem der Besuch auch dieser Seite unerlaubt, es sei denn jeder Werbeblocker wird abgeschaltet.

Man kann, wenn man solche Blocker zuerst an- und anschließend abstellt und Seiten einfach nur neu lädt, sehr schön beobachten, wie nach und nach immer mehr an Werbung verschwindet, nach und nach sortiert sich die ganze Seite neu, verschiebt sich, sortiert sich, manche Seiten werden auf quasi Dina A4 Format reduziert, nachdem sie vorher Plakatwandgröße hatten.

Es macht übrigens Spaß, das einmal zu testen, es verschwinden teilweise ganze Rubriken aus den Auftritten großer Medien. Die Seite wird regelrecht komprimiert, ein besseres Wort fällt mir nicht ein, wobei, doch, man kann es mit einer Schrottpresse vergleichen, Auto rein, praktisch auf Würfel gepresstes Format raus. Ja, der Vergleich kommt dem, was ich beschreiben will, sehr nahe.

Werbung bleibt trotzdem auf jeder Seite irgendwo noch immer vorhanden, entweder deutlich gekennzeichnet, oder eben als Schleichwerbung, was immer dann deutlich wird, wenn dort ein ganz bestimmtes Einzelprodukt beschrieben und überhaupt nicht mit anderen Produkten anderer Konzerne und ähnlichen Links beschrieben wird, und auch da kann man sich nicht immer sicher sein, denn oft werden mehr als vier oder fünf Verlinkungen in Einzelartikeln gleichzeitig angekauft, wobei ich nur davon ausgehen kann, dass das auch mit den Marketingabteilungen der unterschiedlichen Produkte abgesprochen sein muss, denn wirklich abgewertet wird in solchen Artikeln dann kein Produkt, der Leser ist am Ende genauso ratlos wie zuvor.

Seriös geht anders, nämlich dann, wenn ein einzelner Link vorhanden ist, ein einzelnes Produkt beschrieben und nicht verglichen wird, mit ebenfalls Link. Es ist aber wesentlich schwerer nachzuweisen, was ein Artikel mit Massenlinks ist als ansonsten und es macht den Leser noch ratloser als zuvor, hinterlässt Unsicherheit.

Aber zurück zu Google und personalisierter Werbung, dass diese platziert wird, und ausschließlich, das kann jeder für sich einmal austesten und sollte das auch tun, weil für viele Menschen ja oft ein Rätsel ist, worüber eigentlich gesprochen wird. Man kann das ganz einfach vorführen, es braucht aber etwas Zeit und man sollte das mit jemandem gemeinsam tun, der Online auch öfter einkauft und viel surft.

Am besten also ist es, man versucht sich auf ein Produkt zu konzentrieren, dass einer von beiden noch niemals online gekauft hat, und danach sollte dann bei google gesucht werden, am besten, man vergleicht dazu noch Preise und vergleicht auch mit gleichem von anderen Anbietern.

Sagen wir einmal, sie selber, vielleicht sogar der, der hilft, hat online noch niemals Kochtöpfe bestellt oder, weil beide kein Haustier haben, irgendetwas aus dem Bereich Tierfutter, dann nehmen sie so etwas und surfen Sie los, das Produkt wird gesucht, und zwar bitte samt aller zugehörigen Addons und am besten auch anonym mit allem was nutzbar ist.

Und ja, die völlig anonyme Suche reicht schon, man vergleicht ja nacheinander auch Anbieter und gleiche Produkte, wie gesagt, suchen Sie etwas, was Sie wenn möglich, nie gesucht haben, da findet sich immer etwas, und es funktioniert auch immer, dass Google darauf reagiert, und anschließend, zumindest nach kurzer Zeit nur noch solche Werbung zuschaltet, die genau diese Produkte anzeigt, oft sehr renitent, selbst bei jedwedem Schutz, radikal zugeschnitten bei offenem Visier personalisierte Werbung dessen zeigt, was sie never ever kaufen würden, was aber angesurft und gegooglet wurde.

Für google sind Sie umgehend Besitzer eines bestimmten Haustieres, wenn sie urplötzlich aus Daffke nach Katzenfutter suchen, oder noch besser, im hohen Alter, wenn sie Schnuller gegooglet haben sollte als kinderloses Individuum, auch Elternteil. Sobald eine große Webseite oder ein Onlinemassenmedium mit Adsense arbeitet, erlaubt sie es gewissen Anbietern, jede Werbung ungeprüft vom Unternehmen selbst, jedem Leser auf ihn ausgerichtete, eigens zugeschnittene Werbung anzubieten.

Der Spiegel und andere Medien sind da ganz vorne dabei, und jeder Blogger würde dafür Abmahnungen kassieren, weil oft diese Werbung noch nicht einmal gekennzeichnet ist, Abmahnanwälte trauen sich an die großen Anbieter und Unternehmen überhaupt nicht ran, weil solche Konzerne gewaltige Anwaltstruppen aufbieten können und über massiv mehr an Kapital verfügen, als so ein Abmahnverein je aufbringen könnte.

Da geht es eben zu wie bei unseren Finanzämter, die die ganz reichen Verdiener unter uns ja so gut wie überhaupt nicht mehr kontrollieren, einfach, weil normale Steuerzahler wesentlich besser einzuschüchtern sind, als reichere Steuerzahler, denn auch da steht Kapital samt Anwalt im Hintergrund, dauern Streitigkeiten Jahre, wobei Städte, Gemeinden und Kommunen immer mehr und immer schneller Geld brauchen, um überhaupt noch halbwegs zu funktionieren.

Und mal ganz ehrlich, glaubt tatsächlich jemand, der Gesetzgeber traut sich an einen Medienkonzern, von dem richtig Geld für unerlaubt gesetzte Werbung oder Nichteinhaltung der DSGVO-Richtlinien zu holen wäre? Es genügt doch, wenn nur ein einziger Journalist Zensur schreit, und die halbe Welt gerät in Aufruhr. Nein, da wird nichts passieren, selbst wenn die Auftritte dieser Medienhäuser Werbung überhaupt nicht kennzeichnen würden, die sind im laufe der Jahre derart gewachsen, haben kleinere gefressen, die haben längst eine Art Monopolmacht erreicht.

Gewisse Medienunternehmen und Webseiten haben bis heute kein grünes Schloss, viele Webseiten auch nicht, und wo Adsense steckt, da ist Sicherheit aus meiner Sicht für Leser und Surfer eben am Ende doch nicht gewährleistet, weil Google dahinter steht.

©denise-a. langner-urso

Wie nützlich ist dieser Artikel?

Bitte bewerte diesen Artikel

Leider noch keine Bewertung vorhanden