Kinderarmut-Eltern unter „Finanzaufsicht“ stellen

Deutschland ist auch ein Land der Kinderarmut, auch. Für ein Land, das Wirtschaftsmotor eines Kontinentes ist, ist das ein Armutszeugnis und muss nicht nur die Menschen wachrütteln sondern auch hinterfragen, was falsch läuft, und ob ausgezahlte Gelder sachgerecht denen zukommen, die sich nicht wehren können, den Kindern. Dazu bedarf es nicht viel, wenn man will, dazu bedarf es guter Sozialpolitik die um ihre Verantwortung weiß. Das scheint aber nicht der Fall zu sein, denn man verabschiedet zwar gern Gesetze, aber es mangelt am Willen, dann auch konsequent daran zu arbeiten, sie vernünftig umzusetzen, denn erst hier beginnt die eigentliche Arbeit, mit Konsequenz zu erreichen, dass Kapital auch dort ankommt, wo es benötigt wird auf Heller und Cent, sei es nun das entsprechende Kindergeld, seien es andere Leistungen finanzieller Art. Es mangelt oft genau daran, dass man nicht den bevormundeten Wähler will. Dabei wäre das oft speziell wenn es um Hartz IV geht notwendig.

Deutschland ist dazu in der Lage ganze Bundesländer unter „Verwaltung“ zu stellen und Ausgaben zu kontrollieren, tut dies aber nicht bei den Schwächsten der Gesellschaft, den Familien. Kinderarmut resultiert auch oft daraus, dass Gelder eben nicht den Kindern zukommen für die sie gedacht sind.

Selbst Kraftfahrer müssen Fahrtenbücher in Firmen führen oder wenn sie zu viele Punkte in Flensburg erreicht haben. Warum also nicht Eltern, die Hartz IV empfangen auch ein solches Kinderausgabenbuch führen lassen, zumindest dann, wenn man den Verdacht hat, Gelder stünden für andere Anschaffungen als den eigenen Kindern zur Verfügung? Alternativ kann auch die Behörde selbst nur bei Rechnungsvorlage das den Kindern zur Verfügung stehende Geld abrechnen, wie in der Steuerbehörde zum Beispiel. Wer es ernst meint mit der Bekämpfung der Kinderarmut, der muß schon genauer hinterfragen wollen, wofür Gelder aufgewendet werden. Das aber passiert nicht, und über den Daumen kann man auch nicht den realen Bedarf von Kindern ermitteln.

Man könnte zum Beispiel vorab ein freiwilliges Pilotprojekt mit Hartz IV dazu starten genauen Bedarf zu analysieren, und sicher würde man Familien finden, die daran mitwirken würden, denn das käme ja ihren Kindern zu Gute. Vielleicht ginge es diesen Kindern ja dadurch auch besser. Neue Ideen sind erforderlich, denn Wachstumsmotor und Wirtschaftskraft dürfen nicht einer Kinderarmut gegenüberstehen. Es geht um Zweckverwendung von Mitteln, und wer hätte daran kein Interesse, eben weil es um Kinder und somit Zukunft geht.

Natürlich wird es einen Aufschrei geben, von Entmündigung wird man hören, dabei soll es darum aber keineswegs gehen, es geht um das Kindeswohl, und in den meisten Familien wird damit auch verantwortlich umgegangen. In Deutschland muß es keine armen Kinder geben, in Deutschland wird sich einfach nur zu wenig gekümmert, weil man oft genau am neuralgischen Punkt der Gesellschaft in der Fürsorgepflicht versagt, parteienübergreifend, schließlich geht es auch um Wähler.

Aber muß nicht das Kindeswohl viel mehr im Vordergrund stehen als die nächste Wahl? Speziell Parteien, die sich christlich oder sozial nennen wie CDU und SPD sind hier in der Verantwortung endlich zu handeln, denn Kinder, nimmt man sie als produktive Bürger in der Zukunft ernst, haben darauf ein Recht. Das kostet natürlich, aber wenn es sich in ein paar Jahren positiv in der Bilanz auszeichnet, welches Unternehmen könnte da widerstehen?

So sollte aber auch eine Partei wie die Grünen einmal daran erinnert werden, dass Kinder etwas mit Umwelt zu tun haben, und darunter fallen nun eben einmal nicht nur Atomkraftwerke, Umweltverschmutzung und gesunde Ernährung. Nachhaltigkeit hat auch und ganz speziell etwas mit Kindern zu tun.

Wer heute Deutschland fit machen will für die Zukunft, wer vom Arbeitskräftemangel in einer nicht kurzen Periode spricht, der muß Ideen entwickeln, wie man Kindern dafür auch das an Kapital zukommen lässt, was ihrem Bedarf für eine gesunde Entwicklung und für ihre Zukunft als produktives Mitglied in dieser Gesellschaft entspricht, der muß genau ermitteln und kontrollieren und dafür sorgen, dass er jenen zur Verfügung steht, die ihn brauchen. Was sind schon 20 Jahre an Kosten, wenn daraus ein Beitragszahler und Arbeitnehmer entsteht, der dem Land unter Umständen 40 oder mehr Jahre an Steuern ect. einbringt? Ist es das nicht wert? Ist nicht genau das das Zukunftsdenken dass unseren Politikern fehlt, solche Visionen, ohne ständige Sicht nur auf blanke Wählerstimmen?

©denise-a. langner-urso

 

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