IWF, Griechenland – Von Put, Calls und Märkten

Überraschend kam die Entscheidung nicht, dass man Griechenland nicht weiter stützen würde, es war nur eine Frage des richtigen Zeitpunktes, das zu verkünden, und er kann nicht günstiger sein als jetzt, denn man brauchte dafür das richtige Zeitfenster, eine Krise, die ungewollte Partner von Griechenland fernhält. Jetzt ist der Zeitpunkt da, jetzt muss man schnell handeln, denn viel Zeit bleibt nicht, um dem gewünschten Partner den Hinterhof Europas zu öffnen. Gleichzeitig beweist das aber auch die Schwäche des Euro, denn er ist eben, wegen vieler Geburtsfehler nur x-te Wahl, wenn es um Marktwährungen geht.

Worum aber geht es? Die Europäer können Griechenland nicht so lange stützen, wie es notwendig wäre, will man keine Inflation riskieren, hinzu kommt eine Gesellschaft, die eben nicht zusammengewachsen ist, wie man sich das vorstellte. Man muss also die Unsicherheit der Menschen beseitigen, Perspektiven aufzeigen, will man nicht auch noch Spanien verlieren, und kein Staat Europas ist interessanter für die/den Wunschpartner, den man sich auf europäischer Seite vorstellen kann, als dauerhaften Handelspartner und Energielieferanten, niemand hat so sehr bereits Zuverlässigkeit gezeigt, wie Russland und die stark wachsende Wirtschaft Chinas. Beide sind aus der Sicht der Europäer vorstellbare Investoren, und sie bringen dicke Bankkonten mit.

Man hat lange genug getestet, wie sich diese Investoren betreffs Syrien verhalten, und jetzt, wo Assad kurz vor dem Fall steht, heißt es, beide für Europas Zukunft, auch für Griechenlands Zukunft als Partner zu gewinnen, denn nur dort ist genug Kapital vorhanden, um eventuell in Griechenland Ressourcen zu sichern. Raffiniert ist der Zeitpunkt, wei0 man doch die Türkei gebunden im Konflikt, sie hat sich deutlich positioniert, und beide anderen Investoren, China und Russland sind den Europäern als Investoren im Hinterhof/ Mittelmeer lieber als die Türkei, würde das doch zu Konflikten mit Griechenland führen.

Die Amerikaner sind momentan am Eingreifen in Syrien nicht interessiert, im Wahlkampf gebunden, finanziell selbst angeschlagen, und was liegt da näher, den Russen und Chinesen den eventuellen Ölmarkt Griechenlands zu überlassen, die einen sind über Gazprom ohnehin stark am Markt als zuverlässige Lieferanten schon vorhanden, die anderen horten Dollars und ihnen dürfte ein am Boden liegender griechischer Billigarbeitsmarkt sehr gefallen. Auch überlässt man dadurch der Türkei nicht die eventuellen Ölvorkommen im Mittelmeer. Im Gegenteil, Russland kann global strategisch nur hinzugewinnen, wenn Assad fällt. Die Türkei wird überrumpelt und Europa hat starke Partner, die Konflikte mit der Türkei betreffs Griechenland wesentlich besser im Griff haben dürften, als die Europäer selbst. Genau der richtige Zeitpunkt also, jetzt Griechenland fallen zu lassen.

Zudem bringen die Chinesen billige Solartechnik mit, die, in Griechenland gebaut, schnell zu Wachstum führen und sich bald rentabel zeigen wird. Wichtige Faktoren für Investoren mit dickem Geldbeutel also.

Eins aber zeigt sich auch, den Europäern geht die Luft aus, der Euro ist nicht so stark, längst keine große Wirtschaftswährung, die nötig wäre, um den europäischen Markt selbst zu entwickeln, selbst von ihm zu profitieren. Die Chinesen wussten das längst und werden sich die Finger lecken, die Amerikaner werden es mit Genugtuung sehen, und es wird sie kaum kratzen, haben sie doch eher kein Interesse, blind im Mittelmeer zu bohren, das Kapital können sie weit besser brauchen, um den heimischen Anteil an Schiefergas auszubauen, der ihnen Unabhängigkeit vom weltweiten Ölmarkt und Wachstum garantiert und in den nächsten 10 Jahren bereits wirtschaftliches Wachstum garantieren dürfte, von dem Europa träumt.

Auch müssen sich die Amerikaner dann nicht mit europäischen Umweltschutzvorschriften auseinandersetzen. Und die Chinesen dürften diese ohnehin nicht kratzen, wer das Geld hat, hat das Sagen, und um die Türkei nicht im Hinterhof zu haben, dafür war den Europäern noch immer jedes Mittel recht. Da ist es ihnen lieber, der ohnehin vorhandene Partner Russland teilt sich mit den Chinesen den eventuell vorhandenen Gas- und Ölreichtum im Mittelmeer.

Warten wir es ab, aber die Chancen für Griechenland, aus der Zwangsjacke der Europäer entlassen zu werden und eine bessere Zukunft, einen neuen Arbeitsmarkt zu haben, Schulden abbauen zu können, auch wenn das noch ein paar Jahre dauern dürfte, haben sich mit der Ansage des IWF radikal gebessert. Da scheint Licht am Ende des Tunnels absehbar zu sein. Das Aus des IWF für Griechenland war ein deutlicher Aufruf für ein Call in Richtung dieser finanzstarken Partner und geostrategisch und geopolitisch auch aus europäischer Sicht gesehen, äusserst sinnvoll, in vieler Hinsicht, jedenfalls dann, wenn der IWF bei dieser Aussage bleibt. …

Und wenn Märkte/Börsen eines nach kurzfristigem Einbruch und Bedenkzeit honorieren, dann das, dass man versucht, sich zukünftig im Hinterhaus den Zugang zu bezahlbaren Energien dauerhaft zu sichern.

©denise-a. langner-urso

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und die EIB (mit Sitz in Luxemburg) will griechische Firmen mit Krediten versorgen auch dort sitzen vermutlich steinreiche Steuerhinterzieher, auch aus Griechenland, die bald mit dem Elend der eigenen Mitbürger grandiose Gewinne machen dürften.

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