Im Dialog, Gauweiler (CSU) verwirrt

 

Heimat, was ist das, so in etwa wurde gefragt, und Herr Gauweiler kam gewaltig ins Schleudern. Er sprach von gesprengten Grenzen, die nur dazu führen, dass man sich wiederfindet in einem größeren Gefängnis. Ok, mag das verstehen wer will.

Gleichzeitig fühlt sich Gauweiler derweil wie auf einer Nordseeinsel, die durch dauernde Unwetter immer mehr verkleinert wird. Mitten in Bayern. Ja, da frage ich mich doch, wie geht das, dass man Bayern vergleicht mit einer immer kleiner werdenden Insel? Auch das verstehe wer will, ich kann es nicht nachvollziehen, tut mir leid. Hinzu kommt eine Weinerlichkeit, die unbegreiflich ist, es fehlt ja nur, dass der ältere Herr in Tränen ausbricht, ob der Zerstörung seiner Insel.

Tut mir leid, aber wer derart fühlt, der braucht dringend jemanden, der sich um ihn kümmert, denn natürlich verkleinert sich Bayern nicht, und natürlich lebt in diesem Land niemand im Gefängnis, ist dieses Land kein solches. Und was will Herr Gauweiler damit eigentlich sagen, dass er die Welt nicht verlassen kann, diese aber zum Gefängnis wird, selbst wenn alle Grenzen fallen? Ja, sorry, aber es gibt nun mal eben nur diese eine Erde und die ist derart groß, dass ich mich nicht gefangen fühle.

Partei ohne Regierungsanspruch? Da lachen ja die Hühner!

Und dann behauptet Gauweiler auch noch, seine Partei, die CSU habe nur einen regional begrenzten Machtanspruch und Berlin sei der Partei ebenso fern wie Brüssel. Meine Herrn, da höre ich aber anderes, und ja, ich frage mich, ob Gauweiler das dann bitte einmal seinem Vorsitzenden mitteilen könnte, denn nichts wäre schöner, als wenn die CSUler tatsächlich bleiben würden, wo sie sind, in Bayern, denn eins ist Fakt, man konnte sie außerhalb dieser Region tatsächlich nicht wählen, und woher Seehofer den Regierungsanspruch nimmt, ist mir immer wieder ein Rätsel. Und in dem Augenblick als Gauweiler von der CSU als Verteidigerin Bayerns, seiner Substanz und Stämme faselt, da bekomme ich die Krise. Und wenn Gauweiler dann noch von der Maria Theresia aus der Uckermark redet, die alles beherrscht und dass sich dagegen Stammesfürsten nicht durchsetzen können, dann setzt es bei mir ganz aus.

Ganz ehrlich, eine solche Partei, wenn dies tatsächlich innerhalb der Partei so gesehen wird und Mehrheitsmeinung sein sollte, will ich in der Bundesregierung nicht sehen und ich verstehe die Grünen immer weniger, dass sie sich mit so einer Partei einlassen und ein Regierungsbündnis bilden wollen. Und ja, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das die Stammwählerschaft der Grünen mittragen und ihr erneut über eine 5% Hürde helfen würden.

Gauweiler und die Kriegs-Union

Auf der anderen Seite ist Herrn Gauweiler unverständlich, wie durch immer mehr Kriegsteilnahmen Flüchtlingsströme erst erzeugt werden, womit er natürlich recht hat, und ich muss daran denken, dass wir gerade die Ausbildung und Hilfe für die Kurden eingefroren haben, mit der Begründung, sich neutral verhalten zu wollen. Geht es noch irrer?

Es ist neutral, wenn man niemandem Waffen liefert, niemanden ausbildet, alles andere ist Augenwischerei. In dem Augenblick, wo man seine Aufklärungsflüge macht und im Rahmen der Nato arbeitet, die sich engagiert wo auch immer, gibt man jede Neutralität auf, und wenn man an irgendeine Kriegspartei auch nur eine einzige Patrone oder Waffe liefert, ebenso. Erzählt also jetzt keinen scheinheiligen Scheißdreck, von Neutralität! Ich glaub ja, mein Schwein pfeift. Und wer stimmt denn dauernd im Bundestag genau für alles was oben genannt wird? Richtig, alle Parteien im Bundestag, einschließlich der Unionsparteien, weil Wachstum eben ausbleibt, Arbeitsplätze wegfallen würden, würde man jedwede Waffenexporte verbieten und Produktion somit verhindern. Ich frage mich, wie einfach sich Gauweiler die Welt baut.

Denn natürlich würde kompletter Abzug aller Truppen nach Deutschland Fluchtursachen bekämpfen, nur steht dabei die eigene Partei im Weg und Gauweiler wäre besser bei der Linkspartei aufgehoben, als in einer Parteienunion, deren Kanzler einst Adenauer hieß, der die Wiederbewaffnung massiv betrieben hat und in dessen Reihen es einen wie Strauß gab, der die atomare Aufrüstung gegen die massiven Proteste der Anti-Atomwaffen-Bewegung durchsetzte. Was also will ein angeblich quasi Kriegsgegner wie Gauweiler in der CSU? Irgendwie klingt der Mann ziemlich schizophren.

Er bleibt tatsächlich über 50 Jahre Mitglied in einer Partei, ja war lange Zeit stellvertretender Vorsitzender dieser und vertrat ja wohl dadurch mit, dass es da eben auch in einem Prozessumfeld einen gewissen Herrn Schreiber gab , samt Vorwurf, seine Partei habe „unzulässige Spenden“ von Schreiber angenommen. Die Partei habe zudem „eine inoffizielle Kasse“ geführt. Er bleibt in einer Partei, in der es um Schwarzgeldkonten und Spendenaffären geht, in einer Union, die immer wieder massive Spendenbeträge der Rüstungsindustrie erhielt und deren Vorsitzender Seehofer weiterhin, da ja als Unionspartei im Bundestag sitzend und mitregierend, immer wieder Waffenlieferungen an Saudi-Arabien befürwortet? Ganz schön irre!

CSU- Regionalpartei mit Allmachtsfantasie

Und ich frage mich, ob Herr Gauweiler wirklich weiß, was für ein Bayern, Deutschland oder was für eine EU er eigentlich will. Denn eins ist klar, wie zu Bismarks Zeiten wird Europa nie mehr werden, da täuscht er sich gewaltig. Und sollte die CSU sich so verhalten, wie er es gerne hätte, dann kann sie einpacken, so viel ist sicher. Wobei ich mich immer noch frage, woher diese kleine Regionalpartei die Frechheit nimmt, aus 6,2% überhaupt derart viel fordern zu dürfen. Ich denke immer öfter, es wäre tatsächlich an der Zeit, sie träte demnächst bundesweit und die CDU auch in Bayern an.

Und warum Herrn Gauweiler überhaupt ein eigener Dialog angeboten wurde, das weiß der Geier …

©denise-a. langner-urso

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