Grundsteuerreform – Finger weg von Modernisierungen!

 

Viele Menschen, die vor 25 oder 30 Jahren gebaut haben, sind derzeit kurz vor dem Rentenalter und haben gerade erst ihr Haus abfinanziert. Jetzt aber kommt demnächst die Neuberechnung der Grundsteuer auf sie zu, und da kann es teurer werden als derzeit. Diese Menschen haben auf die Säulen der Altersvorsorge vertraut und bei vielen von ihnen, die einst vorausgeschaut haben, drohen demnächst eventuell höhere Kosten. Viele fangen nämlich jetzt noch an nachzurüsten, denn die Fenster und viele andere Dinge wurden moderner, es geht um Wärmedämmung und um eventuell Solaranlagen oder Photovoltaik.

Ann die oben genannten Modernisierungen haben bisher aber dazu geführt, dass sie sich in Erbfällen massiv auf die Steuergestaltung im Bereich Grundsteuer niedergeschlagen und diese verteuert haben, denn wehe dem, der bereits modernisiert hatte.

Mir ist folgender Fall bekannt: Ein Ehemann stirbt und die Ehefrau steht plötzlich im geerbten Haus, und man kann gar nicht so schnell denken, der Verstorbene ist noch fast warm, da flattern einem vom Finanzamt die Unterlagen zur Berechnung der Erbschaft ins Haus. Und da stehen sie dann die Fragen nach der Ausstattung des Hauses.

Befindet es sich im Originalzustand, ist was vorhanden? Verklebter Teppich wird niedriger berechnet als etwa Laminat, und so quält man sich durch ellenlange Fragebögen. Als ehrlicher Bürger gibt man ehrliche Antworten und wenn dann irgendwann, und das geht übrigens auch recht schnell, denn wenn dieser Staat auf etwas nicht verzichtet, ist es Steuergeld, die demnächst zu zahlende Grundsteuerneuberechnung in den Händen hält, dann gehen einem die Augen über, denn es wurde bereits teurer, nichts da mit einfach weiter so.

In dem mir bekannten Fall kam es zwischen dem Tod und der ins haus flatternden Erklärung zu einem Wasserrohrbruch und der alte Teppich musste dann doch raus, und weil man im Alter weniger Arbeit haben will, weil Staubsaugen irgendwann anstrengender ist als einfach zu wischen, wurde Laminat verlegt. Und Es geht ja nicht nur um dieses, bei der Neuberechnung wurde auch die Photovoltaik angegeben, die Isolierung der Hauswand, die neuen Fenster.

Das Ergebnis war dann später das Folgende: Die Grundsteuer stieg und nicht zu knapp. Da kommen rasant schnell einmal eben an die 150 Euro pro Halbjahr zusammen, wenn man ein ehrlicher Bürger ist, der jeden Mist umgehend tut und modernisiert, weil das ja angeblich die Umwelt schont. Den Geldbeutel schont es bestimmt nicht, und 300 Euro mehr oder weniger machen sich im Rentenalter dann eben doch umgehend bemerkbar, wenn die Rente selber nicht unendlich hoch ist.

Ich kann eigentlich nur dazu raten, nichts an Modernisierung in Angriff zu nehmen, was demnächst unter Umständen dazu führen könnte, dass sich die Grundsteuer erhöht, im Gegenteil, ich würde meinen Steuerberater umgehend bitten, mir einmal die für den Fall vorgesehenen Fragebögen des Finanzamtes zu besorgen. Und sieht man sich an, wie selbst kleine Städte verfahren, wenn ihnen Steuereinnahmen wegbrechen, dann bekommt man schon vorab das eiskalte Grauen, was demnächst Mietern und Eigentümern in Städten wie Berlin an Erhöhungen drohen könnte.

©denise-a. langner-urso

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