AfD und Piratenpartei – Bürger sind politikmüde?

Die Gründungen der beiden oben genannten Parteien beweisen, Bürger sind keinesfalls politikmüde, wie es so oft unterstellt wird, Bürger wollen Alternativen, denn sie fühlen sich von den Platzhirschen im Bundestag schlicht und einfach nicht vertreten. Auch ist es vermutlich ein Problem, wenn man generell eine Partei im Bundestag komplett ignoriert, Vorschläge dieser gar reflexartig nicht beachtet, diskutiert.

Die Altparteien CDU und SPD, auch Die Grünen und die FDP sind derweil so überheblich, halten sich selbst für so systemrelevant, dass sie Menschen, die sich engagieren wollen, oft den Weg verbauen. Mitglied sein gerne, aber bitte nicht stören, was immer schon war, soll weiter so bleiben, nachzudenken über Neuerungen, das ist älteren, oft satten Berufspolitikern vermutlich viel zu anstrengend. Zudem reagieren an den Parteispitzen Leitwölfe, die niemand verärgern mag. Das Revier ist längst markiert.

Die Gründung zweier neuer Parteien in Deutschland aber beweist, Menschen wollen sehr wohl sich politisch äußern, es besteht Bedarf, bei der Generation Facebook, angesiedelt bei den Piraten, ebenso, wie bei älteren Semestern, die in Massen der AfD zu folgen bereit sind.

Die Altparteien hielten sich viel zu lange für viel zu unangreifbar und werden langsam eines Besseren belehrt. Die Menschen wollen mitreden, gehört werden, denn Parteien im Bundestag und ihre Vertreter wurden dazu entsendet, den Willen des Volkes zu vertreten, Opposition zu sein oder auch Regierung. Nur gibt es außer der dauerignorierten Linken eben ansonsten aus Sicht der Bürger so viel an Übereinstimmung, dass diese den Unterschied zwischen Opposition und Regierung nicht mehr ausmachen können.

Aber schauen wir einmal, was wir unter Umständen haben. Zwei Parteien, von denen nach Umfragen die eine derweil 5% der Bürger, die andere 3% der Menschen vertritt. Hinzu kommen an die 4%, je nach Umfrage von Bürgern, die anderen Parteien ihre Stimme geben würden, von denen es diverse Parteien gibt, wie die Tierschutzpartei, um nur ein Beispiel zu nennen. Dann die im Bundestag links liegen gelassene Linke mit, sagen wir einmal 8%. Und jetzt rechnen wir einmal und kommen gemeinsam auf satte 20 % von wahlberechtigten Bürgern, denen die Alternativlosigkeit der Altparteien inklusive einer nicht vorhandenen Opposition gewaltig auf den Sack geht, um es einmal krass auszudrücken.

Hinzu kommt dann die Arroganz der Altparteien, die in jeder anderen Partei,außer der eigenen, versteht sich, rechtsradikales Gedankengut und Unterwanderung umstürzlerischer Kräfte wittert, entsprechend agiert, brandmarkt.

Und die Altparteien wundern sich, wenn sich die Unvertretenen, nicht gehörten, von ihnen abwenden? Vielleicht hätte man früher einmal besser hinhören sollen, wo die Menschen der Schuh drückt, was sie täglich bewegt. Von Wolke 7 aus über sie zu regieren, das hat man stets verstanden, den Bürger versucht,  mit Brot und Spielen zu beruhigen, Hauptsache, er mischte sich nicht ein. Und dann schrie man hämisch „politikmüde!“ dazu.

Nein, die Menschen sind nicht müde, sie wollen gehört werden, und tut man das nicht, gründen sie eben eigene Parteien, was bei Altparteien unwillkürlich zum Schwingen der „Nazikeule“ und lauter Empörung führen muss, fühlt man sich doch brüskiert vor solcher Frechheit, dass die zahmen Schäflein ihre „guten“ Hirten einfach nicht mehr mögen, weil ihnen das alte Heu einfach nicht schmecken mag und sie lieber auf der Weide am frischen Gras sich laben wollen.

Das ist ein bisschen so, wie wenn Kinder erwachsen werden, irgendwann haben die Alten dann einfach nichts mehr zu sagen, schon gar nicht, wenn diese einfach nicht akzeptieren wollen, dass Kinder eigene Erfahrungen machen wollen. Und wer dann einen Fehler macht, der kann bis zum Sankt Nimmerleinstag im Altenheim verrotten, da geht dann nicht am Wochenende die Tür auf und man bekommt Besuch, wird in unseren Falle gar wieder gewählt oder gewinnt Mitglieder hinzu …

Und das trifft eben nicht nur auf Deutschland zu, die Italiener zeigen gerade, wie man solche Spielchen auf die Spitze treibt. Geschieht der alten Politikergarde gerade recht, diesen Selbstgerechten Wichtigtuern, die nicht von der Macht lassen und vom, aus ihrer sturen Sicht, alternativlosen, vorgezeichneten Weg abweichen, wollen.

©denise-a. langner-urso

 

 

Share