Sport – Was ist nur im Fußball los?

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Bei einem Verein rennt mal eben der Besitzer, dem eine Entscheidung nicht passt, bewaffnet auf das Spielfeld, wie in Griechenland, wo deshalb der komplette Ligabetrieb eingestellt wird, Fans drohen ganzen Mannschaften mit dem Tod, wie Fans des HSV ihrem Verein und stellen Grabkreuze auf, wieder anderswo ticken Spieler aus und verweigern ihrem Trainer mal eben ganz die Gefolgschaft:

Fußball-Nationalspieler Amin Younes hat bei seinem Klub Ajax Amsterdam für einen Eklat gesorgt. In Spiel des niederländischen Tabellenzweiten gegen den SC Heerenveen (4:1) verweigerte der 24-Jährige kurz vor Schluss seine Einwechslung, weil er sie für „un

Ein anderer Fußballer, Ronaldo nämlich, denkt überhaupt nicht daran, Steuern zu zahlen, weil als Fußballspieler von Format, tut man ja wohl genug für das Land, und für ihn scheint so eine Kleinigkeit unter aller Würde zu sein.

Ein völlig durchgeknallter Fan macht einen Anschlag auf einen Mannschaftsbus und sein Ziel war es wohl nach Erkenntnis von Ermittlern, den Kurs der BVB-Aktie zu manipulieren und bei Aktienspekulationen abzukassieren.

International schaue ich lieber gleich gar nicht hin, wenn man so mitbekommt, was da so abgeht, und wie da tatsächlich regelrecht Krieg zwischen Fans in Stadien verlagert wird

Nicht, dass man sich hin und wieder selbst als Fernsehzuschauer beim Blick in Fußballstadien wie im Krieg fühlen würde, man fragt sich auch, weshalb tun Mannschaften, Vereine und Fans sich soetwas an, wer setzt sich in Stadien, wie fußballverrückt kann man eigentlich sein? Mal ganz abgesehen davon, dass Alkohol derweil offensichtlich vor, während und nach Spielen zum guten Ton zu gehören scheint, was soweit geht, dass man im Suff schon mal Fans anderer Clubs lebensbedrohlich verletzt. Gewalttätige Fans richten immer wieder massive Schäden an Bussen und Bahnen an, bedrohen andere Fans, Fahrgäste und Mitarbeiter der jeweiligen Transportunternehmen mit massiver Gewalt.

Ich lese ja gerne Geschichten, auch solche, wie hart es Fußballspieler früher hatten und vergleiche dann, wie gut es den Profis doch heute eigentlich geht, wenn man einmal von dem massiven Druck absieht, dem eben Sportler auch immer ausgesetzt sind, sei es, wenn sie sich als homosexuell outen, weil sie über hohen Erfolgsdruck klagen, sie immer im verdacht stehen, eben keine richtigen Kerle zu sein.

Wobei ich mich immer frage, was ist eigentlich so nen richtiger Kerl, wie hätte man ihn denn gerne? Und wer verliert, und man kann ja nicht immer gewinnen, es sei denn, man ist irgendwas mit Bayern München, was derweil auch stinklangweilig ist, wird halt gleich fallengelassen, ist nichts wert, kann nichts, egal ob Trainer oder Spieler.

Das alles soll also noch etwas mit Sport zu tun haben? Da bin ich aber mal gespannt, wer so demnächst alles nicht mitreisen darf, wenn die WM in Katar stattfindet, denn da gibt es ja unter Umständen erneut Spieler, die gehören ursprünglich vielleicht einem Staatsfeind an, wenn es um die Nationalität geht. Oder schließt man solche Spieler von vornherein für die Mannschaftsauswahl aus, und wie überhaupt reagiert man dann, fährt der Rest dann trotzdem oder stellt man sich dann auch einmal zum Spieler und zu Werten? Ich fürchte nicht.

Wobei einem die ganze Korruption um die Meisterklasse ohnehin nervt, nur echte Fans, die scheint ja gar nichts zu stören, die scheinen mir irgendwie völlig blind wenn es um ihre Mannschaft geht. Ich jedenfalls kann, wenn es um Fußball geht, nur noch den Kopf schütteln und mir fehlt dafür und für alles, was so in diesem Umfeld vor sich geht, jedwedes Verständnis.

Ob mir tatsächlich irgendwann jemand erklären kann, was das alles noch mit Sport zu tun haben soll, die Unsummen, das Aufmucken gegen Trainer, die unendliche Arroganz gewisser Spieler, das Fanverhalten und warum friedliche Fans das alles mitmachen, warum sie sämtliche Werte über Bord werfen und wegsehen, wenn Katar immer näher rückt? Ich glaube nicht! Wobei, ich verstehe ja gewisse Parteienvertreter auch nicht, die vom eigenen Volk schwafeln, jeden Ausländer am liebsten ausweisen würden, Boateng nicht als Nachbarn haben wollen, und dann nach Syrien reisen …

©denise-a. langner-urso