Medien online? Spamschleudern für Eigenwerbung, Doppelkassierer

Haben Sie einmal Medien verglichen, die sowohl online als auch auf Papier gedruckt erscheinen? Und, wie viel gleicher Inhalt ist bei beiden vorhanden? Einmal am Kiosk gekauft, einmal per Paywall bezahlt? Schön blöd, oder?

So, und jetzt einmal die Frage, warum Onlinemedien, die auch als Papierversion erscheinen, sich nicht ein Banner Dauerwerbung anziehen müssen. Gewisse Sendungen im Fernsehen müssen sich ja so auch kennzeichnen. Und was sonst ist die Onlineausgabe denn sonst, außer einer Linkschleuder mit Dauerwerbecharakter? Und ja, das Internet soll ja einen Mehrwert an Information liefern, zur besseren freien Meinungsbildung dienen.

Doch schreiben die Journalisten, die für das Onlinemedium arbeiten eben auch für die Papierversion. Wo also soll da ein Mehrwert sein? Und ja, dem Leser vermitteln viele Onlineversionen auch noch das Gefühl, hier arbeiteten wirklich mehr oder weniger unabhängige Journalisten als Blogger, weil man eben jedem Schreiberling ein eigenes „Blog“ zugesteht. Aber wie ist es denn mit der Unabhängigkeit wirklich? Was, wenn der Journalist dort plötzlich eine Meinung vertreten würde, die den Vorgaben des Hauses völlig widerspricht? Eben, schiere Augenwischerei, irgendwie ein klitzekleiner Geruch nach Betrug am Leser. Gut, man darf kommentieren und es gibt aktuelle Ticker, etwas populistischer sein darf man online auch, etwas mehr nach 4 Buchstaben riechen inklusive, das aber ist doch kein Mehrwert?!

Also entweder Journalist für einen Verlag oder Blogger mit eigenem Blog, so aber bitte nicht. Punkt. Und ja, wer online produziert, was dann auf Papier erscheint, der sollte seinen Mitarbeiter auch zweimal bezahlen müssen, nur das wäre wirklich fair. Und ja, wo wir ständig über Plagiate reden: ist es nicht genau das, was Papiermedien, die auch online den gleichen Artikel setzen, produzieren, ungestraft und ständig? Und darf man denn dauerhaft und ungestraft doppelt kassieren? Sollte nicht ein Abonnent online total frei lesen können und eben umgekehrt auch, wer also ein Onlineabo hat, der müsste doch eine Bestätigung des Hauses erhalten, die Papierversion am nächsten Kiosk umsonst abholen zu können?

Oft ist aber genau das nicht der Fall, die Papierversion beinhaltet zwar den Onlinezugang, umgekehrt können Sie aber nicht die Papierversion für den Onlinezugang erhalten. Sie dürfen dann oft die Papierversion zwar ausdrucken, das aber kostet, es kostet doch Ihr Papier, ihre Tinte, verursacht doch Verschleiß an Ihrem Drucker, oder etwa nicht. Und wer bezahlt das? Richtig, Sie, und somit zahlen Sie also wieder doppelt.

Ja, und wenn man ehrlich sein soll, die Medien gehören eigentlich dafür massiv abgestraft, von google zum Beispiel, dass sie nicht ausdrücklich sagen, wir machen online eigentlich nur eins, wir werben als Dauerspam für uns selbst. Zumindest sollten sie das kennzeichnen müssen und ihre Blogger nicht als solche ausweisen, es sind nämlich keine, es sind schlicht Journalisten mit Doppelcontent. Blogger haben ein eigenes Blog und sind unabhängig, dienen sich nicht großen Verlagshäusern an. Basta. Und zwischen echten, unabhängigen Bloggern und Journalisten mit Medienunterseite ist ein himmelweiter Unterschied. Nennt uns Bloggisten und sie was sie sind, Journalisten.

Ja, das musste jetzt endlich mal gesagt werden. Puh, jetzt fühle ich mich schon viel besser.

So, und jetzt dürfen Sie entscheiden, wofür sie zahlen wollen und ob und nachrechnen, was weniger kostet. Und auch die Frage, ob Sascha Lobo zum Beispiel noch ein Blogger ist, auch die dürfen Sie sich jetzt selber beantworten …

©denise-a. langner-urso

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