Soziale Unruhen London, Birmingham, Liverpool, Bristol-ein Flächenbrand

Was derzeit im Vereinigten Königreich passiert, das sind soziale Unruhen, da muss man sich nichts vormachen und die anderen europäischen Staaten sollten sehr genau hinsehen. Überall in der EU, in Spanien,Griechenland sowie in anderen teilen der Welt gehen die Menschen derzeit auf die Straßen und protestieren für soziale Gerechtigkeit, von Ägypten bis Syrien, von Bahrain bis Libyen und selbst in Israel halten die Menschen nicht mehr still, ergeben sich in ihr Schicksal, sind nicht mehr dazu bereit, soziale Missstände hinzunehmen.

In Ägypten starteten die Proteste nach einem ähnlichen Vorfall, einer Selbstverbrennung, in Großbritannien war es ein Todesfall durch eine Polizeikugel nach einer friedlichen Demonstration. Die Unruhen rücken immer näher, und man sollte einmal darüber nachdenken, was die Menschen auch in anderen Staaten bereit sind hinzunehmen an sozialem Abbau, an tiefen Einschnitten, sinkenden Löhnen.

Großbritannien hat den Fehler gemacht, den derzeit alle Industrienationen Europas machen, man hat sich um die Wirtschaft und um seine Banken gekümmert und dabei die sozial Schwachen völlig aus dem Auge verloren, Armut verdrängt. Der Tod des 29 jährigen Familienvaters, dessen Tod ja bisher nicht aufgeklärt worden ist war nur der Tropfen, der ein Fass zum Überlaufen brachte. Jetzt entlädt sich massive Gewalt.

Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen betrug bereits im September 2010 sage und schreibe fast 20%, liegt derzeit bei 20,8% zuviel für einen wirtschaftsradikalen Industriestaat.

Zwar hat das Land einen Mindestlohn (Die Mindestlöhne sind: £5,52 (7,60 €) ab 22 Jahren, £4,60 (6,33 €) für 18 bis 21 Jährige und £3,40 (4,68 €) für 16-17 Jährige ), der aber im teuren London und in anderen Städten bei weitem nicht ausreichend hoch ist, um eine Familie zu ernähren, zumal bei der hohen Zahl von Arbeitslosen, die 7,8% beträgt. Damit hat Großbritannien die höchste Arbeitslosenquote seit 17 Jahren.

Die Mieten in London hingegen sind gestiegen, es hat eine Verdrängung der ärmeren Bevölkerungsschichten in Vororte und sozial schwache Brennpunkte stattgefunden. Die Mieten sind um 10% gestiegen, alleine im ersten Halbjahr.

Derweil man die sozialen Probleme vernachlässigt, investiert man im Hinblick auf Olympia 9,3 Mrd. £, alleine die Durchführung wird nochmals 2-3 Milliarden verschlingen!

Wer sich all das einmal vor Augen hält, dem wird unweigerlich klar, der Krug geht solange zum Wasser, bis er bricht. Die anderen EU Staaten, besonders aber Frankreich und Deutschland sollten also sehr genau hinsehen und analysieren, was es bedeutet, den Menschen in seine Berechnungen nicht einzukalkulieren, soziale Probleme zu verdrängen und einseitig eine radikale Marktwirtschaft immer weiter zu entfesseln.

Was wir in England beobachten, das ist das komplette Versagen, der Bankrott der politischen Eliten. London zeigt die Auswüchse völlig verfehlter Wirtschafts-, Sozial-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Integrationspolitik.

London ist nur der Anfang, wenn Europa so weiter Politik betreibt wie bisher, das sei der EU ins Stammbuch geschrieben, wird das was heute in London passiert, morgen auf den Kontinent übergreifen! Europa muss umdenken und den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt verloren, sonst Gnade uns Gott, Allah und was ansonsten an Gottheiten hier unter uns lebt!

 

©denise-a. langner-urso

 

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