Zu Guttenberg hat begriffen: „Hevelinge“ in der „Tortenschlachtanalyse“

Ja, es ist die Rede von Herrn zu Guttenberg.

Und ja, es ist die Analyse einer Welt, in der solche, die sich Bildungsbürger wähnen mit echten Bildungsbürgern, die den Namen verdient haben. Es ist eine hoffentlich bald endende Geschichte von Bildungsdinos die einer neuen, modernen, technisch versierten Bildungselite, den Krig erklärt, quasi einer neuen Art von Schlacht und Stellungskrieg, den die modernere Seite unweigerlich nur gewinnen kann.

Manchmal muss man die Dinge sacken lassen und sollte erst einmal über Vorgänge nachdenken, bevor man sich äußert, kommentiert. Da steht plötzlich also ein Video im Internet und zeigt einen Tortenangriff auf einen, der einen Fehler begangen und seine Doktorarbeit kopiert hat, der darüber aus dem Amt stolperte, und den Tortenangriff mit Humor nimmt, sich ungeahnte Sympathien dadurch verschafft, umgehend darüber auf Facebook über sich selbst lacht und beginnt, die Stimmungslage zu analysieren.

Und es ist auch die Rede von seinen Sympathisanten, die scheinbar überhaupt nicht verstanden zu haben scheinen, um was es im Eigentlichen geht. Es geht nämlich nicht darum, dass ein Politiker körperlich angegriffen wurde, und Körperverletzung wäre ja eine strafbare Handlung, es geht darum, dass Herr zu Guttenberg anpassungsfähig ist, mehr Hirn hat als sämtliche Empörten gemeinsam, die nämlich wie bereits Heveling nun meinen zu Guttenberg verteidigen zu müssen, die im Internet und seinen Aktivisten das Böse vermuten, gegen das man sich in den Kampf um Mittelerde begeben muss, die so weit rechts argumentieren, dass eine linke Verschwörung vermuten , dass sie am liebsten wie der erste Kommentator schreibt in Nazimanier zum Straßenbau verdonnern würden.

Dazu ein paar Kommentare aus dem Handelsblatt und der Welt:

3.02.2012, 15:06 UhrAnonymer Benutzer: horseman

Gott bewahre uns vor diesen saudummen Kindern. Es ist nicht zumutbar, dass solchen saudummen Blagen noch ein Forum geboten wird. Das Verhalten dieses primitiven Gesindels ist für einen normalen Menschen nicht nachzuvollziehen. Doch was für den einen Menschen Dummheit und Hass ist, ist für den anderen nur ein simpler Aggressionsmechanismus. Jagt Sie zum Teufel, oder gebt Ihnen eine Schüppe in die Hand zum arbeiten.

03.02.2012, 15:52 UhrAnonymer Benutzer: horseman

Ein Gespenst geht um in DEUTSCHLAND- Die Nation driftet nach links. Jetzt kommt noch der Kindergarten hinzu. je blöder, desto erfolgreicher.

03.02.2012, 12:46 UhrAnonymer Benutzer: kmhjet24

Das zeigt dass Guttenberg über den Dingen steht. Und diese kleingesitigen sozialistischen Tortenheber sollten sich nicht wundern wenn sie beim nächsten Mal eins in die Eier kriegen. Für Guttenberg vermutlich ein weiterer Grund in den USA zu bleiben, denn diese armselige Kleingeisterei wird durch solche Aktionen salonfähig. Möchte mal wissen, ob er das auch in den USA gemacht hätte, wo vermutlich der nächste Cop ihn erstmal mit ein paar Drogendealern eingebuchtet hätte. In Deutschland werden solche Torstenaktionen ja noch nicht mal geahndet. Immerhin war der mal Bundesminister, und hat ob mit oder ohne Doktortitel einen guten Job gemacht. Ein bisschen mehr Respekt hätte der schon verdient. Und er hätte dem Tortenheber ein auf die 12 geben sollen. Das wäre richtig cool gewesen.

Wondra: Ein gut gemeinter Rat:

Piraten-Politiker sollten sich von solchen Aktionen distanzieren. Selbst wenn man Guttenberg nicht mag, die Aktion zeigt bloß, dass einige dieser Computerheinis nur aus der Anonymität heraus argumentieren können. Das kommt wahrscheinlich davon, dass solche Dummdeppen den ganzen Tag im Netz Ballerspiele betreiben und sich sowieso nicht mehr normal unterhalten können. Der Piratenpartei sei geraten, zu registrieren, dass ihre Wähler nicht eben vor allem aus diesem Kreis kommen, sondern dass sie bei den letzten Wahlen von einer Politikverdrossenheit ganz normaler Bürger profitiert haben. Wenn ihr das verspielt, seid ihr schnell wieder weg. Dann müsst ihr wieder halblegale Aktionen im Netz machen, anschl. wird die Staatsgewalt sich das nicht mehr bieten lassen, alles daran setzen euch zu kriegen und euch ganz einfach für eine Zeit wegschließen – ohne PC! Für euch bestimmt die schlimmste Strafe.

Empörter meint gar:

Das waren dann wohl die wahren Demokraten! Aber so fing es mit der RAF ja auch an – und nachher will’s keiner gewesen sein! Widerlich!

Und Peters EF wähnt sich bereits umzingelt und gemeuchelt und schreit:

Gnade uns Gott wenn wir solchem Pöbel in die Hände fallen!

Und Nordkvn behauptet:

Das ist Öl auf die Seele von den LINKEN.

Solche und ähnliche, noch heftigere Kommentare von scheinbar stets den gleichen Kommentar-Spammern finden sich unter allen Berichten zur Tortencausa. Da wird dann die Piratenpartei flugs zur neuen RAF und die Netzaktivisten, also die Hedonistische Internationale zur Piratenpartei. Und bei den desinformiertesten mutieren die Piraten zur Linkspartei.

Herr wirf Hirn vom Himmel, wenn es dich gibt, um Himmelswillen!

Da wird durcheinander geworfen und vermixt, was nicht zueinander gehört, was der armen Torte nachträglich zur Schlagsahne verhilft, denn der Feind ist ausgemacht,, wie Wondra so schön blumig formuliert:

die Aktion zeigt bloß, dass einige dieser Computerheinis nur aus der Anonymität heraus argumentieren können. Das kommt wahrscheinlich davon, dass solche Dummdeppen den ganzen Tag im Netz Ballerspiele betreiben

Niemand dieser Foristen hat das Internet verstanden, ebenso wenig, wie Herr Heveling. Kein einziger jener Foristen hat begriffen, worum es geht, wie sehr man sich das Internet zunutze machen kann, wenn man sich seiner bedient, niemand jener Foristen ist zu mehr in der Lage, als zu pöbeln, ohne zu denken, es scheint, wie an anderen Tagen auch die gesamte Hartz IV-Elite jener wirklich absolut arbeitsunwiligsten ARGE-Meider sich erneut versammelt zu haben, weil sie meint, sie müsse die linksgerichtete Weltherrschaft einer jugendlichen Schüler-RAF verhindern.

Das Internet ist nicht ein Fernseher mit Schreibmaschinenfunktion, das Internet ist eine neue Arbeitswelt, ein Arbeitgeber, der Wahlhelfer der Jetztzeit und der Wahlkampfstand der Parteien, die Politik selbst, und wer sich der Internetbibliotheken zu bedienen weiß, wer gar an seiner Entstehung mitgewirkt hat, von Anbeginn die Möglichkeiten erkannt hat anstatt es nur für die eigene Selbstdarstellung zu benutzen, um Geld zu sparen, sich Wege zu vermeiden, Anonymität zu nutzen um sein rechtes Gedankengut in Foren zu hinterlassen, der erkennt spätestens heute mit Grausen den weltfremden Standard der Bildungsrepublik Deutschland, und wie sehr diese eine Bildungsreform braucht, die den Umgang mit diesem Medium lehrt, wie sehr Deutschland gerade das digitale Zeitalter und dessen Möglichkeiten verpennt.

Zu Guttenberg hingegen hat das neue Medium verstanden, verinnerlicht, hat den Angriff gegen seine Person verstanden und macht sich beides  zunutze, weiß derweil, wie man es für sich nutzen, damit Aufmerksamkeit erregen, dadurch Meinung verkaufen und machen, Wähler mobilisieren und Zuneigung generieren kann, Obama hat das ja vorgemacht. Und zu Guttenberg ist nicht so dämlich, wie manche meinen mögen. Zu Guttenberg ist mutiert zu einem jener in den Foren verspotteten Dummdeppen zu einem jener linken Computerheinis
Ich zumindest halte zu Guttenberg für einen ganz cleveren Hund, einen, der schnell lernfähig ist, einen kühlen Analytiker. Und ja, er hat aus seiner Situation gelernt und wird über kurz oder lang auf die politische Bühne zurückkehren, nur eben nicht dorthin, in die Partei, aus der er kam. Die Tortenattake war nur der erste Schritt auf seinem Weg und ich denke, der Zeitpunkt war bewusst gewählt, fällt er doch zeitlich kurz in die Zeit nach dem verbalen Totalausfall eines Politikers, Herrn Heveling, im Netz.

Und auch, dass man sich mit der Netzgemeinde aussöhnen muss, dass man begriffen hat, dass man Diebstahl begehen darf, wenn man bereit ist, dafür den lebenden Autor zu entlohnen und das kenntlich zu machen, dass man das Medium Netzgesellschaft mehr denn je zur Nachrichtenübermittlung braucht und es genau deshalb nicht beschränken darf, das hat Guttenberg erkannt, und sucht nun den Weg über genau diese Gemeinde der Zukunft.

Guttenberg weiß derweil auch, das das Urheberrecht, das Internetrecht politisch korrekt zum Vorteil für das wirtschaftliche Wachstum genutzt werden können, dafür braucht man ihn, braucht die Netzgemeinde, brauchen die Piraten ihn in Brüssel. Braucht man ihn, wenn es um SOPA, PIPA und Acta geht.

Freie Journalisten und Autoren, sie alle wollen partizipieren, verdienen, sich nicht ausbeuten lassen von Verlagen. Revolutionen derweil sind heute nur machbar, und es gibt noch diverse Diktaturen, es gibt und wird weitere Frühlingskämpfe im Sinne demokratischerer Entwicklung in allen Staaten, weltweit, geben, wenn das Internet ein möglichst unregulierter freier Raum zur schnellen Übermittlung von Daten, Flash-Mob-Versammlungen und Information bleibt.

Journalisten und Autoren begrüßen es sicherlich, wenn sie nicht erst nach ihrem Tode verdienen, oder gar ihre Kinder und Enkel, doch genau dafür steht unser veraltetes Copyright-Recht. Autoren und Freie müssen heute über die Runden kommen, wollen heute nicht aufstocken müssen, brauchen ein Urheberrecht, das mit ihrem Tod endet. Und welchen Vorteil das hat, wie man das nutzen kann, dafür gibt es ja diverse Vorschläge.

An Autoren müssen doch wahrlich nicht Agenturen und Verlage verdienen. Vorstellbar ist doch ein Mikropayment in der Zweitverwertung, nachdem man seine Schriften verkauft hat. Auszüge dürfen wo immer gewünscht übernommen werden, ab einem gewissen Punkt aber zahlt der Leser ein paar Cent um den ihn interessierenden Text weiterlesen zu dürfen, das Geld fließt dann per Zahlsystem direkt an den Autor. Wobei ja ein bis zwei Cent schon ausreichen, denn es macht das Kleinvieh, die Klicks, die Leser den Mist. Und natürlich wehren sich dagegen die großen Verlagshäuser und die wenigen festangestellten Autoren und Journalisten der Medien, der Verlage, die ja noch immer die Journalistenverbände dominieren.

Nichts aber steht doch gegen eine Art Payment-Aufladekarte, die man an jeder Tankstelle aufladen kann, oder ein einfacher Knopfdruck im Internet, der per Mikropayment an den Autor bezahlt, darin dürfte die Zukunft liegen, und wer das umsetzt und zwar als erster Anbieter, der wird sich dabei eine goldene Nase verdienen.
All das dürfte der Analytiker zu Guttenberg erkannt haben und, dass es Zeit ist, sich auf die Seite derer zu schlagen, die eben genau anders ticken als Heveling-Dinosaurier, das nämlich ist die neue politische Zukunft, jene gläserne Welt, in der Politik offener und ehrlicher agieren muss als in einem Jahrhundert in dem sie hinter verschlossenen Türen kungeln konnte.

Wie stehen sie da, die sich Heveling-Fangemeinde nennen? Wie informiert sind sie, diese Bildungsbürger von einem anderen Planeten?

Überhaupt nicht, wie man sieht, informiert sich doch der heutige Bildungsbürger mit Gespür für Vibrationen per Hashtag bei Twitter. Längst veraltet jene dpa-Meldungen, die zeitverzögert in die Redaktionen tickern, wie viel später bis die Eilmeldungen bei den Onlineportalen der Zeitungen erscheinen, derweil Blogger bereits berichten, wie lang der anschließende Weg bis zum Druck, meist noch einen Tag später, wenn die Nachricht nach Druckschluss erschien, und um Welten veraltet jede Meldung, bis Fernsehen und Rundfunk sie für die Nachrichten aufarbeiten! Von vorgestern jedwedes weltweite Wahlergebnis, das der Blogger im Internet live verfolgt, bis es die Leser und GEZ-Zahler erreicht, abgestandener Kaffee in saurer Milch, allenfalls. …

Und so sei zum Ende gesagt, wenn die Guttenbergattacke wirklich keine Inszenierung war, so hat zu Guttenberg daraus den einzig richtigen Schluss gezogen, er hat mit viel Rückgrat und Anstand reagiert, lernfähig, wozu die Netzgesellschaft fähig ist und er wird sich genau das zu nutze machen, denn die Zeitungsleser- und GEZ-Gesellschaft zumindest hat er ja überzeugt, und es wäre schön, wenn diese Netzdinosaurier daraus dieselben Schlüsse zögen, wie zu Guttenberg, wenn sie erst nachdächten, und nicht vorschnell genau das Medium für Spammattacken gegen Netzfuturisten und Kämpfer einer neuen demokratischeren Gesellschaft benutzten, das sie noch immer nicht verstanden haben, dass dem Ex-Minister hingegen so hilfreich zur Unterstützung diente wie am heutigen Tag.

Und die Tortensache hat noch etwas…zu Guttenberg sollte mit den gestrigen Akteuren und der Piratenpartei zur Tortenschlacht um Bellevue aufrufen, der Sieger bekommt das Schloss, der Verlierer hat es zu räumen, und dürfte die Tortenreste gerne umsonst mit nach Großburgwedel nehmen.

Und übrigens wäre die Tortenschlacht auch ein probates Mittel in den kommenden Wahlkämpfen, wenn man so darüber nachdenkt ich stell mir gerade die Tortenschlacht ums Kanzleramt und um die Sitze im Bundestag und anderen Gremien wie um Landtagssitze zwischen allenfalls Bürgern vor. …

Wenigstens wäre das endlich einmal echte Bürgerbeteiligung, wenigstens hätten dann auch Normalbürger eine Chance, sich einen Sitzplatz zu erobern. Ich kann also überhaupt nicht verstehen, warum die Aufregung um einen gebackenen Werbegeck mit Guttenberg so groß ist.
Der Einzige, der in der Schlacht Größe zeigte, wusste, worum es ging, war zu Guttenberg, war seine vielleicht zukünftige Partei, die Piratenpartei.

Und doch bleibt ein bitterer Nachgeschmack, denn nicht der Angriff war die Geschmacklosigkeit, diese erfolgte zeitverzögert, wie immer bei Jenen, die nichts begriffen haben, und die im Gestern verharren, wollen, die wollen, dass Alles beim Alten bleibt, durch ihre Kommentare.

Denn diese strotzen vor Hilflosigkeit und Unbildung, sind erbärmlich dumpf und sagen viel aus, über den deutschen Humor und die kaiserliche Beamten-Obrigkeitshörigkeit, und auch darüber, dass jene Bildungsverweigerer, spammenden Forentouristen und Netz-Dinosaurier, längst vom Internet, dessen zukünftiger Entwicklung und den damit verbundenen Chancen abgehängt wurden. …

 

©denise-a. langner-urso