Union: Freie Marktwirtschaft, aber bitte nicht für jeden …

Ja was denn nun? Seit wann bestimmt denn bitte in Deutschland die Union, ob Unternehmen Geschäftsteile verkaufen dürfen? Ah, ja, ich erinnere mich dunkel, wir haben ja eine DDR-Kanzlerin, eine Dame also, die es mit dem Begriff Freie Marktwirtschaft nicht so ernst nehmen muss. Man möge ihr verzeihen, ist ja Neuland für sie, die Bundesrepublik. Kein Wunder also, aber vielleicht lernt sie es ja noch, was der Unterschied zum staatsgelenkten Sozialismus ist. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Aber schauen wir doch einmal, was für merkwürdige CDU-Genossen aus der Union da derzeit so empört wegen des Russland Deals RWE DEA sind, wer da so laut Hilfe schreit:

Zuerst der Herr Grosse-Brömer, kann man verstehen. Wikipedia sagt dazu Von 2004 bis 2008 war er Vorsitzender des Unterausschusses Europarecht des Rechtsausschusses. Im Bundestag ist Grosse-Brömer eines von zwölf Mitgliedern des Wahlausschusses, der die Hälfte der Richter des Bundesverfassungsgerichts bestimmt. Er gehört also der Fraktion an, die das TTIP für alternativlos hält und die die Richter bestimmt, die unabhängiger gar nicht sein können, wenn es um Europa und die USA geht. Das ist die Generation, die an dauernder Schlaflosigkeit leidet und die ständig meint, demnächst könnten erneut russische Panzer durchs Brandenburger Tor rollen. Ganz neues Verständnis von Märkten in der Union eben.

Ja und dann der merkwürdige Michael Fuchs, der Protektionismus angeblich ablehnt, angeblich … der ihn ablehnt wohl aber nur dann, wenn er nicht amerikanische Interessen betrifft. Man muss sich nur einmal vor Augen halten, welche Interessen er vertritt. Das TTIP passt dazu wie die Faust aufs Auge. Und derweil man in der politisch korrekten Welt den Bürgern Angst vor chinesischen Lebensmitteln macht, ja geradezu Panik schürt, hört man nichts über Genfood, jenen billigen Dreck, wo unglaubliches Wachstum möglich ist, wenn es um Lebensmittel geht …

Nein, Russland und Asien, da hat man derzeit wenig Interesse, der amerikanische Markt muss es sein. Dreht Putin den Gashahn zu, auch wenn es der Wirtschaft schadet, so steht es im Spiegel, und man fasst sich an den Kopf. Ach ja, vielleicht sollte man schauen, ob nicht bereits eine Pipeline aus den USA gebaut wird, und ansonsten fracken wir eben was das Zeug hält, das passt dann schon, mit dem TTIP und den damit verbundenen Klagemöglichkeiten hat man ja schon den geeigneten Partner, um unabhängig von Putin zu werden, scheiß was auf die Demokratie, die Gesundheit der Bürger, die Freie Marktwirtschaft. Protektionismus, nein Danke, der gilt nur wenn es um Russland geht, dann bindet man der Wirtschaft mal eben die Hände. Der US-Ökonom Daniel Yergin plädiert für mehr Fracking in Deutschland, so ein Artikel in der Zeit und auch die Chemieindustrie fordert das für Deutschland.

Nein, in der Union gilt wie in der EU, man tut, was die amerikanischen Freunde wünschen. Basta. Und da verbietet sich ein Deal mit Russland, nicht, dass anschließend die Amis zu wenig am Erdgas in Deutschland verdienen …

Und dass der Deal einem Joachim Pfeiffer nicht passt, auch das dürfte klar sein, man lese nur einmal nach, wem er selbst dient …

Ein Treppenwitz, dass Pfeiffer auf der anderen Seite aber der Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg (EnBW) angehört. Obwohl, wer das bei Wikipedia liest:

Pfeiffer gilt als Befürworter des Einsatzes von Atomkraftwerken zur Energieerzeugung. Vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan 2010 votierte er für AKW-Laufzeiten von 60 Jahren. In der Debatte zum Export von Waffen nach Saudi-Arabien im Juli 2011 befürwortete er den Verkauf aus politischen wie volkswirtschaftlichen Gründen, und verteidigte den Verkauf von Leopard 2 Panzern erneut am Rande eines Besuchs in Riad im Juni 2012 mit den Worten, man habe dadurch „die Möglichkeit, unsere Vorstellungen von Sicherheitspolitik und Menschenrechten anzusprechen“.

Dem ist klar, dem Herrn geht es alleine um Profit und um den passenden Job nach der Politik, um nichts sonst. Und bei der Haltung der Bundesregierung zu Russland, da hält man es eben lieber mit anderen Konzernen als mit RWE , der Job der Zukunft liegt dann eher bei einem amerikanischen Anbieter, der demnächst vielleicht in Deutschland frackt, bis es kracht…

Und wie gut das TTIP vorbereitet wird, das beweist folgender Artikel: Streik im öffentlichen Dienst Bei Verspätung droht Abmahnung. Demnächst dann eben gleich die eiskalte Entlassung. Alles, was amerikanischen Unternehmen dient, hier ist es herzlich willkommen, sind ja schließlich beste Freunde, und so ist der Untersuchungsausschuß zur NSA mehr Farce, denn dass er Aufklärung bringen soll, man schaue sich nur an, wie dieser besetzt ist. Motto: Aufklärung unerwünscht. Man sollte es lieber ganz lassen, statt hier zu versuchen, den Menschen Demokratie vorgauckeln zu wollen, verarschen können wir uns auch alleine! …

Nein, bitte blos keine Freie Marktwirtschaft, die schließt ja alle Staaten, die schließt ja alle möglichen Partner ein, und das geht gar nicht, was soll denn Amerika davon halten, dass dann vielleicht an und in der EU nicht den erwarteten Gewinn raus schlagen kann, wenn es zum TTIP kommt? Und das bisschen ÖL, darauf pfeifen wir doch gerne, das verschaffen uns demnächst ein paar Navy Seals, indem sie irgendwelche Öltanker entern, dürften ja genug davon irgendwo rumschippern …

Also bitte, verbietet den RWE Deal, Deutschland hat ja beste Freunde anderswo , dann stellt aber gefälligst auch jedwede Waffenlieferung und Unterstützung für Saudi-Arabien ein. Ach, geht nicht? Stimmt, darf die Bundesregierung nicht, sind ja beste Freunde von den USA, die Frauenversteher.

Ganz schön verlogen das Ganze! Es lebe die „US marktkonforme Marktwirtschaft“ von Obamas Gnaden.

Mein nächstes Gute-Nacht-Gespräch mit Madame Merkel, wäre ich Putin, würde so enden: „Die „Die Begriffe Enteignung, Autobauer und Sietas-Werft schon mal gehört? Schlafen Sie gut, Madame.“

Mist, aber ich bin auch so ein „gruseliger“ Putin-Versteher, tut mir aufrichtig traurig, denn ich sage, wer in jedes Krisengebiet Waffen vertickt, der muss auch mit einem wie diesem Russen klarkommen, gegen viele andere Despoten ist der nämlich eher harmlos …

©denise-a. langner-urso

 

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