Mehr „Demokratie“, mehr Radikalismus

Wer sich heute noch immer fragt, woher der Hass kommt, warum Teile der Bevölkerung sich radikalisieren und wo, dem ist dringend zu raten, gewisse politische Posten denen zu überlassen, die sich mit dem Internet auskennen, denn sonst wird das nichts, und auch den Massenmedien kann man eigentlich nur raten, lieber darauf zu verzichten, immer und überall und möglichst breit vernetzt zu operieren, nur weil man glaubt, man könne dadurch neue Leser und Klicks generieren.

Und auch den Parteien kann man in der Hinsicht nur raten, nicht überall vernetzt sein zu wollen, denn da erreicht man überwiegend die, die ohnehin mit Realpolitik eher wenig am Hut haben, sonst wären solche Mitmenschen entweder Mitglieder oder würden die Offiziellen Webseiten nutzen.

Zu Beginn wurde alles was online passierte belächelt, jedenfalls hier in Deutschland, oft ist das auch heute noch der Fall, wenn nach Anschlägen wieder jemandem raus rutscht, in oder über Onlinegames wurde sich radikalisiert. Und schon wer das meint, hat die falsche Sichtweise. Onlinegames werden sicher ab und an von Menschen benutzt um mit Kindern in Kontakt zu kommen, und zur Beobachtung benötigt es tatsächlich mehr gutes Personal, man kann es sich aber auch nicht backen, denn Experten, die sich in mehreren Schwerpunktbereichen auskennen, kosten die Hölle und es ist kaum absehbar, dass dafür ausreichend Gelder zur Verfügung stehen. Zuerst nämlich braucht es Personal, dass auch Onlinespiel von Onlinespiel unterscheiden kann, denn Kinder spielen und interessieren sich für komplett andere Spiele als Eltern, was man alles längst hätte analysieren können, Kinder treiben sich eben nicht vorwiegend in den allseits bekannten Games herum, die im Zusammenhang mit Radikalisierung immer zuerst gedacht werden, und die als Ballerspiele lange im Focus standen.

Zurück zu Streams und angeblich so gefährlichen Foren. Die Spieleforen mögen zwar toxisch sein, werden heute aber von den Spieleanbietern gut moderiert, öffentlich funktioniert auch die soziale Kontrolle, die Meldefunktion, das nur man ganz nebenbei, das erkennt man aber nur, wenn man dort schon ewig unterwegs ist, und Radikalisierung findet auch nicht über offizielle Chatfunktionen in Spielen statt, auch Gilden moderieren strikt, da wäre es lächerlich versuchen zu wollen, eventuell Kinder ansprechen zu wollen, da wäre Radikalisierung no go. Ist einfach so.

Wer es wissen will, muss aus seiner Sicht „leiden“

Wo aber radikalisieren sich ganze Gruppen dann? Zuerst einmal ist die Moderation der Medien während Livestreams der Supergau, da sind dann um zu liken Stulle und Fatzke unterwegs, von Klarnamen keine Spur, und doch gibt es auch bei solchen Streams immer Moderationsseitig Funktionen, Kommentare überhaupt nicht zuzulassen. Unmoderierte Streams gehen gar nicht, auch die Politik sollte sich das bewusst machen.

Wer sich online bewegt braucht gutes Personal. Und nur die Lesefunktion würde ja auch reichen, und nein das hat nicht mit undemokratisch zu tun, auf eigenen Seiten hat man wesentlich mehr Kontrolle, wer da was in den Raum wirft, kann umgehend handeln, kann auch dokumentieren und melden. Erst heute wurde wieder der Bericht aus Berlin gestreamt, und meine Herrn, die Kommentare dort waren kaum auszuhalten, Moderation null, weshalb halbwegs normale Mitmenschen sich auf solchen Plattformen entweder erst gar nicht bewegen oder schneller weg sind, als die Medien wahrhaben wollen.

Politisches Interesse entsteht nicht durch Herzchen, die durchs Bild feuern oder durch zulassen aller Kommentare, das schreckt ab, solche Plattformen sind für Pöbler und Trolle, für Leute, die ohnehin längst für vernünftige Auseinandersetzung längst nicht mehr erreichbar sind. Zur Kontrolle, sofern moderiert, dokumentiert, wären sie hingegen die perfekte Fundgrube für Ermittlungsbehörden, nur dürfen die nicht, was sie könnten, weil da sind Parteien vor, die immer und überall Totalüberwachung wittern, die aber selber überwachen lassen, vollkommen legal, was ihnen in die Hände spielt und Wähler bringt. Ich sage nur Mietendeckel in Berlin, und welchen Parteien da Überwachung besonders gefällt, sind die, die es bei Demonstrationen, Hausbesetzern und Co überhaupt nicht wollen.

Es ist zum Haareraufen

Die Politik hat es schlich verpennt, frühzeitig ebenfalls ins Internet einzusteigen, wie auch die Sicherheitsbehörden, denn natürlich ist es keine Zauberei dort Gruppen und Foren zu unterwandern, sich da vollkommen unauffällig zu bewegen, man muss nur spielen. Man hätte und müsste auch heute ganz einfach nur Spieler anwerben, gewinnen, denn es gibt mehr als gedacht, die einfach nur Spaß haben wollen, die gerne gesehen sind, weil sie tagein tagaus nichts anderes tun, als für ihre Gruppen, Gilden und Co Materialien zu sammeln.

Ab und an einmal um Hilfe bitten, selber bei kurzen Dingen aushelfen und du bist der beliebsteste Spieler überhaupt, der sich ansonsten vollkommen neutral verhält und Chats einfach nur mitliest. Mehr will ich jetzt nicht verraten, aber es braucht dafür keine Ausbildung, man muss nur genug digital Native sein. Und so funktioniert dann auch alles andere online, man ist vernetzt ohne vernetzt zu sein, und Informationen kommen von ganz alleine, weil andere mehr miteinander und eventuell auch über den schwätzen, der nie dabei ist, wenn andere meinen, die wichtigste Schlacht überhaupt stünde an.

Ähnlich geht es auch in geschlossenen Foren und Chats zu, ganz wichtige Informationsquellen für Journalisten, ganz wichtige Vorwarnstufen, wenn man vor etwas gewarnt sein sollte, auch für Journalisten selber.

Über Zeit wird befördert, und die, die immer ruhig ihre Kreise ziehen, die werden auf wundersame Weise befördert, bekommen immer mehr Einblicke, ganz von alleine. Und wenn man dann irgendwann auch externe Chatgruppen besuchen will, weil man sonst so alleine ist, haste schwupps deine Einladung auch dahin.

Meist sind die vollkommen harmlos, es kann aber auch immer sein, dass du mitten in die Störer- oder Zerstörertruppe geladen wirst, die wie im wahren Leben den Leitungssturz plant, und da wird dann auch ab und an jedwede Vorsicht anderes betreffend im Nirvana versenkt.

Verklemmter gehts nicht

Aber wie gesagt, dafür braucht es Personal und gewisse Vorzüge, die nicht jeder mitbringt, dafür braucht es endlich Auseinandersetzung der Politik und Sicherheitsbehörden, die selber digital Natives sind oder dem sehr nahe stehen und unvoreingenommen und neutral sich endlich damit befassen müssen, was die Bevölkerung so in ihrer Freizeit macht, und davon ist weit und breit nichts zu sehen, weil das Internet noch immer als Zeitverschwendung gesehen wird, weil sich verklemmter benommen wird, als in den 50er Jahren, wenn über Sex geredet wurde, weil angeblich niemand spielt, es aber hinter verschlossenen Türen mehr Menschen machen, als sie zugeben würden. Und genau da liegt noch immer der Hase im Pfeffer, offiziell macht keiner was gesellschaftlich angeblich noch immer vollkommen verrufen und pfui ist.

Da aber findet man die so oft von der Politik gesuchte Mitte, dahin hat sie sich verkrochen, derweil Politik sich immer neue Jobs ausdenkt, die derart überflüssig sind, wenn es darum geht, einfach nur normal arbeiten zu wollen, und so ist es auch heute in Schule und Universität. 90% all dessen, was dort gelehrt wird, es sei denn, es sei sehr spezialisiert, kann schlichtweg weg, wird nie wieder gebraucht. Aber wer sich heute nur Stellenausschreibungen anschaut, die die Politik online stellt, der beginnt ja da bereits zu verzweifeln. Schaut man sich dort die Vorgaben an, analysiert man da mal, was gesucht wird, so sind das alles eierlegende Wollmilchschweine aber keine normalen Menschen, und niemand kann, wenn man ehrlich ist, all das geforderte tatsächlich bis zum 18., 21., oder jedwedem anderen Alter tatsächlich umfassend erlernt haben. Stellenausschreibungen heute sind abschreckender als so manche Gesetzesbezeichnungen die im Bundestag erfunden wurden, ich erinnere nur an das: Rind-Fleisch-Etikettierungs-Überwachungs-Aufgaben-Übertragungs-Gesetz oder das einst belachte SozSichAbkÄndAbk2ZAbkTURG. Kann man machen, lassen wäre aber besser, weil es abschreckt, an anderer Stelle eben dazu führt, dass man bei der Stellenausschreibung von vornherein dafür sorgt, dass sich dafür kaum jemand wird finden lassen.

Raus aus der Blase, rein ins Leben der Mitte

So, nun darf gerne nachgedacht werden, wie man endlich die eigene Bevölkerung wieder findet, denn die Mitte ist längst nicht mehr da, wo alle glauben, dass sie es wäre, die muss von ihren verklemmten Zwängen endlich erlöst werden, indem man ganz offen darüber diskutiert, wie lange gewählte Volksvertreter sich eigentlich noch dafür schämen wollen, dass sie ihre Freizeit verbringen, wie jeder andere Mensch auch, nämlich wie Frau Merkel ab und an beim Einkaufen, was neuerdings ja besonders Klatschblätter wundert, oder eben ganz einfach abends in einem gemütlichen Raid, ganz einfach deshalb, weil da bis auf sehr wenige Einzelfälle garantiert ist und durch soziale Kontrolle, dass wie in Theater oder Kino Politik eben außen vor ist, weil man es satt hat, ständig irgendwelche Auseinandersetzungen, die eigentlich parteiintern geführt werden sollten, verfolgen zu müssen.

Zerstörer in Vertrauen zu Parteien sitzen in der Regierungsetage zu oft selber

Da finden sich eben auch die Zerstörer und Störer. Dann beratet, welche Mittel es braucht um die zu stellen. Und die wären ja eben vorhanden, man muss sie nur nutzen, nutzen dürfen. Na dann, nur bitte keine von vorwiegend linkslastigen Ideen durchsetzten, grünen Jogakreise dazu einrichten, dann wird das nie was. Was die einen uns und der eigenen Klientel nämlich angeblich als mehr Demokratie verkaufen wollen, führt zu mehr Radikalismus und am Ende genau zu immer weniger Demokratie.

Bisweilen geht das dann ähnlich bizarr zu wie in Berlin, wo man zwar eine Befragung zu einem Flughafen macht, der Bevölkerung aber nicht sagt, bindende Wirkung hat es nicht, aber Hauptsache Ihr habt Spaß und wir unsere Ruhe. Anders ausgedrückt. Man verarscht die Wähler. Ist so, da kann wer dagegen reden, solange er will, so etwas zerstört politisches Vertrauen, und in Berlin ist das schon fast Tagesordnung. Und wer Ermittlungsbehörden nicht alle heute zur Verfügungs stehenden Mittel genehmigen will, der hat schlichtweg etwas zu verbergen oder will irgendjemanden schützen, der keines Schutzes würdig ist, derweil er öffentlich KI sagt und bei sich daheim gerade auf Smart Home aufrüstet. Wir leben in einer gefestigten Demokratie, wer das negiert will „Scheindemokratie“ die nur ihm alleine und seiner Ideologie nützt.

Meine Frage: „Wer sagt es IHM, IHR, IHNEN?“

©denise-a. langner-urso

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.