Sackgasse Heimat – Von Kiezzerstörung und Dekadenz

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Wer verstehen will, weshalb sich viele Menschen von den großen Parteien verabschieden und weshalb die einst großen Parteien SPD und CDU schrumpfen, der muss sich auch einmal damit befassen, wie die Wirtschaft sich in dem Zusammenhang entwickelt hat, und wie diese im Bereich Heimat versagt hat, denn Mieten, Bauen, Wohnen und Heimat sind mit der Wirtschaft und dem Wachstum dieser eng verknüpft, nicht nur im Bereich Arbeitsplätze sondern ganz speziell auch im Bereich Wohnumfeld, Infrastruktur.

Und wenn diese nicht vorhanden ist, dann ziehen die Menschen auch nicht in solche Gebiete. Hinzu kommt die Erreichbarkeit, dessen, was zu einem erträglichen Leben sowohl im Alter als auch für Familien halbwegs fußläufig erreichbar zu sein hat, denn die Gesellschaft altert, wenigstens das sollte endlich in den Köpfen angekommen sein, und es ist eben nicht nur die Politik, die das verkennt, es ist auch die Wirtschaft selber.

Zu einem vernünftigen Umfeld, zum Heimatgefühl gehören auch Sport, Unterhaltung, Schule, und das eben nicht nur auf dem Land und in den Dörfern, nein sogar in Städten sind diese Bereiche immer öfter nicht mehr vorhanden. Nirgendwo kann man das besser beobachten als in Berlin, von Lichtenrade über Zehlendorf bis nach Wannsee. Alles einst Gebiete mit guter Infrastruktur, heute so gut wie abgehängt. In allen drei Gebieten der Hauptstadt gab es vor einigen Jahren noch vernünftige Busverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten und zwar in einer Laufnähe, von der man träumte.

Stadtrandwüste

Doch zuerst wanderten dort die kleinen Geschäfte ab, wurden von Discountern und den drei großen Ketten wie Edeka geschluckt, und wurden zu Schlafstädten, der Charme der Dörflichkeit am Stadtrand ging verloren, was ursprünglich nichts machte, denn man war motorisiert.

Dort wuchsen viele Kinder auf, doch irgendwann zogen diese eben weg, eine Art Zwischengeneration, der es noch nicht ganz so gut ging, dass sie eben noch kein erstes Auto in die Wiege gelegt bekam, so beschreibe ich das einmal und denke das war in etwa der Zeitraum zwischen 1995 bis 2005.

Danach jedoch starben diese Gegenden, den städtischen Randbezirken, regelrecht ab, wurden Infrastruktur-mässig regelrecht abgehängt und vernachlässigt, und die letzten kleinen Läden, Banken und Co wanderten zuzüglich ab, schlossen ihre Filialen.

Wohlgemerkt, nicht irgendwo auf dem Land, an den Stadträndern, wo es, hätte man noch vernünftige Bus- und Bahnverbindungen, sich eigentlich gut leben lassen würde. Zurück blieben in Lichtenrade 1-Euro-Shops, allenfalls Bankautomaten und es sah irgendwann derart heruntergekommen und verriegelt, vernagelt und verrammelt aus, dass man es nicht fassen konnte, in den billigsten Cafes saßen Rentner, die die vielen Ärzte und Apotheken aufgesucht hatten, von denen es derweil in Massen gab, an einer Stelle und auf ca 300 Metern Straße 5 Apotheken und unzählbare Ärzte, derweil das gewachsene kleine wunderbare Kleinod aus Modegeschäften, gutem Metzger, Buchhandlung und Co 1Euroshops, Telefonläden und vietnamesischen Billigshops und so weiter, wich.

Kneipen, Alkohol, schleichende, schlecht gekleidete Rentner, Arbeitslose, Zugezogene prägen seit dem die einst tolle Dorfstraße, derweil einst die Chausseestraße in Wannsee samt Bank, Post, ebenfalls kleinen Kleidungsgeschäften, Schreibwarenladen, Bäcker und Metzger derweil ebenfalls völlig verödet ist. Aus gut bevölkerten Straßen, wo tatsächlich immer etwas los war und auch noch wäre, wie ich behaupten will, weil Unmengen Menschen in beiden Gegend leben, wurde ein seelenloses leeres Nichts aus irgendwelchen Friseuren, von denen man sich fragt, wovon die leben, weil meist leer, diversen Segelläden, gesichtslosen Weinhandlungen und Co, die ebenfalls ständig komplett leer oder gleich ganz wieder geschlossen werden, neben leerstehenden, aufgegebenen Geschäften.

Und was auch plötzlich ankam, jede Menge immer schlechter gekleideter Menschen, wenn man dort überhaupt jemand begegnet, der schon fast wie auf der Flucht umherläuft. Mögen es Politiker nun glauben oder nicht, so ist es. Und es kamen später dann die Geflüchteten hinzu, deren Wohnungen man nicht sah und sieht, nur wusste, wenn man es wissen wollte, wo im Umfeld sie untergebracht worden waren, die auch nicht wissen, was sie in solchen Gegenden anfangen sollen, und die alle auch eher wie ausgesetzt als irgendwo angekommen wirken, in all ihrer Hilflosigkeit, die man ihnen nirgendwo deutlicher ansieht als in Wannsee oder Lichtenrade.

Willkommen in der Sackgasse

Schaute man sich dazu einmal an, was zuzüglich passierte und passiert, so sah man an jeder Ecke, sofern öffentlich beworben Schilder auf denen zu vermieten stand, und bis jetzt kann man nicht verstehen, warum in so einigen Bereichen ununterbrochen und in Massen Wohnungen frei sind, die jedoch keine Mieter finden.

Hinzu kommt nämlich ein zuzügliches Problem, die Verkehrsanbindung stimmt derweil in all diesen Gegenden überhaupt nicht mehr, die einen wollen vom Bett in den Hörsaal fallen und von dort in Bars und Kneipen, die anderen benötigen Einkaufsmöglichkeiten, die einfach nicht mehr fußläufig erreichbar sind. Man begebe sich einfach einmal in das Gebiet um die Sachtlebenstraße, dort fahren Busse oft nur noch alle 20 Minuten, derzeit ist der einzig verfügbare Lebensmittelladen geschlossen und wird umgebaut, und wer dort älter ist, wer nicht mehr tragen und gut laufen kann, schon der hat massive Probleme überhaupt die täglichen Einkäufe zu erledigen, Bank, Post etc. nicht vorhanden, und dass obwohl dort unglaublich viele Menschen wohnen, ähnlich schaut es in großen Teilen Lichtenrades und in Wannsee aus.

Riesige Gebiete, doch wer Lebensmittel benötigt, der hat zu Fuß massive Probleme, der ist angewiesen auf Busverbindungen, die es so fast nur auf abgehängten Dörfern gibt, da läuft man zu bestimmten Uhrzeiten schneller, sofern jung, lieber bis zum Bahnhof Wannsee, als dass man vergeblich in Abendstunden auf Busse wartet. In Fußnähe ein Bäcker, von Stölpchensee aus, oh ja, unhöflich und massiv überteuert, und wenn dir die Milch fehlt, dann rennst du bis in die Mitte der Königstraße.

Mit dem PKW, sofern man ein solches hat oder noch haben will, brauchst du 15 Minuten nach Potsdam, mit Bus und Bahn 45, wenn es schnell geht, ebenso zu so gut wie den nächstliegenden Universitäten, liegen diese noch weiter nach Berlin rein, ist eine Stunde Anfahrt mindestens angesagt. Sparkasse? Seelenlose Automaten, Volksbank?

Automat, alleine die keine Post ist noch vorhanden, und wenn Feiertage drohen, stehen sich die Menschen vor der Tür die Beine in den Bauch, und eine halbe Stunde Wartezeit ist wie ein Sechser im Lotto-auf Mitte der Königsstraße wohlgemerkt, Stölpchensee, dass einst wunderbar ausgestattet war, kann man knicken, da finden sich x Kosmetikinstitute oder teure Weinläden, und man braucht nicht zu fragen, wie lange die sich halten, die sind oft schneller weg als eröffnet.

Derweil gibt es in Laufnähe zur Post 2 Edekas auf 100 Metern, einer schlechter ausgestattet als der andere, und ein Aldi, derweil der einzige dort noch bestehende Bäcker von diesen gefressen wurde und die zwei Banken eben dicht gemacht haben.

Unfassbare studentische Dekadenz, Verkauf verunmöglicht

Niemand sagt offen, wie hoch hier der Leerstand sein mag, wenn es um Mieten geht, doch redet man mit den Menschen, hier bekommst du über Jahre ganze komplett sanierte Häuser nicht verkauft, und wenn dann zu Preisen, zu denen man vor 40 Jahren komplett neu gebaut hat, was ein massiver Wertverlust ist, und wenn du versuchst hier zu vermieten, fällt allenfalls die Miete an, die du in bestimmten Gegenden in Szenevierteln für eine Einzimmerwohnung zahlst, trotzdem will niemand hier raus, von 10 Bewerbern kommt höchstens einer, und auch der winkt ab, wenn er sieht, wie schlecht hier alles angebunden ist, und wehe ein Vermieter legt nicht die neuesten aktuellen Bescheinigungen zwecks Dämmung und zuzüglich vor, er nutzt erneuerbare Energie. Verkaufen? Geht ohne das auch nicht mehr.

Unglaublich freche Auflagen und Entwertung von Eigentum

Hier in Lichtenrade, Zehlendorf und Wannsee, und immer vor dem Mauerfall, wohlgemerkt, haben einst Familien mit Kindern gebaut, und die konnten sich oft teure Sanierungen nicht leisten, die gehen derweil fast in Rente, verkaufen können sie nicht ohne eben diese Sanierungen und die dafür notwendigen Bescheinigungen und selbst vermieten geht ohne all das auch nicht. Woher also sollen diese Menschen das Geld jetzt nehmen? Und wenn sie verkaufen, dann zu Preisen, die unter jenen Kosten liegen, für die einst erworben wurde, unter massivem Verlust? Das soll es sein?

Bauen können und sollten nur die mit festem Beamtenverhältnis, alles andere ist ausgeschlossen, ich würde davon abraten, wenn ich mir anschaue, wir irre hirnlos plötzlich entschieden werden kann auf politischer Ebene, wenn es um Klimawandel und erneuerbare Energie und um CO2 Ausstoß geht. Da steht der Bauherr, die junge Familie ja immer mit einem Bein im Knast oder hat am Ende Eigentum, das plötzlich komplett wertlos ist! Womit wir bei Mieten wären, gewisse Sanierungen treiben Mieten ins Bodenlose-wer nicht versteht, dass dadurch Kosten entstehen, der hat gar nichts verstanden, und Mietpreisbremsen werden daran nichts ändern, bis auf das, es wird irgendwann schlichtweg nicht mehr grbaut, weil es sich niemand mehr leisten und niemand mehr die Mieten zahlen kann!

Es scheitert zudem nicht nur Bauen und Wohnen an unsicheren Arbeitsverhältnissen, zu hohen Anforderungen, fehlenden Krediten, zu niedrigen Löhnen, selbst Sanierungen gehen in dieser Stadt kaum, zu hoch die Preise, kaum Handwerker zu finden, und es wird ja nicht besser. Und viele sitzen jetzt verzweifelt in ihren Häusern und bekommen sie dadurch eben auch weder verkauft noch vermietet. Sagt mal, was denkt ihr euch eigentlich dabei?

Und es liegt nicht nur daran, es scheint eine unendliche Anspruchshaltung vorhanden zu sein, mehr als 15 Minuten Busfahrt, anders geht gar nicht, und du fässt dir an den Kopf, wenn du in Suchanzeigen liest, mindestens Balkonzimmer.

Dann stehst du fassungslos davor, schaust dir die weitere Suchanzeige an und fragst dich: Wie viel Kohle zur Hölle nochmal haben Studenten eigentlich? Und wieso zur Hölle wollen die plötzlich alle irgendwelche Hunde und Katzen mitbringen, wieso hat da in der Wohnung derweil mindestens eine Badewanne statt nur einer Dusche und wieso mindestens ein Geschirrspüler zu stehen, zuzüglich zur natürlich vorhandenen Badewanne, und wieso bringen die derweil einen kompletten Hausstand zuzüglich samt mindestens Fernseher, diversen Instrumenten, Unterhaltungselektronik und ganzen Gärten mit und erwarten ab und zu noch gute Parkmöglichkeiten vor der Tür, zuzüglich zu 24 stündiger gegenseitigen Vorzeigens der eigenen Kochkünste samt Gesangs- und Spieleinlagen, und wo und wann zum Teufel machen sie den ganzen Sport samt der ohnehin gemeinsam erwünschten Yoga- und Fitnesskurse, nachdem man sich die diversen Bilder und Filme ihrer Wander- und Arbeite- Reisen angeschaut hat?!

Wo ist der Sinn davon Eigentum quasi total zu entwerten?

Und so haben jetzt also Wirtschaft und Städte es geschafft die Innenstädte innerhalb von 15 Jahren, Studenten und Touristen zu überlassen, ja, die kommen in den Städten noch dazu, und junge Eltern, Rentner und von Feier-WGs und Touristen entnervte Bewohner, erfolgreich in Außenbezirke und an Stadtränder verdrängt, mit so gut wie keiner Infrastruktur und bei Abbau all dessen, was ganz normales Leben ausmacht, vernünftige Einkaufsmöglichkeiten in Laufnähe, und wer Familie hat und Rentner, die schlecht zu Fuß sind in Bezirke verbannt, in denen man außer mit dem Auto eigentlich nichts bewegen kann, und wer dann zuzüglich umweltbewusst seine Einkäufe tätigen will und eben gleich größere Mengen benötigt oder das gerne tun würde dazu regelrecht gezwungen, auf Lieferdienste aus dem Internet zu verweisen und wundert sich, dass immer mehr Menschen und Autos morgens in die Städte drängen, denen man das aus guten Gründen demnächst verbieten muss.

Und in den Städten fallen Studenten über ein Lebensmittelgeschäft, eine Bank und Co nach der anderen. Sagt mal, gehts noch? Was für ein Anspruchsdenken herrscht eigentlich derweil? Wo ist das geblieben, was Heimat ausmacht, der Laden an der Ecke und, und, und? Niemand kauft gerne freiwillig online, es ist nur selbst an Stadträndern nichts mehr vorhanden, was halbwegs vernünftig erreichbar wäre.

Rentner und Familien, wurscht! Der Student oder Tourist sagt an, der Bestverdiener!?

Und wer Kinder hat, wer eben älter ist, der kauft vorrätig, der kommt ohne Auto oder Lieferdienst eben überhaupt nicht mehr aus, wie soll das also gehen, wenn Infrastruktur nicht mehr da ist, wenn dazu Busverbindungen kommen, die hirnrissig sind, und wenn man ohnehin nicht so viel tragen kann? Und wie soll das gehen, mit Lastenrädern, bei Kälte und Wind, wenn Menschen immer mehr altern und nicht tragen und kaum laufen können? Wenn dazu Geschäfte kommen, die eben selbst damit weit entfernt liegen, wie geht das, wenn da eine Familie noch Kinder hat?

Und denkt überhaupt einmal jemand darüber nach, dass die Menschen gewisse Dinge nicht freiwillig tun? Ich lasse mein Auto auch gerne stehen, mag die Einkauferei auch nicht, nur ohne Auto geht gar nichts, wenn man schon 10 Liter Milch in der Woche benötigt-wie soll man all das Schleppen, und ja, wenn man dann nachrechnet, was günstiger ist, der eigene Wagen oder der Lieferdienst, dann landet man zwangsweise da samt Aufpreis und weil man eben nicht die Mengen schleppen und x-Mal ein- und ausräumen will.

Aber das sucht man sich doch nicht freiwillig aus! So, wie sich niemand den schlecht angebundenen Arbeitsweg freiwillig aussucht oder es sich aussucht, einfach abgehängt zu werden, weil sich gewisse Wege offensichtlich für Öffis nicht mehr zu rechnen scheinen. Und man sucht es sich auch nicht aus, dass man in so gut wie allen der von mir beschriebenen Stadtrandgebieten erneut einen PKW braucht, um Pappe, Glas und Co zu entsorgen, weil es noch nicht einmal dafür in Laufweite Container gibt, wo man ohnehin schon eine Resttonne, eine gelber Tonne und eine Verwertungstonne auf kleinsten Grundstücken unterbringen muss und wo die Post allenfalls noch ein bis zweimal in der Woche zugestellt wird.

Ein Heimatminister der Heimat nicht kennt, nicht weiß, was das ist?

Horst Seehofer und viele andere Politiker also wollen so etwas wie Heimat schaffen? Nur zu, zieht verdammt nochmal dann aber dahin, wo sie nicht mehr existiert, zieht doch in die Außenbezirke, damit ihr wisst und erfahrt, woran es fehlt, ihr werdet euch gewaltig umgucken, da könnt ihr nämlich tatsächlich gleich auf ein 50 Kilometer entferntes Dorf in der Nähe von München ziehen und seid vermutlich besser versorgt und schneller in der Stadt und am Arbeitsplatz als hier in Berlin, wenn ihr am Stadtrand wohnen müsst.

Und ihr wollt den Menschen die Autos nehmen? Ihr wundert euch über steigende Mieten in der Stadt? Hausgemacht! Baut doch Studentenwohnungen einfach mal an den Stadtrand zu Preisen wie derzeit im Innenbereich. Ich schwöre euch, kein Student würde da einziehen, nicht bei der derzeitigen Anspruchshaltung, die in dem Bereich offensichtlich herrscht, kein Tourist würde in solchen verwaisten Außenbezirken wohnen wollen, aber die, auf die es ankäme, die müssen sich das antun, und Rentner und kranke Menschen zählen doch ohnehin nur wenn Wahlen sind. Und die wenigen Baulücken, zubauen nennt sich das Motto und ansonsten aufstocken …

Heimat erkennen als Zugereister? Pustekuchen!

Das also ist ein Heimatkonzept? Ne, Leute, was Heimat ist, habt ihr nicht verstanden, überhaupt nicht, ihr, die ihr ja die Heimat völlig woanders und nicht hier in der Stadt habt. Ihr reist spätestens am Freitag ab und es interessiert euch doch gar nicht, wie in der Stadt, in der ihr regiert, Heimat tagtäglich den Bach runter geht, zerstört wird. Ist euch auch egal, Hauptsache nix wie weg.

Heimat ist Kiez überall, ist wohlfühlen durch gute durchdachte Infrastruktur. Ihr würdet so etwas wie in den Kiezen, die hier zerstört werden, und in den Außenbezirken wie in der Hauptstadt am eigenen Wohnort sicher nicht einfach hinnehmen, da würde man euch schnell abwählen, aber hier sich nicht interessieren!

Ihr nehmt den Menschen ja da die Heimat, wo sie war und funktionierte, weil alles und jedes sich zu rechnen und rentieren hat, obwohl ein goldener Querschnitt vermutlich genau so viel bringen würde, ihr plant von heute bis zu nächsten Wahl, zum nächsten Quartalsergebnis und keinen Schritt weiter. Ihr plant nicht langfristig sondern kopflos.

Und ich frage mich, wohin wollt ihr eigentlich mit all den Wohnungen, wenn doch die Babyboomer alle einmal wegstreben? Was wollt ihr denn mit Innenstädten in denen konzentriert immer mehr Menschen wohnen, auf immer engerem Raum, derweil niemand mehr an die Ränder will, weil da, wo einst wunderschöne Bezirksstrukturen waren, niemand mehr wohnen will und eigentlich könnte, es aber gezwungenermaßen muss?

Geklaute Heimat, zerstört …

Bindet die Bezirke gefälligst wieder an und stattet sie aus, baut das dahin, was eigentlich nicht in Innenstädte gehört, Wohnraum für Studenten und hängt das an ein vernünftiges Verkehrsnetz. Von überall könnten Unis schnell erreichbar sein, ihr verkackt das doch immer mehr. Ich war früher innerhalb kurzer Zeit mit dem Bus am Zoo-der fuhr schlicht über die Avus,-kaum 40 Minuten hat das gedauert, weg ist er dieser Bus, ich war sehr schnell in der Uni, schnell in der Stadt, auch zurück gab es abends keine Probleme, in knapp 40 Minuten, geht nicht mehr, ganz zu schweigen davon, wenn jemand ins nahe Potsdam will, und natürlich ganz zu schweigen von Einkaufsmöglichkeiten, Kino, Theater und Co.

Ohne Auto geht nichts mehr, es sei denn, man mag nächtliche Fußmärsche von über 30 Minuten ab bestimmten Zeiten seid ihr deppert? Innerhalb von nur 3 Jahren habe ich sowohl in Lichtenrade, als auch in Wannsee und Zehlendorf um die Sachtlebenstraße massive Schrumpfungen und Abwanderungen von Infrastruktur gesehen, mehr und schneller gehts vermutlich nur in Dörfern, die vom nahenden Tagbau bedroht sind. Es ist eine absolute Schande, wie in all diesen Bereichen in Berlin vorgegangen wird, wie rasant der Verfall geht …

Es kann ja wohl nicht sein, das zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern man besser angebunden war und tatsächlich überall von Heimat reden konnte, in Berlin – nur, da gab es auch eine mauer und es ging nicht anders. Nur jetzt ist sie weg und ihr zerschlagt mal eben die einst tollen Kieze und hängt die halbe Stadt ab, wollt alles in Innenstädte quetschen und lasst all das von Studenten, Touristen und einigen großen Wirtschaftsketten bestimmen?

Kalte Enteignung für eine bessere Welt

Sagt mal, gehts noch? Kieze ohne Polizeidienststellen, die derweil 25 Minuten entfernt sind, ihr würdet da leben wollen? Never, ever. Und ihr von der CDU, CSU, den Grünen, der SPD oder gar FDP, der Linken, habt die Frechheit an Haustüren zu klingeln und um ein Kreuz am Wahltag zu bitten, wenn sich überhaupt einmal irgendjemand in solche Gegenden verirren würde, denn freiwillig kam nach hier noch niemand von euch, zu fragen, warum euch die Wähler in Massen wegrennen?

Mietet euch an den Stadträndern ein, dann wisst ihr zum nächsten Wahltag Bescheid, nur, ihr haltet die Tristesse sicher nicht so lange aus und seid schneller weg, als ihr eingezogen seid, dafür gebe ich euch Brief und Siegel! Und keine Politiker-Generation hat Eigentum schneller entwertet und nutzloser gemacht, als die seit Schröder, Merkel, als Grüne, SPD und Union Hand in Hand. Und in diesem Artikel sind noch nicht einmal alle die betrachtet, die im Osten durch die Wende oft viel bis alles von “Eigentum über günstige Wohungen bis zum Arbeitsplatz verloren haben, auch durch die Treuhand und auch die nicht, die kalt enteignet werden, was die Altersvorsorge betrifft, wenn sie in Harzt IV fallen …

Ihr wollt nicht weiter gegen die rechte Wand?

Ihr fragt, wieso Volksparteien immer schneller schrumpfen? Sie werden von denen geschrumpft, die nicht mehr einsehen, wieso ihnen ihr Eigentum, ihre Altersvorsorge oder ihre Sparkonten entwerteten, so einfach ist das. Versteht es oder lasst es, und es ist nur noch die reine Vernunft und schiere Angst und Panik vor dem komplett braunen Sumpf an den Rändern, die derzeit noch überwiegt, wenn es Bürger an die Wahlurnen treibt. Fragt sich nur, wie lange das noch gut geht, ich sehe da eher rabenschwarz, wenn ich sehe, was ein Herr Söder daraus jetzt für Schlüsse zieht, aus so massiven Verlusten, und wen er für bürgerlich hält. Noch wehren sich die Bürger, indem sie verzweifelt ihre Stimmen an Grüne und die FDP verteilen, ein Aufbäumen gegen den rechtsdrall, Verzweiflung wegen der Politik durch die Volksparteien CDU, CSU und SPD. ein Hilfeschrei quasi, psychologisch betrachtet, mit anschließender Wählerbeschimpfung, man sei nicht bürgerlich, sondern radikal geworden, und was, wenn auch die Politik gegen die machen, die hoffen, dass da geholfen wird, wenn sie merken, dass es da aber nur noch teurer und kälter wird, sich für sie somit die Lage nochmals verschlimmbessert? Was dann? Wohin dann mit der Stimme?

Nichts habt ihr verstanden, gar nichts!

Ich sehe einen Abgrund, wenn das so weitergeht, wie derzeit in Bayern, wenn nicht umgesteuert wird, wenn weiter politisch quasi enteignet wird, denn nichts anderes geht vor sich, wenn man es genau überlegt, hier darf Substanz aufgezehrt werden, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne wenn und aber, weil nichts so sein darf, wie es vernünftig wäre, weil alles übereilt und umgehend und ohne Übergangsfristen von heute auf morgen übers Knie gebrochen werden muss. Und ja, noch wird demonstriert, gewählt hingegen wird anders, das entspricht längst nicht mehr den Demonstrationsbildern, die wie ein letztes Aufbäumen erscheinen vor Wahlabenden. Die Zahlen am Tag danach sagen anderes aus, leider. Und auch die Studenten, die demnächst kommen werden, die ticken komplett anders, weil sie alles geschenkt und das Sudium so gut wie ohne Vorableistung beginnen sollen, weil jeder und jede zu studieren hat und alles und jedes Studienfach wird. Ich warte ja darauf, dass Klofrauen vorab Hygienewissenschaften der Toilettenschüssel studieren müssen, mindestens in einem 10 semestrigen Studiengang …

Ich sehe schwarz, tiefschwarz, denn man kann nicht eine ganze Generation von geschaffenem Wohneigentum samt Kraftfahrzeugen und Sparkonten oder Sparplänen auf einen Schlag enteignen samt aller anderen vorsorglich angelegten Ersparnisse. Nur sehen will eben keiner, woher der rasante braune Drall urplötzlich kommt. Na dann eben: Augen zu und durch und nach euch die Sintflut …

©denise-a. langner-urso