Weihnachten, Zeit für Nähe

Geschneit hat es zwar noch nicht, aber trotzdem bereitet sich jeder auf das kommende Weihnachtsfest vor. Da werden die Fenster der Häuser geschmückt und Hausbesitzer stellen sich ganze Krippen in den Vorgarten, die Dächer strahlen in vielen verschiedenen Farben und die Weihnachtsmärkte sind bereits bestens besucht.

Draußen ist es grau und kalt, daheim gemütlich warm und die Kinder freuen sich auf das erste Türchen vom Adventskalender.

Jetzt wird gebacken was das Zeug hält, es wird dekoriert auf Teufel komm raus, damit die Kinderaugen strahlen.

Die erste Kerze am Adventskranz brennt, und doch, es fehlt etwas. Es fehlt der Duft der Weihnacht, speziell dann, wenn man nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt.

Der Handel denkt aber wie immer auch daran und bietet heute Duftstoffe, die man in Wasser gießt und wenn man die Kerze unter dem Stövchen anzündet verleiht sie dann langsam dem Raum eine persönliche Atmosphäre. Auch die Kerzen selbst verbreiten verführerische Düfte, und wenn man dann noch Bratäpfel macht, dann schenkt man auch der Nase ihr ganz persönliches Weihnachtsfest.

Warum aber müssen es eigentlich immer spezielle Düfte sein, die von Dingen verbreitet werden? Viel schöner ist doch der Duft, der sich von der eigenen Haut oder der der Partnerin oder des Partners her in die Nase schleicht. Nicht jener Duft, versteht sich, den der vergangene Arbeitstag mit sich bringt, nein der, der ausstrahlt, wenn dezent Damen Parfums oder das Rasierwasser zuzüglich den Raum durchfliessen. Ganz ehrlich, ein Parfum Preisvergleich am Ende des Lebens gezogen, würde beweisen, die menschliche Ausstrahlung frisch bedufteter Haut des Lebenspartners oder der Partnerin, sie sind mehr wert, als alle künstlichen Stoffe, die ansonsten in unseren Nasen kitzeln.

Weihnachten, diese kalte und doch so wunderschöne Zeit des Jahres, ist doch die Zeit des Zusammenseins, der Ruhe, der Gelassenheit. Die Zeit dem eigenen Körper Ruhe zu gönnen und etwas mehr an Aufmerksamkeit als in der Hektik des Arbeitsalltags.

Es ist die Zeit um in sich zu gehen und zufrieden auf das Jahr zu schauen, egal, wie schwer es gewesen sein mag, denn am Ende zählt doch eigentlich nur eines, der Mensch, der das Leben mit einem teilt, der neben einem sitzt oder zufrieden schläft, bei dem man seine Sorgen abladen kann. Der Mensch, der Halt und Wärme bietet auch in schwierigen Zeiten. Und den Menschen, und die Zeit, die man gemeinsam genießen darf, diese beiden wichtigsten Dinge kann niemand ersetzen, selbst die Weihnachtszeit nicht, denn die geht schnell vorüber, und bald schon wieder beginnt nach Silvester die Hektik des Lebens in gemeinsamer Anstrengung, auf das man am Ende doch irgendwie immer mehr oder weniger zufrieden zurückschauen kann, und zum Glück wird das Gedächtnis im Alter senil wie wir selbst, und dann überwiegen eben doch die schönen Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Jahre.

©denise-a. langner-urso

 

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