Linnemann, Hartz IV und Qualifizierung, es geht auch ohne!


CDU bekämpft das Zivi-Loch, so schrieb die Frankfurter Rundschau gestern und weiter hieß es im Titel :Arbeitslose in die Altenheime

Sie sucht immer einen Buhmann, diese Koalition von Frau Merkel, nur um ihre eigene Entscheidungsfähigkeit und Regierungsunfähigkeit täglich aufs neue zu beweisen. Dabei wollte doch Herr Rösler vollmundig alles ändern, besser machen und erweist sich mehr und mehr als Schaumschläger und Luftnummer, dieser Herr Doktor, der ja schließlich studiert hat, und der doch von Menschen und ihren Befindlichkeiten als Arzt nichts zu verstehen scheint. Dabei ist es auch und vorrangig seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass eben durch die Aussetzung des Zivildienstes in der Pflege eben keine Löcher entstehen, und das wäre so einfach, wäre für seine Klientelpartei der Mensch etwas wert und nicht das Aktienpaket, das diesen beinhaltet. Das Aktienpaket und der Gewinn seiner Ärzteschaft. Dabei geht es nicht darum, deren Gehälter zu erhöhen, es geht darum, das Studium auf den Menschen zu beziehen und angehende Ärzte an den Eid zu erinnern, sie für einige Jahre zum Beispiel nach dem Studium aufs Land zu senden. Studienplatz gegen Arbeitsplatz auf dem Land in etwa. Dasselbe gilt auch in der Pflege von Behinderten, Alten und speziell in der privaten Krankenpflege, bei Diensten der häuslichen Pflege.

Rösler schwafelt, es ist ihm egal, so einfach ist das, er will den drohenden Ärzte- und Pflegenotstand nicht angehen, zu groß der Widerstand der eigenen Klientel, seien das nun Ärzte oder Pflegedienste, die Privaten, die davon leben und daran gut verdienen ohne die wirklichen Belange sehen zu wollen, die Niedriglöhne zahlen, die auf Zivis greifen konnten. Die Pflegebedürftigen sind dabei nachrangig, lohnen muß es sich, das Geschäft mit dem Leid, für die Klientel. Da wird auch protestiert gegen Vorschläge des Carsten Linnemann aber nur leise und hinter vorgehaltener Hand, denn natürlich, der Vorschlag passt ins Konzept der Billigpfleger und daran Vielverdiener.

Die Unternehmen, sie schreien nach Zuwanderung, weil ihnen angeblich die Fachkräfte fehlen, und doch, sie wollen eigentlich nur Kosten sparen, nicht selbst ausbilden. Hilfskräfte in Deutschland arbeiten oft schlecht, oft un- bzw. gar nicht bezahlt, für einen Euro, ehrenamtlich machen das, was jemand tut, der dafür den vollen Lohn erhält.

So ist das vorwiegend in der Alten- und Krankenpflege, wo sich private Unternehmen, aber oft auch staatliche Einrichtungen goldene Nasen verdienen, sich gesund sanieren, indem sie bis vor kurzer Zeit noch auf Zivis zurückgreifen konnten.

Auch machen oft einfache Studenten egal welchen Faches in Krankenhäusern genau die Tätigkeiten, für die andere eine dreijährige Ausbildung machen müssen. Sie wachen als Schlaf- oder Extrawachen an unzähligen Krankenbetten und studieren eigentlich BWL oder Literaturwissenschaften.

Menschen, die sehr lange in diesen Diensten gearbeitet haben, ihnen wird das hingegen nicht anerkannt, da schieben sich die Anstalten und Prüfungsämter den schwarzen Peter zu. So erwartet man von eigentlich erfahrenen Menschen aus der Pflege, die Selbstfinanzierung einer 300 Stundenqualifikation, nur, um sie anschließend dennoch nicht besser zu bezahlen.

Studenten hingegen dürfen all das tun, was solchen Kräften oft verboten ist, die mühsam lernen müssen, wie man einen Mülleimer richtig leert und ein Klo sauber putzt, welch Hohn.

Es sind also Tätigkeiten, die Menschen, die nicht aus dem Fach kommen als Studenten recht gut betahlt erledigen, wohingegen andere dort nicht ohne Qualifikation eingesetzt werden. Das ist Augenwischerei und gehört dann entweder als Studentenjob verboten, oder man gibt diese Jobs auch ohne Qualifikation frei. Da wechseln Sudenten Windeln in der Altenpflege, sie füttern Kranke, beziehen Betten und andere müssen sich dafür qualifizieren? Andere mit mehreren Jahren alter Berufserfahrung, die den Job wegen Kindererziehung für 5 oder 10 Jahre verließen, sie dürfen nicht wieder einsteigen? Das gehört auf den Tisch! Manche Studenten verdienen dafür 8-12 Euro, andere arbeiten umsonst, bezahlen ihre 300 Stundenqualifizierung selbst, weil eben die Einrichtungen sparen und selbst hervorragende Zeugnisse jahrelanger Berufserfahrung plötzlich nicht mehr anerkennen.

Kostenersparung, das gibt es aber auch in Bereichen, wofür man in Deutschland stets nach Hochqualifikation schreit, nämlich etwa dann, wenn in Marokko Nomaden für Frankreich oder marokkanische Unternehmen ganze Solaranlagen zusammenbauen, für hochspezialisierte Unternehmen, wie für Dessertec etwa. In Marokko baut man mit Nomaden, in Deutschland qualifiziert man dafür Menschen zu Tode.

Als Aktienunternehmen das boomt will man kassieren, nicht zahlen. Nomaden hingegen zahlt man für Tätigkeiten, für die man sonst qualifizierte Fachkräfte in Deutschland nutzt. Welcher Hohn! Nomaden das sind ansonsten Menschen, die mit Ziegen umherziehen, wohlgemerkt. Menschen, die nie eine Schulausbildung genossen haben. Also ist es möglich, so etwas mit Kurzanleitung zu bauen, in Deutschland nimmt man dafür dann Menschen mit x-jähriger Qualifikation, diversen Abschlüssen,Ausbildungen, in Marokko Ziegenhirten. Das ist Verhohnepiepelung von Menschen!

Hier lässt man HartzIV Empfänger etwa gerade noch Puzzel zusammensetzen, um sie auf Vollständigkeit zu prüfen, an anderer Stelle beweist die Wirtschaft, was möglich ist ohne Ausbildung. Man kann also Menschen qualifizieren, wenn man es will und zwar sehr schnell. In Marokko konnten sich Nomaden für das Opferfest Hammel leisten von ihrem Gehalt, die sage und schreibe den stolzen Preis von über 200 Euro kosteten, nachdem sie als angelernte Kräfte Solaranlagen montierten. Das beweist, was deutschen Unternehmen die Arbeitnehmer in Deutschland wert sind, nämlich nichts, nicht einmal so viel, wie ein Hirte in Marokko.

Man könnte auch in Deutschland Hartz IV Empfänger also nach kurzer Anleitung ähnliche Tätigkeiten ausüben lassen, bewiesen wurde es ja in der Wüste Marokkos. Warum will man das dann also nicht, Herr Linnemann?

Deutschland hat sehr viele SChulabbrecher, die arbeiten würden, es aber nicht dürfen, die nicht mehr aufholbare SChulabschlüsse eben nicht vorweisen können. Während man also anderswo Studenten anlernt oder Nomaden einsetzt, vergisst Deutschland einfach seine Jugend und kümmert sich nicht um sie. Man könnte ja auch einmal interessante Perspektiven anbieten, diese Jugendlichen ebenso anlernen, wie einen Studenten. Vielleicht könnte man so diesen jungen Menschen eine Perspektive bieten, man muß es eben nur wollen. Was ist schon ein Schulabschluß wert, was eine Schulnote? Nichts, denn sie sagen nichts aus über den Charakter von Menschen. Man muß sich eben nur kümmern wollen.

Da kommt jetzt die union wieder mit dem leidigen Thema, HartzIV Empfänger in die Pflege pressen zu wollen. Carsten Linnemann hat dazu einen Antrag auf seiner Webseite verfasst, den man hier lesen kann. Er schreibt unter anderem:

Wir wollen nun zusätzlich prüfen, ob es rechtlich möglich ist, Hartz IV-Empfänger
durch gemeinnützige Tätigkeit zu qualifizieren. Die bisherigen 1 Euro-Jobs sind hierfür
häufig ungeeignet.

Entschuldigung, von wie vielen Menschen spricht man denn da? Hat Herr Linnemann jemals darüber nachgedacht, dass sich dafür nicht jeder eignet, nicht jeder Blut, Urin und Stuhlgang wegputzen und alte demente Menschen füttern kann und will? Herr Linnemann, was Sie vorschlagen ist Populismus in Reinform und die Pflege von Menschen ist der denkbar falsche Platz um sich damit zu positionieren!

Und wieso müssen diese Menschen dafür qualifiziert werden, wenn man Studenten für ebensolche Tätigkeiten bezahlt? Selbst Freiwillige erhalten dafür einen Obulus? Es muß endlich damit Schluß sein, nicht für die Pflege kranker und alter Menschen Geld aufbringen zu wollen! Schaffen sie als Regierung Jobs, damit die Menschen ordentlich bezahlt werden, dann werden die Menschen sie auch annehmen. Und bezahlen sie die Hartz IV Empfänger wenigstens wie Studenten, erlauben sie es, Hintern zu putzen, Betten zu beziehen und Klos zu putzen auch ohne Qualifikation, denn diese ist definitiv dafür nicht notwendig, wenn BWL Studenten sie bezahlt erledigen können! Egal ob in Krankenhäusern oder in Einrichtungen für Behinderte, die nur einen leben lassen, ihre Vorstände oder privaten Eigner, denen die Menschen aber das Geld nicht wert sind, das sie selbst daran verdienen. Man verdient nicht Millionen am Leid anderer. Selbst die Zivildienstleistenden hat man dafür ausgenutzt, um nicht Personal dauerhaft beschäftigen zu müssen, und das ist die bittere Wahrheit, ob sie Herren der Koalition wie Linnemann passt oder nicht.

Die Einrichtungen, sie würden sich wundern, wie viele Menschen dort gerne arbeiten würden, die es jetzt nicht dürfen, weil sie den Basiskurs nicht schultern können und eben keine priveligierten Studenten sind! Und ganz ehrlich, jeder Mutter weiß, wie man putzt, wie man Hintern reinigt, dafür, für diese mindere Tätigkeit braucht es eben einfach keine 300 und mehr Stunden! Da kann die Hartz IV Empfängerin auch zu Hause bleiben, denn das macht sie dort täglich. Bezahlen sie die Menschen vernünftig und lernen sie sie an im learning by doing und heben sie für diese Hilfstätigkeiten die Basisqualifikation auf und es werden Menschen in diesen Jobs arbeiten. Wer aber natürlich Klientelpolitik veranstaltet, der hat bereits verloren, denn er macht in der Pflege Menschen zur Ware und erlaubt es, dass der billigste Ausbeuter sich um sie kümmert, zu schlechtester Pflege, so einfach ist das!

Menschen sind eben kein Vieh, egal wie alt und dement, und Menschen die sich kümmern würde es geben, man muß es nur zulassen und sie dafür bezahlen. Dafür zahlt doch Wähler Pflegeversicherung oder etwa nicht? Bauen sie den aufgeblähten Apparat ab,sparen sie Stellen in den Vorständen und zahlen sie die Gehälter an jene, die pflegen sollen. Aber natürlich sind solche wie ein Linnemann dafür blind, ganz abgesehen von Ärzten, die als Minister ihrer Klientel die Gelder zuschustern, die dann der wirklichen Pflege fehlen!

Bevor also die Wirtschaft demnächst nach Fachkräften schreit, die andere für sie ausgebildet haben, möge sie doch bitte prüfen, was ohne Ausbildung und in Kurzanleitung machbar ist. Ein Blick in das benachbarte Ausland und die Welt mag dabei gewaltig helfen, wenn man denn Menschen wirklich helfen und sie nicht nur drangsalieren und ausbeuten will, so einfach ist das!

©denise-a. langner-urso

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